Eine versöhnte
Gemeinschaft
79. Die Herausforderung des Dialogs ist im
Grunde genommen die Herausforderung der Umwandlung der Beziehungen zwischen den
Menschen, zwischen den Nationen und zwischen den Völkern im
religiösen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben.
Es ist die Herausforderung der Liebe Christi zu allen Menschen, einer Liebe,
die der Jünger in seinem Leben wiedergeben soll: »Daran werden alle
erkennen, dab ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,
35).
«Die Evangelisierung setzt den Dialog Gottes
mit der Menschheit fort, einen Dialog, der seinen Höhepunkt in der Person
Jesu Christi erreicht«.154 Durch das Kreuz hat er in sich selbst die
Feindschaft zerstört (vgl. Eph 2, 16), die die Menschen voneinander
trennt und entfernt.
Freilich ist trotz der heutigen Zivilisation
des »Weltdorfes« in Afrika wie anderswo auf der Welt der Geist des Dialogs, des
Friedens und der Versöhnung noch weit davon entfernt, in den Herzen aller
Menschen zu wohnen. Kriege, Konflikte, rassistische und fremdenfeindliche
Haltungen beherrschen noch immer allzu sehr die Welt der menschlichen
Beziehungen.
Die Kirche in Afrika empfindet das
Bedürfnis, durch das Zeugnis ihrer Söhne und Töchter für
alle zum Ort einer echten Versöhnung zu werden. Wenn sie sich gegenseitig
verziehen und miteinander versöhnt haben, werden sie der Welt die
Vergebung und die Versöhnung bringen können, die Christus, unser
Friede (vgl. Eph 2, 14), der Menschheit durch seine Kirche anbietet.
Andernfalls wird die Welt immer mehr einem Schlachtfeld gleichen, wo allein
egoistische Interessen zählen und wo das Gesetz der Stärke regiert,
das die Menschheit unseligerweise von der erwünschten Zivilisation der
Liebe entfernt.
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