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Ioannes Paulus PP.II
Ecclesia in Asia

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  • KAPITEL VII
    • Die Laien
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Die Laien

45. Wie das II. Vatikanische Konzil ausdrücklich betont, sind die Laien durch die ihnen eigene Berufung eng mit allen zeitlichen Din-gen verbunden, um die verschiedensten Aufgaben auszuüben, denn Gott hat sie berufen, das Evangelium Christi in der Welt zu verkünden.(219) Durch die bei Taufe und Firmung empfangenen Gnaden und die Berufung sind alle Laien Missionare, und der Bereich ihrer missionarischen Tätigkeit ist die breite und komplexe Welt der Politik, der Wirtschaft, der Industrie, der Erziehung und Aus-bildung, der Kommunikationsmittel, der Wissenschaft, der Technologie, der Künste und des Sports. In vielen Ländern des Kontinents sind Laien bereits auf wahrhaft missionarische Art und Weise tätig, indem sie jene Landsleute aufsuchen, die sonst nicht mit dem Klerus oder mit Ordensleuten in Berührung gekommen wären . (220) Ihnen möchte ich im Namen der ganzen Kirche danken, und ich möchte alle Laien ermutigen, wo immer sie auch sein mögen, die ihnen eigene Rolle als Zeugen Christi im Leben und in der Sendung des Gottesvolkes zu übernehmen.

Es ist Auf gabe der Hirten, die Laien zu Verkündern des Evangeliums auszubilden, damit sie den Herausforderungen der heutigen Welt nicht nur durch weltliche Weisheit und Effizienz begegnen können, sondern mit einem durch die Wahrheit Christi erneuerten und gestärkten Herzen.(221) Als Zeugen des Evangeliums in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens können Laien auf einzigartige Weise zur Ausrottung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung beitragen, eine weitere Aufgabe, die eine angemessene Vorbereitung er fordert. Zu diesem Zweck möchte ich in Übereinstimmung mit den Synodenvätern die Einrichtung von Ausbildungszentren für Laien auf diözesaner oder nationaler Ebene anregen, um sie als Zeugen Christi für die missionarische Tätigkeit im heutigen Asien vorzubereiten.(222)

Ein ganz besonderes Anliegen der Synodenväter war das Anteilnehmen der Kirche, damit sich niemand in ihr ausgeschlossen fühle; ferner waren sie der Ansicht, daß eine größere Beteiligung der Frauen im Leben und Auftrag der Kirche eine wirklich dringende Notwendigkeit sei. »Die Frau hat eine ganz besondere Begabung zur Weitergabe des Glaubens, so daß Jesus selbst sie zur Evangelisierung ruft. So geschieht es mit der Samariterin, der Jesus beim ›Jakobsbrunnen‹ begegnet und die er als erste zur Verbreitung des neuen Glaubens im nichtjüdischen Bereich erwählt.«(223) Um ihren Dienst in der Kirche hervorzuheben, muß Frauen mehr Gelegenheit geboten werden, Theologie- und andere Studienkurse zu besuchen; die Männer in den Seminaren und Bildungshäusern müssen hingegen lernen, Frauen als Mitarbeiterinnen im Apostolat zu betrachten.(224) Sie sollten auf wirksamere Art und Weise an Pastoralprogrammen, Pastoralräten auf Diözesan- und Pfarrgemeinde-ebene und an Diözesansynoden beteiligt werden. Ihre Fähigkeit zu dienen sollte im Bereich des Gesundheitswesens, der Erziehung, zur Vorbereitung der Gläubigen auf die Sakramente, beim Aufbau der Gemeinde und zur Förderung des Friedens hoch bewertet werden. Wie die Synodenväter betonten, trägt die Präsenz der Frauen in der kirchlichen Sendung der Liebe und des Dienens weitgehend dazu bei, der asiatischen Bevölkerung, insbesondere den Armen und Ausgeschlossenen, Jesus in seiner unendlichen Barmherzigkeit, seiner heilenden und versöhnenden Kraft näherzubringen.(225)




219) Vgl. Dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen gentium, 31.


220) Vgl. Propositio 29.


221) Vgl. ebd.


222) Vgl. ebd.


223) Johannes Paul II., Ansprache bei der Generalaudienz vom 13. Juli 1994, 4: Insegnamenti XVII, 2 (1994), 40. O.R. dt., 29, 22.7.94, S. 1.


224) Vgl. Propositio 35.


225) Vgl. ebd.





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