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Einzigartigkeit und
Universalität der Erlösung in Jesus
14. Die Synodenväter
erinnerten daran, daß das vor aller Zeit existierende Wort, der
eingeborene und ewige Sohn Gottes, »immer schon in der Schöpfung, in der
Geschichte und in jedem nach Gutem strebenden Menschen gegenwärtig war«.(46) Durch das Wort, das bereits vor
der Menschwerdung in der Welt zugegen war, ist alles geschaffen worden (vgl. Joh
1,1–4.10; Kol 1,15–20). Aber als menschgewordenes Wort, das gelebt hat,
gestorben und von den Toten auferstanden ist, verkünden wir Jesus Christus
nun als Vollendung der gesamten Schöpfung, der ganzen Geschichte und des
menschlichen Verlangens nach der Fülle des Lebens.(47) Von den Toten auferstanden, »ist
er auf neue und geheimnisvolle Art und Weise in allen und in der ganzen Schöpfung
gegenwärtig«.(48) In
ihm »erfüllen und verwirklichen sich die wahren Werte jeder religiösen
und kulturellen Tradition, Werte wie Barmherzigkeit, demütiges Befolgen
des göttlichen Willens, Anteilnahme und Rechtschaffenheit, Gewaltlosigkeit
und Gerechtigkeit, Hingabe und harmonische Eintracht mit der Schöpfung«.(49) Vom Anfang bis zum Ende aller
Zeiten ist Jesus der einzige universale Mittler. Auch jenen, die nicht ausdrücklich
an ihn als Retter glauben, wird die Erlösung durch die vom Heiligen Geist vermittelte
Gnade zuteil.
Wir glauben, daß
Jesus Christus, wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch, der einzige Erlöser
ist, denn er allein – der Sohn – brachte den universalen Heilsplan zur
Vollendung. Als endgültiger Ausdruck der geheimnisvollen Liebe des Vaters
zu allen Menschen ist Jesus wirklich einzigartig, und »gerade diese
Einzigartigkeit Christi ist es, die ihm eine absolute und universale Bedeutung
verleiht, durch die er, obwohl selbst Teil der Geschichte, Mitte und Ziel der
Geschichte selbst ist«.(50)
Kein Mensch, keine Nation,
keine Kultur kann sich dem Aufruf Jesu Christi verschließen, der selbst
den Menschen aus dem Herzen spricht. »Er…spricht zu den Menschen auch als
Mensch: es ist seine Treue zur Wahrheit, seine Liebe, die alle umfaßt. Es
spricht ferner sein Tod am Kreuz, das heißt die unergründliche Tiefe
seines Leidens und der Verlassenheit.«(51) Seine menschliche Natur berücksichtigend,
finden die Völker Asiens die Antworten auf ihre tiefgreifendsten Fragen
und die Erfüllung ihrer Hoffnungen; die Festigung ihrer Würde und die
Überwindung ihrer Verzweiflung. Jesus ist die Frohbotschaft, die zu jeder
Zeit und überall an jene Menschen gerichtet ist, die nach der Bedeutung
ihrer Existenz und der Wahrheit ihres Menschseins suchen.
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