47. Mit besonderer Sorgfalt
muß man sich der Familienpastoral widmen, die um so nötiger
ist in diesem Augenblick der Geschichte, da eine verbreitete und tiefgreifende
Krise dieser fundamentalen Institution zu verzeichnen ist. In der christlichen
Auffassung von der Ehe entspricht die Beziehung zwischen einem Mann und einer
Frau — eine gegenseitige und ganzheitliche, einzige und unauflösbare
Beziehung — dem ursprünglichen Plan Gottes, der in der Geschichte durch
die Verhärtung des Herzens verdunkelt worden war; doch Christus stellte
durch die Enthüllung dessen, was Gott »am Anfang« gewollt hat (Mt 19,8),
die Ehe in ihrem ursprünglichen Glanz wieder her. In der zur Würde
des Sakraments erhobenen Ehe kommt sodann das »tiefe Geheimnis« der
bräutlichen Liebe Christi zu seiner Kirche zum Ausdruck (vgl. Eph 5,32).
Die Kirche darf in diesem Punkt dem Druck einer bestimmten Kultur, mag sie
auch weit verbreitet und mitunter kämpferisch sein, nicht nachgeben.
Vielmehr muß man alles daran setzen, daß durch eine immer
vollkommenere Erziehung im Geist des Evangeliums die christlichen Familien ein
überzeugendes Beispiel dafür geben, daß man eine Ehe leben
kann, die voll und ganz dem Plan Gottes und den tatsächlichen
Bedürfnissen der menschlichen Person entspricht: jener der Eheleute und
vor allem jener viel zerbrechlicheren der Kinder. Die Familien selbst
müssen sich immer mehr die den Kindern gebührende Sorge und
Aufmerksamkeit bewußt machen und zu aktiven Trägern einer wirksamen
Präsenz in Kirche und Gesellschaft zum Schutz ihrer Rechte werden.
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