Den Glauben vertiefen
76. Die Kirche in Afrika mub, um
Trägerin der Evangelisierung zu sein, »damit beginnen, sich selbst zu
evangelisieren [...]. Sie mub unablässig selbst vernehmen, was sie glauben
mub, welches die Gründe ihrer Hoffnung sind und was das neue Gebot der
Liebe ist. Als Volk Gottes, das mitten in dieser Welt lebt und oft durch deren
Idole versucht wird, mub die Kirche immer wieder die Verkündigung der
Grobtaten Gottes hören«.145
Im heutigen Afrika »ist die Glaubensbildung
[...] nur allzu oft im ersten Anfangsstadium steckengeblieben, und die Sekten
nützen diese Unwissenheit schonungslos aus«.146 Es bedarf daher dringend
einer ernsthaften Glaubensvertiefung, weil die rasche Entwicklung der
Gesellschaft immer neue Herausforderungen mit sich bringt. Die wichtigsten
Phänomene in diesem Zusammenhang sind Entwurzelung der Familien,
Verstädterung und Arbeitslosigkeit, verbunden mit materiellen Versuchungen
aller Art, sowie eine gewisse Säkularisierung und eine intellektuelle
Erschütterung, die eine Lawine unkritisch hingenommener, von den Medien
verbreiteter Ideen auslöst.147
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