Den Glauben
inkulturieren
78. Aus der tiefen Überzeugung, dab
»die Synthese zwischen Kultur und Glauben nicht nur eine Forderung der Kultur,
sondern auch des Glaubens ist«, weil »ein Glaube, der nicht zu Kultur wird, ein
Glaube ist, der nicht voll angenommen, nicht unverkürzt gedacht, nicht
getreu gelebt wird«,151 hat die Sonderversammlung für Afrika der
Bischofssynode die Inkulturation zu einer Priorität und Dringlichkeit im
Leben der Teilkirchen in Afrika erklärt: nur so kann das Evangelium in den
christlichen Gemeinden des Kontinents feste Wurzeln fassen. Im Gefolge des II.
Vatikanischen Konzils152 erklärten die Synodenväter die Inkulturation
als einen Prozeb, der die ganze Weite des christlichen Lebens umfabt —
Theologie, Liturgie, Gewohnheiten und Strukturen —, ohne natürlich das
göttliche Recht und die grobe Ordung der Kirche anzurühren, die im
Lauf der Jahrhunderte durch auberordentliche Leistungen der Tugend und des
Heroismus bestätigt worden ist.153
Die Herausforderung der Inkulturation in
Afrika besteht darin zu bewirken, dab die Jünger Christi die Botschaft des
Evangeliums immer besser aufnehmen und dabei doch allen echten afrikanischen
Werten treu bleiben. Den Glauben in sämtlichen Bereichen des christlichen
und menschlichen Lebens zu inkulturieren stellt freilich eine schwierige
Aufgabe dar, zu deren Lösung der Beistand des Geistes des Herrn notwendig
ist, der die Kirche in die ganze Wahrheit einführt (vgl. Joh 16,
13).
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