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| Ioannes Paulus PP.II Ecclesia in Asia IntraText CT - Text |
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Die Familie 46. Die Familie ist jene natürliche Umgebung, die den jungen Generationen ermöglicht, die personale und soziale Reife zu erlangen. Die Familie trägt das Erbe der Menschheit selbst in sich, denn durch sie wird das Leben von Generation zu Generation weitergegeben. In den asiatischen Kulturen nimmt die Familiengemeinschaft eine wichtige Stellung ein, und familiäre Werte wie die respektvolle Haltung der Kinder den Eltern gegenüber, liebevolle Fürsorge für die Alten und Kranken, die Liebe für die Kleinen und die Eintracht untereinander sind, wie die Synodenväter hervorheben, in allen Kulturen und Religionen Asiens hochgeschätzt. Aus christlicher Sicht ist die Familie »die Hauskirche (›ecclesia domestica‹)«. (226) Wie die gesamte Kirche sollte auch die christliche Familie jener Ort sein, an dem die Wahrheit des Evangeliums Lebensregel und Geschenk ist, die die Mitglieder der Familie an die größere Gemeinschaft weitergeben. Sie ist nicht lediglich Objekt kirchlicher Seelsorge, sondern auch einer der wirksamsten Träger der Evangelisierung. Heute sind christliche Familien aufgerufen, in kritischen Zeiten und unter schwierigen Umständen Zeugen des Evangeliums zu sein, obwohl sie selbst von vielen Seiten bedroht sind.(227) Nur als wahre »Hauskirche« und durch die in Demut und Liebe gelebte christliche Berufung kann die christliche Familie unter solchen Voraussetzungen wirkungsvoll zur Evangelisierung beitragen. Das bedeutet, wie die Synodenväter betonten, daß die Familie eine aktive Rolle im Leben der Pfarrgemeinde übernehmen, an den Sakramenten teilnehmen, insbesondere an denen der Eucharistie und der Buße, und sich dem Dienst am Nächsten widmen sollte. Das bedeutet auch, daß Eltern bemüht sein müssen, jene Zeiten, in denen die Familie sich normalerweise versammelt, sowohl zum Gebet, zum Lesen und Vertiefen der Bibel, zu angemessenen Feiern unter der Leitung der Eltern wie auch zu gesunder Freizeitgestaltung zu nutzen. Das wird der christlichen Familie helfen, eine Gemeinschaft für die Evangelisierung zu werden, in der jedes Mitglied die Liebe Gottes erfährt und an andere weitergibt. (228) Ferner haben die Synodenväter anerkannt, daß Kinder sowohl innerhalb ihrer Familie wie auch im größeren gesellschaftlichen Bereich zur Evangelisierung beitragen.(229) In der Überzeugung, daß »die Zukunft der Welt und der Kirche von der Familie abhängt«(230) , möchte ich erneut vorschlagen, das zu vertiefen und zu verwirklichen, was ich zum Thema Familie in meinem Apostolischen Schreiben Familiaris consortio im Anschluß an die fünfte ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode von 1980 dargelegt habe.
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226) II. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen gentium, 11. 227) Vgl. Bischofssynode, Sonderversammlung für Asien, Relatio ante disceptationem: L’Osservatore Romano, 22. April 1998, S. 6. O.R. dt., 21, 22.5.1998, S. 8 ff. 228) Vgl. Propositio 32. 229) Vgl. Propositio 33. 230) Ansprache an den Vereinigung christlicher Konsultoren (29. November 1980), 4: Insegnamenti III, 2 (1980), 1454. |
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