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Die Laien
45. Wie das II. Vatikanische Konzil ausdrücklich betont, sind die Laien
durch die ihnen eigene Berufung eng mit allen zeitlichen Din-gen verbunden, um
die verschiedensten Aufgaben auszuüben, denn Gott hat sie berufen, das
Evangelium Christi in der Welt zu verkünden.(219) Durch die bei Taufe und Firmung empfangenen Gnaden
und die Berufung sind alle Laien Missionare, und der Bereich ihrer
missionarischen Tätigkeit ist die breite und komplexe Welt der Politik,
der Wirtschaft, der Industrie, der Erziehung und Aus-bildung, der
Kommunikationsmittel, der Wissenschaft, der Technologie, der Künste und
des Sports. In vielen Ländern
des Kontinents sind Laien bereits auf wahrhaft missionarische Art und Weise tätig,
indem sie jene Landsleute aufsuchen, die sonst nicht mit dem Klerus oder mit
Ordensleuten in Berührung gekommen wären . (220) Ihnen möchte ich im Namen
der ganzen Kirche danken, und ich möchte alle Laien ermutigen, wo immer
sie auch sein mögen, die ihnen eigene Rolle als Zeugen Christi im Leben
und in der Sendung des Gottesvolkes zu übernehmen.
Es ist Auf gabe der Hirten,
die Laien zu Verkündern des Evangeliums auszubilden, damit sie den
Herausforderungen der heutigen Welt nicht nur durch weltliche Weisheit und
Effizienz begegnen können, sondern mit einem durch die Wahrheit Christi
erneuerten und gestärkten Herzen.(221) Als Zeugen des Evangeliums in
allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens können Laien auf
einzigartige Weise zur Ausrottung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung
beitragen, eine weitere Aufgabe, die eine angemessene Vorbereitung er fordert.
Zu diesem Zweck möchte ich in Übereinstimmung mit den Synodenvätern
die Einrichtung von Ausbildungszentren für Laien auf diözesaner oder
nationaler Ebene anregen, um sie als Zeugen Christi für die missionarische
Tätigkeit im heutigen Asien vorzubereiten.(222)
Ein ganz besonderes
Anliegen der Synodenväter war das Anteilnehmen der Kirche, damit sich
niemand in ihr ausgeschlossen fühle; ferner waren sie der Ansicht, daß
eine größere Beteiligung der Frauen im Leben und Auftrag der Kirche
eine wirklich dringende Notwendigkeit sei. »Die Frau hat eine ganz besondere
Begabung zur Weitergabe des Glaubens, so daß Jesus selbst sie zur
Evangelisierung ruft. So geschieht es mit der Samariterin, der Jesus beim
›Jakobsbrunnen‹ begegnet und die er als erste zur Verbreitung des neuen
Glaubens im nichtjüdischen Bereich erwählt.«(223) Um ihren Dienst in der Kirche
hervorzuheben, muß Frauen mehr Gelegenheit geboten werden, Theologie- und
andere Studienkurse zu besuchen; die Männer in den Seminaren und Bildungshäusern
müssen hingegen lernen, Frauen als Mitarbeiterinnen im Apostolat zu
betrachten.(224) Sie
sollten auf wirksamere Art und Weise an Pastoralprogrammen, Pastoralräten
auf Diözesan- und Pfarrgemeinde-ebene und an Diözesansynoden
beteiligt werden. Ihre Fähigkeit zu dienen sollte im Bereich des
Gesundheitswesens, der Erziehung, zur Vorbereitung der Gläubigen auf die
Sakramente, beim Aufbau der Gemeinde und zur Förderung des Friedens hoch
bewertet werden. Wie die Synodenväter betonten, trägt die Präsenz
der Frauen in der kirchlichen Sendung der Liebe und des Dienens weitgehend dazu
bei, der asiatischen Bevölkerung, insbesondere den Armen und
Ausgeschlossenen, Jesus in seiner unendlichen Barmherzigkeit, seiner heilenden
und versöhnenden Kraft näherzubringen.(225)
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