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Die Märtyrer
49. So wichtig
Bildungsprogramme und Strategien auch sein mögen, am Ende ist es das
Martyrium, das die wahre Natur der christlichen Botschaft offenbart. Das
Wort »Märtyrer« selbst bedeutet Zeuge, und jene, die ihr Blut für
Christus vergossen haben, bezeugten den wahren Wert des Evangeliums bis zum Äußersten.
In der Verkündigungsbulle des Großen Jubiläums des Jahres 2000,
Incarnationis mysterium, habe ich darauf hingewiesen, wie wichtig es
ist, das Andenken der Märtyrer zu pflegen: »Vom psychologischen
Gesichtspunkt her ist das Martyrium der eindrucksvollste Beweis für die
Wahrheit des Glaubens, die selbst dem gewaltsamsten Tod ein menschliches
Gesicht zu geben vermag und ihre Schönheit auch in den grausamsten
Verfolgungen zum Ausdruck bringt.«(239) Im Laufe der Jahrhunderte hat der
asiatische Kontinent der Kirche und der Welt eine Vielzahl dieser Helden des
Glaubens geschenkt, und im Herzen Asiens erklingt der große Lobgesang: »Te
martyrum candidatus laudat exercitus« [Dich preist der Martyrer leuchtendes
Heer].« Das ist die Hymne jener, die in den ersten Jahrhunderten der Kirche für
Christus auf asiatischem Boden gestorben sind, und auch der freudige Ruf von Männern
und Frauen einer weniger entfernten Vergangenheit, Heilige wie Paulus Miki,
Lorenzo Ruiz, Andrea Dung Lac, Andrea Kim Taegon und ihre jeweilige Gefährten.
Mögen die zahlreichen alten und neuen Märtyrer Asiens der Kirche
ihres Kontinents stets vor Augen halten, was es bedeutet, Zeugnis zu geben für
das Lamm, in dessen Blut sie ihre Gewänder gewaschen und weiß
gemacht haben (vgl. Offb 7,14)! Mögen sie stets unbeugsame Zeugen
jener Tatsache sein, daß die Christen immer und überall berufen sind,
nichts anderes als das Kreuz des Herrn zu verkünden! Möge durch das
Blut der Märtyrer Asiens heute und immerfort in jedem Winkel des
Kontinents neues Leben für die Kirche entstehen.
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