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Ioannes Paulus PP. II
Novo Millennio

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  • III.
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Das Wort verkünden

40. Uns vom Wort nähren, um im Bemühen um die Evangelisierung »Diener des Wortes zu sein«: Das ist mit Sicherheit eine Priorität für die Kirche am Beginn des neuen Jahrtausends. Der Bestand einer »christlichen Gesellschaft«, die sich, trotz der vielen Schwächen, die das Menschliche immer kennzeichnen, ausdrücklich an die Werte des Evangeliums hielt, gehört inzwischen auch in den alten Evangelisierungsgebieten der Vergangenheit an. Heute muß man sich mutig einer Situation stellen, die im Zusammenhang mit der Globalisierung und der neuen gegenseitigen Verflechtung von Völkern und Kulturen, die sie mit sich bringt, immer vielfältiger und anspruchsvoller wird. Unzählige Male habe ich in diesen Jahren den Aufruf zur Neuevangelisierung wiederholt. Ich bekräftige ihn jetzt noch einmal, vor allem um darauf hinzuweisen, daß es unbedingt nötig ist, in uns wieder den Schwung des Anfangs dadurch zu entzünden, daß wir uns von dem glühenden Eifer der apostolischen Verkündigung, die auf Pfingsten folgte, mitreißen lassen. Wir müssen uns die glühende Leidenschaft des Paulus zu eigen machen, der ausrief: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1 Kor 9,16).

Diese Leidenschaft wird es nicht versäumen, ein neues missionarisches Engagement in der Kirche zu wecken, das nicht einer kleinen Schar von »Spezialisten« übertragen werden kann, sondern letztendlich die Verantwortung aller Glieder des Gottesvolkes einbeziehen muß. Wer Christus wirklich begegnet ist, kann ihn nicht für sich behalten, er muß ihn verkündigen. Ein neuer apostolischer Aufbruch tut not, der als tägliche Verpflichtung der christlichen Gemeinden und Gruppen gelebt werden soll. Das wird jedoch mit dem gebührenden Respekt vor dem jeweils unterschiedlichen Weg eines jeden Menschen und mit Aufmerksamkeit gegenüber den verschiedenen Kulturen geschehen, in die die christliche Botschaft eingebettet werden soll, so daß die spezifischen Werte jedes Volkes nicht verleugnet, sondern gereinigt und zu ihrer Fülle gebracht werden.

Das Christentum des dritten Jahrtausends wird immer auf diese Notwendigkeit der Inkulturation eingehen müssen. Es bewahrt voll seine eigene Identität in totaler Treue zur Verkündigung des Evangeliums und zur Tradition der Kirche und trägt auch das Angesicht der vielen Kulturen und Völker, in die es hineingegeben und verwurzelt wird. An der Schönheit dieses vielseitigen Gesichtes der Kirche haben wir uns besonders im Jubiläumsjahr erfreut. Vielleicht ist es nur ein Anfang, eine gerade einmal skizzierte Ikone der Zukunft, die Gottes Geist für uns bereitet.

Das Angebot Jesu Christi muß voll Vertrauen an alle ergehen. Man soll sich an die Erwachsenen, an die Familien, an die Jugendlichen, an die Kinder wenden, ohne jemals die radikalsten Forderungen zu verheimlichen, die das Evangelium stellt. Doch man muß auch den Bedürfnissen jedes einzelnen entgegenkommen, was Einfühlungsvermögen und Sprache angelangt. Paulus kann dafür als Beispiel dienen: »Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten« (1 Kor 9,22). Während ich das alles empfehle, denke ich besonders an die Jugendseelsorge. Gerade im Hinblick auf die Jugendlichen hat uns das Jubiläum — woran ich kurz vorher schon erinnert habe — ein Zeugnis hochherziger Bereitschaft geboten. Wir müssen diese tröstende Antwort dadurch zur Geltung bringen, daß wir jenen Enthusiasmus wie ein neues Talent investieren (vgl. Mt 25,15), das der Herr uns in die Hand gegeben hat, damit wir es Früchte bringen lassen.




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