Soziale
Kommunikationsmittel
71. »Seit jeher ist Gott charakterisiert
durch seinen Willen sich mitzuteilen. Er tut dies auf verschiedenste Weise.
Allen beseelten oder unbeseelten Geschöpfen schenkt er das Leben.
Besonders zum Menschen knüpft er bevorzugte Beziehungen. ?Viele Male und
auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die
Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn' (Hebr
1, 1-2)«.134 Das Wort Gottes ist seiner Natur nach Wort, Dialog und
Kommunikation. Er ist gekommen, um einerseits die Kommunikation und die
Beziehungen zwischen Gott und den Menschen und andererseits die der Menschen
untereinander wiederherzustellen.
Die Massenmedien haben die Aufmerksamkeit
der Synode unter zwei wichtigen und sich ergänzenden Aspekten auf sich
gezogen: als aufkommendes neues Kulturphänomen und als eine Gesamtheit von
Mitteln im Dienst an der Kommunikation. Sie stellen von Anfang an eine neue
Kultur dar, die ihre eigene Sprache und vor allem eigene spezifische Werte und
Unwerte hat. Daher müssen sie, wie alle Kulturen, evangelisiert werden.135
In unseren Tagen stellen die Massenmedien in
der Tat nicht nur eine Welt, sondern eine Kultur und Zivilisation dar. Und auch
in diese Welt wird die Kirche gesandt, um ihr die Frohe Botschaft vom Heil zu
bringen. Die Boten des Evangeliums müssen also eintreten und sich
von dieser neuen Zivilisation und Kultur durchdringen lassen, doch zu
dem Zweck, sich ihrer auf passende Weise zu bedienen. »Der erste Areopag
der neuen Zeit ist die Welt der Kommunikation, die die Menschheit immer
mehr eint und, wie man zu sagen pflegt, zu einem ?Weltdorf' macht. Die
Massenmedien spielen eine derartig wichtige Rolle, dab sie für viele zum
Hauptinstrument der Information und Bildung, der Führung und Beratung
für individuelles, familiäres und soziales Verhalten geworden
sind«.136
Die Ausbildung zum Gebrauch der Massenmedien
ist daher eine Notwendigkeit; das gilt nicht nur für den, der das
Evangelium verkündet und der unter anderem über den
Kommunikationsstil verfügen mub, sondern auch für den Leser, den
Rundfunkhörer und das Fernsehpublikum, die auf Grund einer
Schulung zum Verständnis der jeweiligen Kommunikationsart imstande sein
sollen, deren Beiträge kritisch zu beurteilen.
In Afrika, wo die mündliche
Weitergabe eines der Wesensmerkmale der Kultur darstellt, kommt einer
solchen Ausbildung eine grundlegende Bedeutung zu. Eben dieser
Kommunikationstyp mub die Hirten, besonders die Bischöfe und die Priester,
daran erinnern, dab die Kirche gesandt ist, zu sprechen, durch Wort und
Zeichen das Evangelium zu verkünden. Sie kann also nicht schweigen auf
die Gefahr hin, ihren Auftrag nicht zu erfüllen; es sei denn, dab unter
bestimmten Umständen gerade das Schweigen eine Form des Sprechens und Zeugnisgebens
wäre. Wir müssen also immer, bei jeder Gelegenheit das Wort
verkünden, ob man es hören will oder nicht (vgl. 2 Tim 4, 2),
um aufzubauen in Liebe und Wahrheit.
|