Die
kirchliche Dimension des Zeugnisses
106. Unter
Betonung der kirchlichen Dimension dieses Zeugnisses erklärten die
Synodenväter feierlich: »Die Kirche wird weiterhin ihre prophetische Rolle
erfüllen und die Stimme derer sein, die keine Stimme haben«.208
Um das aber
wirksam in die Tat umzusetzen, mub die Kirche als Glaubensgemeinschaft auch in
ihren eigenen Strukturen und in den Beziehungen ihrer Mitglieder untereinander
ein unbeugsamer Zeuge der Gerechtigkeit und des Friedens sein. Die Botschaft
der Synode erklärt mutig: »Die afrikanischen Kirchen haben auch
zugegeben, dab in ihrem Bereich gegenüber denen, die in ihrem Dienst
stehen, nicht immer die Gerechtigkeit geachtet wird. Die Kirche mub Zeuge der
Gerechtigkeit sein und anerkennt deshalb, dab jeder, der es wagt, zu den
Menschen von Gerechtigkeit zu sprechen, sich selbst bemühen mub, in deren
Augen gerecht zu sein. Daher müssen
die Vorgehensweisen, die Güter und der Lebensstil der Kirche
sorgfältig überprüft werden«.209
Was die Förderung der Gerechtigkeit und
insbesondere die Verteidigung der menschlichen Grundrechte betrifft, darf das
Apostolat der Kirche nicht der Improvisation überlassen bleiben.
Angesichts der Tatsache, dab in zahlreichen Ländern Afrikas offenkundige
Verletzungen der Würde und der Rechte des Menschen begangen werden,
ersuche ich die Bischofskonferenzen, überall dort, wo es noch keine gibt,
Kommissionen für »Gerechtigkeit und Frieden« einzurichten, und zwar auf
den verschiedenen Ebenen. Sie sollen die Christengemeinden empfänglich
machen für die ihnen aus dem Evangelium erwachsenden Verantwortlichkeiten
bezüglich der Verteidigung der Menschenrechte.210
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