139. Indem die Kirche ohne
Diskriminierung in Verbindung mit den Völkern der Welt tritt, bringt sie
im Dialog mit den verschiedenen Kulturen diese einander näher und hilft
jedem von ihnen, die echten Werte der anderen im Glauben anzunehmen.
Die Kirche in Afrika, die zur Zusammenarbeit
mit jedem Menschen guten Willens und mit der internationalen Gemeinschaft
bereit ist, sucht keine Vorteile für sich selbst. Die Solidarität,
die sie zum Ausdruck bringt, »strebt danach, sich selbst zu übersteigen,
um die spezifisch christlichen Dimensionen des völligen
Ungeschuldetseins, der Vergebung und der Versöhnung anzunehmen«.266 Die
Kirche versucht, zur Umkehr der Menschheit dadurch beizutragen, dab sie sie
veranlabt, sich dem Heilsplan Gottes durch das evangelische Zeugnis zu
öffnen, ein Zeugnis, das begleitet ist vom karitativen Wirken im Dienst
der Armen und Geringsten. Und dabei verliert sie nie den Vorrang des
Transzendenten und jener geistlichen Wirklichkeiten aus den Augen, die die
Anfänge des ewigen Heils des Menschen darstellen.
Während der Debatten über die
Solidarität der Kirche gegenüber den Völkern und Nationen waren
sich die Synodenväter zu jedem Zeitpunkt bewubt, dab »der irdische
Fortschritt eindeutig vom Wachstum des Reiches Christi zu unterscheiden ist«
und dab »er doch grobe Bedeutung für das Reich Christi [hat], insofern er
zu einer besseren Ordnung der menschlichen Gesellschaft beitragen kann«.267
Gerade deswegen ist die Kirche in Afrika — und die Arbeit der Sonderversammlung
hat dies deutlich gezeigt — überzeugt, dab die Erwartung der
endgültigen Wiederkunft Christi »niemals eine Entschuldigung dafür
sein kann, sich nicht für die Menschen in ihrer konkreten
persönlichen Lage und ihrem gesellschaftlichen Leben zu interessieren, und
dies auf nationaler wie auf internationaler Ebene«,268 denn die irdischen Bedingtheiten
beeinflussen den Pilgerweg des Menschen zur Ewigkeit.
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