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Die soziale Kommunikation
48. In einer Zeit der Globalisierung spielen die »Mittel der sozialen
Kommunikation eine derart wichtige Rolle, daß sie für viele zum
Hauptinstrument der Information und Bildung, der Führung und Beratung
für individuelles, familiäres und soziales Verhalten geworden sind.
Vor allem die neuen Generationen wachsen in einer davon geprägten Welt
auf«.(233) Die Welt beobachtet
das Aufkommen einer neuen Kultur, die »noch vor ihren Inhalten aus der Tatsache
selbst entsteht, daß es neue Arten der Mitteilung in Verbindung mit einer
neuen Sprache, mit neuen Techniken und mit neuen psychologischen Haltungen
gibt«.(234) Die
außergewöhnliche Rolle der sozialen Kommunikationsmittel für
die Prägung der Welt, der Kulturen und Denkweisen bewirkte in den
asiatischen Gesellschaften umfangreiche und rasche Veränderungen.
Auch der Evangelisierungsauftrag der Kirche steht unweigerlich unter der
tiefen Einwirkung der Massenmedien, die in Anbetracht ihrer wachsenden
Einflußnahme selbst in den abgelegensten Gebieten Asiens für die
Verkündigung des Evangeliums in jedem Winkel des Kontinents eine
große Hilfe sein können. »Doch genügt es nicht, sie nur zur
Verbreitung der christlichen Botschaft und der Lehre der Kirche zu benutzen;
sondern die Botschaft selbst muß in diese von der modernen Kommunikation
geschaffene ›neue Kultur‹ integriert werden.«(235)
Zu diesem Zweck muß die Kirche neue Methoden erforschen, um die
Massenmedien sorgfältig in die pastorale Planung und Tätigkeit
einzubeziehen, damit durch ihren wirksamen Einsatz die Kraft des Evangeliums
mehr und mehr Menschen und ganze Völker erreichen möge und die
asiatische Kultur mit den Werten des Gottesreiches durchtränkt werde.
Ich schließe mich dem Lob der Synodenväter für »Radio
Veritas Asia« an, die einzige Rundfunkstation der Kirche in Asien, und ihre
fast dreißigjährige über Rundfunk geleistete Arbeit für
die Evangelisierung. Wir müssen uns bemühen, dieses hervorragende
Missionsinstrument durch eine geeignete sprachliche Programmgestaltung, die
Entsendung von Mitarbeitern und finanzielle Unterstützung seitens der
asiatischen Bischofskonferenzen und Diözesen zu stärken.(236) Neben dem Rundfunk können
auch katholische Veröffentlichungen und Presseagenturen zur Verbreitung
von Informationen beitragen und für fortlaufende religiöse Erziehung
und Bildung auf dem ganzen Kontinent sorgen. Überall dort, wo Christen eine Minderheit bilden, können sie
wichtige Hilfsmittel zur Unterstützung und Festigung der katholischen
Identität sein und den Geist katholischer Moralprinzipien verbreiten.(237)
Im Hinblick auf die
Evangelisierung durch die sozialen Kommunikationsmittel, »den modernen
Aeropag«, schließe ich mich den Empfehlungen der Synodenväter an in
der Hoffnung, auf diese Weise der Entfaltung des Menschen, der Verbreitung der
Wahrheit Christi und der kirchlichen Lehre zu dienen.(238) Es wäre von Nutzen, wenn
jede Diözese im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Kommunikations- und
Medienbüro einrichten würde. Medienerziehung, einschließlich der
kritischen Bewertung der Medienproduktion, sollte in zunehmendem Maße zur
Ausbildung von Priestern, Seminaristen, Ordensleuten, Katechisten, Laien,
Studenten katholischer Schulen und Pfarrgemeinden gehören. Die starke
Einflußnahme und außerordentliche Wirkung der Massenmedien
erfordern die Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Mitgliedern anderer
Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften wie auch Anhängern anderer
Religionen, um spirituellen und moralischen Werten einen Platz in der
Medienwelt zu sichern. Gemeinsam mit den Synodenvätern unterstütze
ich die Entwicklung von Pastoralplänen für den Kommunikations- und
Medienbereich sowohl auf nationaler wie auch auf diözesaner Ebene unter
Berücksichtigung der Weisungen der Pastoralinstruktion Aetatis novae
und der in Asien vorherrschenden Verhältnisse.
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