Die Kraft des
Zeugnisses
77. Ziel der Glaubensbildung mub es sein,
den Christen nicht nur ein technisches Geschick zur besseren Weitergabe der
Glaubensinhalte zu vermitteln, sondern auch eine tiefe persönliche
Überzeugung, um von diesen Inhalten wirksam im Leben Zeugnis zu geben.
Alle, die zur Verkündigung des Evangeliums berufen sind, sollen sich daher
bemühen, in vollständiger Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen
Geist zu handeln. Denn er ist es, der »heute wie in den Anfängen der
Kirche in all jenen am Werk ist, die das Evangelium verkünden und sich von
ihm ergreifen und führen lassen«.148 »Die Methoden der Evangelisierung
sind sicher nützlich, doch können auch die vollkommensten unter ihnen
das verborgene Wirken des Heiligen Geistes nicht ersetzen. Ohne ihn richtet
auch die geschickteste Vorbereitung des Verkündigers nichts aus. Ohne ihn
bleibt auch die überzeugendste Dialektik bei den Menschen wirkungslos.
Ohne ihn erweisen sich auch die höchstentwickelten soziologischen und
psychologischen Methoden als wert- und inhaltslos«.149
In Afrika kommt es heute wesentlich auf ein
wahrhaftiges Zeugnis von seiten der Gläubigen an, um den Glauben
authentisch zu verkünden. Besonders ist es unerläblich, dab sie
Zeugnis geben von einer aufrichtigen wechselseitigen Liebe. »?Das ist das ewige
Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du
gesandt hast' (Joh 17, 3). Letzter Sinn der Sendung ist es, Anteil zu
geben an der Gemeinschaft, die zwischen Vater und Sohn besteht. Die Jünger
sollen die Einheit untereinander leben, sie sollen im Vater und im Sohn
?bleiben', damit die Welt erkennt und glaubt (vgl. Joh 17, 21-23). Dies
ist ein bezeichnender missionarischer Text, der begreifen läbt: Missionar
ist man zuallererst durch das, was man ist, als Kirche, die zutiefst die
Einheit in der Liebe lebt, bevor man es ist durch das, was man sagt oder tut«.150
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