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| Ioannes Paulus PP. II Novo Millennio IntraText CT - Text |
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Das Sakrament der Versöhnung 37. Sodann bitte ich um einen neuen pastoralen Mut, damit die tägliche Pädagogik der christlichen Gemeinden überzeugend und wirksam die Praxis des Sakramentes der Versöhnung vorzulegen vermag. Wie ihr euch erinnert, habe ich mich im Jahre 1984 zu diesem Thema mit der nachsynodalen Exhortation Reconciliatio et paenitentia geäußert. Dieses Dokument faßte die Früchte der Überlegungen zusammen, die eine Versammlung der Bischofssynode zu diesem Problem hervorgebracht hatte. Damals habe ich darum gebeten, mit aller Anstrengung die Krise des »Sündenbewußtseins« anzugehen, die sich in der zeitgenössischen Kultur feststellen läßt. 23 Mehr noch habe ich dazu eingeladen, Jesus Christus als mysterium pietatis wieder freizulegen. In Christus zeigt uns Gott sein mitfühlendes Herz und versöhnt uns ganz mit sich. Dieses Antlitz Christi muß man auch durch das Sakrament der Buße neu zeigen. Das Bußsakrament ist für einen Christen »der ordentliche Weg, um die Vergebung und die Verzeihung seiner schweren Sünden zu erlangen, die er nach der Taufe begangen hat«.24 Als die schon erwähnte Synode das Problem behandelte, hatten alle die Krise des Sakraments im Auge, die sich besonders in einigen Gebieten der Welt zeigt. Die Gründe, die an der Wurzel liegen, sind in dieser kurzen Zeitspanne nicht geschwunden. Doch war das Jubiläumsjahr besonders von einer Rückkehr zur sakramentalen Buße geprägt; so hält es eine ermutigende Botschaft bereit, die man nicht unterschlagen sollte: Wenn viele Gläubige, darunter auch zahlreiche Jugendliche, dieses Sakrament fruchtbar empfangen haben, dann müssen wahrscheinlich die Hirten mehr Vertrauen, mehr Phantasie und einen längeren Atem haben, um das Bußsakrament in der Verkündigung vorzulegen und seine Wertschätzung zu fördern. Wir dürfen, liebe Brüder im Priesteramt, vor zeitbedingten Krisen nicht resignieren! Die Gaben des Herrn — und die Sakramente gehören zu den wertvollsten — kommen von Demjenigen, der das Herz des Menschen gut kennt und der der Herr der Geschichte ist.
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23) Vgl. Nr. 18: AAS 77 (1985), 224. 24) Ebd., 31: aaO., 258. |
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