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Globalisierung
39. Im Hinblick auf die Frage der menschlichen Entwicklung in Asien
bekräftigten die Synodenväter die Bedeutung des wirtschaftlichen
Globalisierungsprozesses. Obwohl sie die zahlreichen positiven Aspekte der
Globalisierung berücksichtigten, konnten die Synodenväter jedoch
nicht die Tatsache ignorieren, daß sie sich aufgrund der ihr eigenen
Tendenz, ärmere Nationen an den Rand internationaler wirtschaftlicher und
politischer Beziehungen zu drängen, als nachteilig erwiesen hat für
die Armen.(193) Zahlreiche
asiatische Länder sind nicht in der Lage, sich einer globalen
Marktwirtschaft anzuschließen. Noch bedeutsamer ist vielleicht der Aspekt
einer durch moderne Kommunikationsmittel ermöglichten kulturellen
Globalisierung: in kürzester Zeit verwandelt sie die asiatischen
Gesellschaften in konsumorientierte Kulturen globaler, verweltlichter, materialistischer
Prägung, die für die Zerstörung jener traditionellen Familien
und gesellschaftlichen Werte verantwortlich ist, die bis heute Völker und
Gesellschaften gestützt haben. All das zeigt deutlich, daß die ethischen und moralischen Aspekte
der Globalisierung eine direkte Herausforderung für die Verantwortlichen
der Nationen und die für die menschliche Entwicklung arbeitenden
Organisationen sind.
Die Kirche unterstreicht
die Notwendigkeit einer »Globalisierung ohne Ausgrenzung«.(194) Zusammen mit den Synodenvätern
rufe ich die Teilkirchen in aller Welt, insbesondere die der westlichen
Regionen, auf, sich dafür einzusetzen, daß die Soziallehre der
Kirche gebührenden Einfluß habe auf die Formulierung ethischer und
rechtlicher Normen für die weltweite Regelung der freien Marktwirtschaft
und der sozialen Kommunikationsmittel. Katholische Verantwortliche und Experten
sollten Finanz- und Handelseinrichtungen auf nationaler und internationaler
Ebene darin bestärken, diese Normen anzuerkennen und zu achten.(195)
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