Würde und Rolle
der Ehe
83. Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist,
ist die Liebe (vgl. 1 Joh 4, 8). »Die Gemeinschaft zwischen Gott und den
Menschen findet ihre endgültige Erfüllung in Jesus Christus, dem
liebenden Bräutigam, der sich hingibt als Erlöser der Menschheit und
sie als seinen Leib mit sich vereint. Er offenbart die Urwahrheit über die
Ehe, die Wahrheit des ?Anfangs', und macht den Menschen fähig, sie
vollends zu verwirklichen, indem er ihn von seiner Herzenshärte befreit.
Diese Offenbarung gelangt zur endgültigen Vollendung in der Liebesgabe,
die das göttliche Wort der Menschheit macht, indem es die menschliche
Natur annimmt, und im Opfer, mit dem Jesus Christus sich am Kreuz für
seine Braut, die Kirche, darbringt. In diesem Opfer wird der Plan
vollständig enthüllt, den Gott dem Menschsein des Mannes und der Frau
seit ihrer Schöpfung eingeprägt hat (vgl. Eph 5, 32-33); die
Ehe der Getauften wird so zum Realsymbol des neuen und ewigen Bundes, der
im Blut Christi geschlossen wurde«.162
Die gegenseitige Liebe zwischen den
getauften Eheleuten offenbart die Liebe Christi und der Kirche. Als Zeichen der
Liebe Christi ist die Ehe ein Sakrament des Neuen Bundes: »Die Eheleute
sind für die Kirche eine ständige Erinnerung an das, was am
Kreuz geschehen ist. Sie sind füreinander und für die Kinder Zeugen
des Heils, an dem sie durch das Sakrament teilhaben. Wie jedes andere
Sakrament ist die Ehe Gedächtnis, Vollzug und Prophetie des
Heilsgeschehens«.163
Sie ist daher ein Lebensstand, ein Weg
christlicher Heiligkeit, eine Berufung, die zur glorreichen Auferstehung und zu
dem Reich führen soll, wo »die Menschen nicht mehr heiraten« (Mt 22,
30). Dank dieser ihrer Beständigkeit vermag sie wirksam zur vollen
Verwirklichung der aus der Taufe erwachsenen Berufung der Eheleute beizutragen.
|