Erste Phase
31. In einer die Förderung des materiellen
und geistigen Wohlergehens des Kontinents betreffenden Botschaft an die
Bischöfe und an alle Völker Afrikas erinnerte mein verehrter
Vorgänger Paul VI. in Worten von historischer Bedeutung an die ruhmreiche
und glanzvolle christliche Vergangenheit Afrikas: »Wir denken an die
christlichen Kirchen Afrikas, deren Ursprung in die apostolische Zeit
zurückreicht und der Überlieferung nach mit dem Namen und der Lehre
des Evangelisten Markus verbunden ist. Wir denken an die zahllose Schar von Heiligen,
Märtyrern, Bekennern, Jungfrauen, die ihnen angehören.
Tatsächlich gab es zwischen dem zweiten und vierten Jahrhundert in den
nördlichen Regionen Afrikas ein intensives christliches Leben, das sowohl
in der theologischen Forschung wie in der literarischen Ausdrucksweise
führend war. Da fallen uns die Namen der groben Gelehrten und
Schriftsteller ein, wie Origenes, die hll. Athanasius und Kyrillos, Leuchten
der alexandrinischen Schule, und am anderen Ende der afrikanischen
Mittelmeerküste Tertullian, der hl. Cyprian und vor allem der hl.
Augustinus, eine der leuchtendsten Gestalten der Christenheit. Wir werden an
die groben Wüstenheiligen erinnert, Paulus, Antonius, Pachomius, die
ersten Begründer des Mönchtums, das sich dann nach ihrem Vorbild im
Osten und im Abendland verbreitete. Und unter den vielen anderen wollen wir den
Namen des hl. Frumentius, genannt Abba Salama, nicht vergessen, der, vom hl.
Athanasius zum Bischof geweiht, der Apostel Äthiopiens war«.37
Während dieser ersten Jahrhunderte der Kirche in Afrika haben auch einige
Frauen Zeugnis von Christus abgelegt. Unter ihnen verdienen besondere
Erwähnung die hll. Felicitas und Perpetua, die hl. Monika und die hl.
Thekla.
»Diese leuchtenden Beispiele sowie auch die
Gestalten der heiligen afrikanischen Päpste Victor I., Miltiades und
Gelasius I. gehören zum gemeinsamen Erbe der Kirche, und die Schriften der
christlichen Autoren Afrikas sind noch heute grundlegend für eine
Vertiefung der Heilsgeschichte im Lichte des Wortes Gottes. Mit der Erinnerung
an die antike Glanzzeit des christlichen Afrika möchten wir unsere tiefe
Achtung gegenüber den Kirchen zum Ausdruck bringen, mit denen wir nicht in
voller Gemeinschaft stehen: der griechischen Kirche des Patriarchats von
Alexandrien, der koptischen Kirche Ägyptens und der äthiopischen
Kirche, die den Ursprung und das lehrmäbige und spirituelle Erbe der
groben Kirchenväter und Heiligen nicht nur ihres Landes, sondern der
ganzen alten Kirche mit der katholischen Kirche gemeinsam haben. Sie haben viel
getan und gelitten, um den christlichen Namen in Afrika durch die
Wechselfälle der Zeiten hindurch lebendig zu erhalten«.38 Diese Kirchen
erbringen noch heute das Zeugnis für die christliche Lebenskraft, die sie
aus ihren apostolischen Wurzeln besonders in Ägypten und in Äthiopien
und, bis zum 17. Jahrhundert, in Nubien schöpfen. Auf dem übrigen
Kontinent begann damals ein zweiter Abschnitt der Evangelisierung.
|