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Erziehung und Bildung
37. In ganz Asien ist der umfangreiche Einsatz der Kirche auf dem Erziehungs-
und Bildungssektor überall deutlich sichtbar und somit ein wesentliches
Element ihrer Gegenwart unter den Völkern des Kontinents. In vielen Ländern haben die
katholischen Schulen eine wichtige Rolle im Bereich der Evangelisierung; ihre
Aufgabe ist die Inkulturation des Glaubens, die Vermittlung einer von Offenheit
und Achtung geprägten Haltung und die Förderung interreligiöser
Verständigung. Kirchliche Schulen bieten oft die einzigen Ausbildungsmöglichkeiten
für Mädchen, ethnische Minderheiten, die arme Landbevölkerung
und unterprivilegierte Kinder. Die Synodenväter sind von der Notwendigkeit
der Ausdehnung und Weiterentwicklung des Bildungsapostolats in Asien überzeugt,
vor allem im Hinblick auf die Benachteiligten, denen geholfen werden muß,
jenen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, der ihnen als vollberechtigte Bürger
zusteht.(187) Das
bedeutet, wie die Synodenväter betonten, daß das katholische
Erziehungs- und Bildungssystem noch eindeutiger auf die Entfaltung des Menschen
ausgerichtet und eine Umgebung sein muß, wo den Schülern nicht nur
formale Elemente der Bildung erteilt werden, sondern eine eher allgemeine, auf
der Lehre Christi begründete ganzheitliche menschliche Bildung.(188) Die katholische Schule sollte
auch weiterhin ein Ort sein, wo der Glaube frei vermittelt und empfangen werden
kann. Ebenso sollten auch die katholischen Universitäten nicht nur ihr
bereits wohlbekanntes hervorragendes akademisches Niveau aufrechterhalten,
sondern auch eine klare christliche Identität bewahren, um in den
asiatischen Gesellschaften christlicher Sauerteig zu sein.(189)
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