Zweite Phase
32. Im 15. und 16. Jahrhundert war die
Erforschung der afrikanischen Küste durch die Portugiesen schon bald von
der Evangelisierung der südlich der Sahara gelegenen Gebiete Afrikas
begleitet. Dieses Bemühen betraf unter anderen die Gebiete der heutigen
Staaten Benin, Sâo Tomé, Angola, Mozambique und Madagaskar.
Am Pfingstsonntag, dem 7. Juni 1992, habe
ich anläblich der 500-Jahrfeier der Evangelisierung Angolas in Luanda
unter anderem gesagt: »Die Apostelgeschichte nennt mit Namen die Bewohner der
verschiedenen Gegenden, die unmittelbar an der Geburt der Kirche unter dem
Wirken und Wehen des Heiligen Geistes teilnahmen. Und alle sagten: ?Wir
hören sie in unserer Sprache Gottes grobe Taten verkünden' (Apg 2,11).
Vor fünfhundert Jahren traten in diesen Chor der Sprachen auch die
Völkerschaften Angolas ein. Damals hat sich in eurer afrikanischen Heimat
der Pfingsttag von Jerusalem erneuert. Eure Vorfahren hörten die
Frohbotschaft, die die Sprache des Geistes ist. Ihre Herzen nahmen zum ersten
Mal dieses Wort auf, und sie neigten ihr Haupt unter dem Wasser des
Taufbrunnens, in dem der Mensch unter dem Wirken des Heiligen Geistes zusammen
mit dem gekreuzigten Christus stirbt und zum neuen Leben in seiner Auferstehung
wiedergeboren wird [...]. Es war gewib der gleiche Geist, der diese Männer
des Glaubens, die ersten Missionare, angetrieben hat, die im Jahre 1491 an der
Mündung des Flusses Zaire in Pinda an Land gingen und ein wirklich
grobartiges Missionswerk begannen. Es war der Heilige Geist, der auf seine
Weise in den Herzen der Menschen wirkt, der den groben König von Kongo,
Nzinga-a-Nkuwu, veranlabte, um Missionare für die Verkündigung des
Evangeliums zu bitten. Es war der Heilige Geist, der im Leben jener vier ersten
Christen von Angola am Werk war, die nach der Rückkehr aus Europa den Wert
des christlichen Glaubens bezeugten. Nach den ersten Missionaren kamen viele
weitere aus Portugal und anderen europäischen Ländern, um das
begonnene Werk weiterzuführen, auszuweiten und zu festigen«.39
In dieser Zeit wurde eine gewisse Anzahl von
Bischofssitzen errichtet, und eine der ersten Taten dieses missionarischen
Einsatzes war im Jahr 1518 in Rom die Weihe von Don Henrique, Sohn des
kongolesischen Königs Alphons I., zum Titularbischof von Utica durch Papst
Leo X. Don Henrique wurde so der erste einheimische Bischof Schwarzafrikas.
In jener Epoche, genau im Jahr 1622,
errichtete mein Vorgänger Gregor XV. als ständige Einrichtung die
Kongregation De Propaganda Fide zum Zweck einer besseren Organisation
und Weiterentwicklung der Missionen.
Wegen verschiedenartiger Schwierigkeiten
fand die zweite Phase der Evangelisierung Afrikas im 18. Jahrhundert mit der
Auslöschung nahezu aller Missionen in den südlich der Sahara
gelegenen Regionen ein jähes Ende.
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