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EINLEITUNG
Die
Wunder des göttlichen Planes in Asien
1. Die Kirche
in Asien preist »Gott, der uns Rettung bringt« (Ps 68,21), denn er hat
asiatischen Boden gewählt, um durch Männer und Frauen dieses
Kontinents die Verwirklichung seines Heilsplans einzuleiten. In Asien
nämlich nahm die Offenbarung und Erfüllung des göttlichen
Erlösungsplanes ihren Anfang. Gott führte die Patriarchen (vgl. Gen
12) und berief Mose, sein Volk aus der Sklaverei zu befreien (vgl. Ex
3,10). Durch zahlreiche Propheten, Richter, Könige und unerschrockene Frauen
des Glaubens sprach er zu seinem auserwählten Volk. »Als aber die Zeit
erfüllt war« (Gal 4,4), sandte er seinen eingeborenen Sohn, Jesus
Christus, den Erlöser, der als Asiate zur Welt kam! Voll Freude über
die Hochherzigkeit der Menschen des Kontinents, ihre Kulturen und
religiöse Vitalität und gleichzeitig im Bewußtsein der
Einzigartigkeit des für das Wohl aller empfangenen Geschenks des Glaubens,
verkündet die Kirche in Asien ohne Unterlaß: »Danket dem Herrn, denn
er ist gütig, denn seine Huld währt ewig« (Ps 118,1).
Weil nun Jesus
im Heiligen Land zur Welt kam, dort lebte, starb und auferstand, wurde dieser
kleine Teil Westasiens Boden der Verheißung und Hoffnung für die
gesamte Menschheit. Jesus kannte und liebte dieses Land, machte sich die
Geschichte, die Nöte und Hoffnungen jenes Volkes zu eigen; er liebte die
Menschen, übernahm die Traditionen und das jüdische Erbe. In
frühester Zeit hat Gott bereits dieses Volk auserwählt und sich ihm
zur Vorbereitung auf das Kommen des Erlösers offenbart. Als Verkünderin
des Evangeliums und gestärkt durch die Macht des Heiligen Geistes zog die
Kirche von diesem Land hinaus in alle Welt: »um alle Völker zu meinen
Jüngern zu machen« (vgl. Mt 28,19). Zusammen mit der überall
verbreiteten kirchlichen Gemeinschaft wird die Kirche in Asien die Schwelle des
dritten christlichen Jahrtausends überschreiten und voll Staunen auf das
schauen, was Gott von Anfang an bis heute geschaffen hat, gestärkt durch
das Bewußtsein, daß, »wie im ersten Jahrtausend das Kreuz auf dem
Boden Europas gepflanzt wurde und im zweiten Jahrtausend auf dem Amerikas und
Afrikas, wir beten [können], daß im dritten Jahrtausend eine
große Glaubensernte auf diesem ausgedehnten und so lebendigen Kontinent
reifen möge«.(1)
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