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Ioannes Paulus PP. II
Novo Millennio

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Die jungen Menschen

9. Zu den zahlreichen Jubiläumsbegegnungen haben sich die verschiedensten Personengruppen eingefunden, eine wahrhaft eindrucksvolle Beteiligung, die den Einsatz sowohl der kirchlichen als auch der zivilen Organisatoren und Animatoren mitunter auf eine harte Probe gestellt hat. Ich will diesen Brief dazu benutzen, um allen meinen ganz herzlichen Dank auszusprechen. Was mich aber, abgesehen von den Pilgerzahlen, immer wieder tief ergriffen hat, war die Ernsthaftigkeit des Gebets, der Reflexion und der Gemeinschaft, die bei diesen Begegnungen zum Ausdruck kam.

Und sollte man sich nicht besonders an das ebenso fröhliche wie begeisternde Treffen der Jugendlichen erinnern? Wenn es ein Bild des Jubiläumsjahres 2000 gibt, das uns lebendiger als andere im Gedächtnis bleiben wird, so ist es sicherlich jenes Bild von der Masse von Jugendlichen, mit denen ich an dem Faden einer gegenseitigen Sympathie und eines tiefen Einvernehmens eine Art privilegierten Dialog anknüpfen konnte. So war es von dem Augenblick an, wo ich sie auf dem Platz vor der Lateranbasilika und auf dem Petersplatz willkommen geheißen habe. Dann habe ich sie durch die Stadt schwärmen sehen: fröhlich, wie es junge Leute sein sollen, aber auch nachdenklich, erfüllt von dem Wunsch nach Gebet, nach »Sinn«, nach echter Freundschaft. Weder ihnen selbst noch allen denen, die sie beobachtet haben, wird es leicht fallen, jene Woche aus dem Gedächtnis zu löschen, in der Rom »mit den Jugendlichen jung geworden ist«. Die Eucharistiefeier von Tor Vergata ist unvergeßlich.

Wieder einmal haben sich die Jugendlichen als ein besonderes Geschenk des Geistes Gottes für Rom und für die Kirche erwiesen. Wenn man sich die jungen Menschen mit den Problemen und Schwächen anschaut, die ihnen in der modernen Gesellschaft anhaften, besteht manchmal die Tendenz zum Pessimismus. Das Jubiläum der Jugend hat uns dadurch fast »verwirrt«, daß es uns statt dessen die Botschaft einer Jugend überbrachte, die trotz möglicher Widersprüchlichkeiten ein tiefes Verlangen nach jenen echten Werten zum Ausdruck bringt, die in Christus ihre Erfüllung haben. Ist Christus etwa nicht das Geheimnis der wahren Freiheit und der tiefen Freude des Herzens? Ist Christus nicht der erhabenste Freund und zugleich der Mentor jeder echten Freundschaft? Wenn Christus den Jugendlichen mit seinem wahren Gesicht vorgestellt wird, empfinden sie ihn als eine überzeugende Antwort und sind imstande, seine Botschaft anzunehmen, auch wenn sie anspruchsvoll und vom Kreuz gezeichnet ist. Deshalb habe ich mich von ihrer Begeisterung ergreifen lassen und nicht gezögert, um eine radikale Glaubens- und Lebensentscheidung zu bitten, indem ich sie auf eine wunderbare Aufgabe hinwies: beim Anbruch dieses neuen Jahrtausends zu »Wächtern des Morgens« zu werden (vgl. Jes 21,11-12).




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