137. Die Kirche in Afrika
teilt mit der Universalkirche »die hohe Berufung, zuallererst bei sich selber
jenseits ethnischer, kultureller, nationaler, sozialer und anderer Unterschiede
die Einheit des Menschengeschlechts zu verwirklichen, um eben die
Vergänglichkeit dieser durch das Kreuz Christi aufgehobenen Unterschiede
aufzuzeigen«.261 Dadurch, dab sie der Berufung entspricht, in der Welt das
erlöste und versöhnte Volk zu sein, trägt die Kirche zu einer
brüderlichen Koexistenz zwischen den Völkern bei und überwindet
damit die durch Rasse und Nationalität bedingten Unterschiede.
Mit Rücksicht auf die besondere
Berufung, die der Kirche von ihrem göttlichen Stifter aufgetragen wurde,
bitte ich die Gemeinschaft der Katholiken in Afrika eindringlich, vor der
ganzen Menschheit ein glaubwürdiges Zeugnis des christlichen
Universalismus abzugeben, der Gottes Väterlichkeit entspringt. »Alle in
Gott erschaffenen Menschen haben denselben Ursprung; wie grob ihre
geographische Zersplitterung oder die Heraushebung ihrer Unterschiede im Laufe
der Geschichte auch immer gewesen sein mag, sie sind dazu bestimmt, entsprechend
dem ?im Anfang' gefabten Plan Gottes eine einzige Familie zu bilden«.262 Die
Kirche in Afrika ist aufgerufen, aus Liebe auf jeden Menschen zuzugehen, in dem
festen Glauben, dab »sich der Sohn Gottes in seiner Menschwerdung gewissermaben
mit jedem Menschen vereinigt hat«.263
Afrika mub insbesondere seinen Beitrag zur
ökumenischen Bewegung leisten, deren Dringlichkeit im Hinblick auf das
dritte Jahrtausend ich in der Enzyklika Ut unum sint erst kürzlich
hervorgehoben habe.264 Afrika kann sicherlich auch im Dialog zwischen den
Religionen eine wichtige Rolle spielen, vor allem bei der Pflege intensiver
Beziehungen zu den Moslems und bei der Förderung einer respektvollen
Achtung gegenüber den Werten der traditionellen afrikanischen Religion.
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