Sich zum Sprecher derer
machen, die keine Stimme haben
70. Gestärkt im Glauben und in der
Hoffnung auf die Heilskraft Jesu haben die Synodenväter zum Abschlub ihrer
Arbeiten die Verpflichtung zur Annahme der Herausforderung erneuert,
nämlich in jedem noch so unterschiedlichen Lebensbereich der afrikanischen
Völker Heilswerkzeuge zu sein. »Die Kirche — so erklärten sie — mub
weiter ihre prophetische Rolle ausüben und sich zur Stimme derjenigen
machen, die keine Stimme haben«,130 damit überall jeder Person die
menschliche Würde zuerkannt werde und stets der Mensch im Mittelpunkt
jedes Regierungsprogrammes stehe. Die Synode »interpelliert an das Gewissen der
Staatsoberhäupter und der für das öffentliche Leben
Verantwortlichen, in zunehmendem Mabe die Befreiung und Entwicklung ihrer
Völker zu garantieren«.131 Nur um diesen Preis läbt sich der Friede
unter den Völkern aufbauen.
Die Evangelisierung mub jene Initiativen
fördern, die dazu beitragen, den Menschen in seiner geistigen und
materiellen Existenz zur Entfaltung zu bringen und zu adeln. Es geht um
die Entwicklung und Entfaltung jedes Menschen und des ganzen Menschen, der
nicht blob für sich alleinstehend, sondern auch und besonders im Rahmen
einer solidarischen und harmonischen Entwicklung aller Mitglieder einer Nation
und aller Völker der Erde zu verstehen ist.132
Schlieblich mub die Evangelisierung alles
offenlegen und bekämpfen, was den Menschen entwürdigt und
zerstört. »Die Durchführung des Verkündigungsauftrages im
sozialen Bereich, der ein Aspekt der prophetischen Dimension der Kirche
ist, umfabt auch die Offenlegung der Übel und Ungerechtigkeiten. Doch ist
die Klarstellung angebracht, dab Verkündigung wichtiger ist als Anklage,
und dab diese nicht von jener absehen darf, da sie nur von dort ihre wahre
Berechtigung und die Kraft einer höchsten Motivation erhält«.133
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