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Ioannes Paulus PP.II
Ecclesia in Asia

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  • KAPITEL V
    • Ökumenischer Dialog
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Ökumenischer Dialog

30. Der ökumenische Dialog ist eine Herausforderung und ein Ruf zur Umkehr für die ganze Kirche, besonders für die Kirche in Asien, wo die Menschen von den Christen ein deutlicheres Zeichen der Einheit erwarten. Die Gemeinschaft derer, die im Glauben Jesus Christus als den Herrn angenommen haben, muß wieder hergestellt werden, damit sich alle Völker in der Gnade Gottes versammeln können. Jesus selbst hat um die sichtbare Einheit seiner Jünger gebetet, und er hört nicht auf, sie zu dieser Einheit anzuregen, so daß die Welt glaubt, daß der Vater ihn gesandt hat (vgl. Joh 17,21)(148). Aber der Wille des Herrn, daß seine Kirche eins sei, will vollständig und in mutiger Weise von seinen Jüngern beantwortet sein.

Gerade in Asien, wo die Christen zahlenmäßig geringer vertreten sind, machen Trennungen die missionarische Aktivität noch schwieriger. Die Synodenväter haben zur Kenntnis genommen, daß »der Skandal einer gespaltenen Christenheit ein großes Hindernis für die Evangelisierung in Asien bedeutet«(149). In der Tat wird die Spaltung der Christen von all jenen als ein Zeugnis gegen Jesus Christus betrachtet, die in Asien durch ihre Religionen und Kulturen auf der Suche nach Harmonie und Einheit sind. Daher fühlt sich die Katholische Kirche in Asien so sehr veranlaßt, mit den Christen anderer Konfessionen für die Einheit zu wirken, und sie ist sich bewußt, daß die Suche nach der vollen Einheit von jedem einzelnen Nächstenliebe, Unterscheidungsgabe, Mut und Hoffnung erfordert. »Um wahr und fruchtbringend zu sein, erfordert die ökumenische Bewegung auch von seiten der katholischen Gläubigen einige Grundhaltungen. Vor allem die Liebe, gepaart mit der Zuneigung und dem lebhaften Wunsch, dort, wo es möglich ist, mit den Brüdern der anderen Kirchen oder kirchlichen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. An zweiter Stelle die Treue zur katholischen Kirche, ohne die Fehler zu verkennen oder zu leugnen, die durch das Verhalten mancher ihrer Glieder begangen wurden. An dritter Stelle den Geist der Unterscheidung, um das, was gut und lobenswert ist, hochzuschätzen. Schließlich ist ein ehrlicher Wille zur Läuterung und Erneuerung erforderlich.«(150)

Wenn auch die Synodenväter die Schwierigkeiten anerkannt haben, die es in den Beziehungen der Christen untereinander immer noch gibt und die nicht nur auf Vorurteilen beruhen, die ein Erbe der Vergangenheit sind, sondern auch auf Überzeugungen, die den Gewissensbegriff miteinbeziehen (151), so haben sie doch Anzeichen von verbesserten Beziehungen zwischen einigen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in Asien aufgezeigt. Zum Beispiel anerkennen Orthodoxe und Katholiken oft ihre kulturelle Einheit untereinander, und sie haben einen Sinn dafür, einige wichtige Elemente einer gemeinsamen kirchlichen Tradition zu teilen. Das ist eine solide Basis für einen fruchtbaren ökumenischen Dialog, der auch im nächsten Jahrtausend fortgesetzt werden kann und der – so hoffen und hierfür beten wir zumindestschließlich den Spaltungen dieses ausgehenden Jahrtausends ein Ende setzt.

Die Synode hat auch für die Praxis vorgeschlagen, daß die asiatischen Bischofskonferenzen die anderen christlichen Kirchen einladen, sich gemeinsam im Gebet aufzumachen und sich gegenseitig zu beraten, um die Möglichkeiten neuer Strukturen und ökumenischer Vereinigungen zur Förderung der Einheit der Christen auszuschöpfen. Der Vorschlag, den die Synode gemacht hat, wird auch dabei hilfreich sein, die Gebetswoche für die Einheit der Christen fruchtbarer zu begehen. Die Bischöfe wurden ermutigt, ökumenische Gebets- und Dialogszentren einzurichten und ihnen vorzustehen; auch sollte man in die Ausbildungsprogramme der Seminare, Bildungshäuser und Erziehungsanstalten eine angemessene Unterweisung hinsichtlich des ökumenischen Dialogs mit einbeziehen.




148) Vgl. Propositio 42.



149) Ebd.


150) Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz vom 26. Juli 1995, 4: Insegnamenti XVII I, 2 (1995), 138. O.R. dt., 32/33, 11.8.95, S. 6.


151) Vgl. Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz vom 20. Januar 1982, 2: Insegnamenti V, 1 (1982), 162. O.R. dt., 5, 29.1.82, S. 2.





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