Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek
Ioannes Paulus PP. II
Reconciliatio et Paenitentia

IntraText CT - Text

  • DRITTER TEIL
    • ZWEITES KAPITEL
      • 28
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

28. Die Synode hat während ihres ganzen Verlaufs und auf allen ihren Ebenen mit größter Aufmerksamkeit jenes sakramentale Zeichen betrachtet, welches auf Buße und Versöhnung hinweist und sie zugleich verwirklicht. Gewiß schöpft dieses Sakrament für sich allein nicht aus, was mit Bekehrung und Versöhnung gemeint ist. In der Tat kennt und schätzt die Kirche von ihren ersten Anfängen her zahlreiche und vielfältige Formen der Buße: einige von liturgischer oder paraliturgischer Art, vom Bußakt der hl. Messe bis zu Sühneandachten und Pilgerfahrten, andere von aszetischer Art wie das Fasten. Doch ist unter all diesen Akten keiner bedeutsamer, von Gott her wirksamer, erhabener und in seiner Vollzugsform so leicht zugänglich wie das Bußsakrament.

Schon von ihrer Vorbereitung her, dann in zahlreichen Wortmeldungen während ihres Verlaufs, bei den Arbeiten der Sprachgruppen und in den abschließenden Schlußvorlagen wurde die Synode mit der oft wiederholten und mit verschiedenem Ton und Inhalt vorgebrachten Feststellung konfrontiert: Das Bußsakrament befindet sich in einer Krise. Dieser Tatsache hat sich die Synode gestellt. Sie empfahl eine Vertiefung der Katechese, aber auch eine ebenso eingehende Untersuchung theologischer, geschichtlicher, psychologischer, soziologischer und rechtlicher Art über die Buße im allgemeinen und das Bußsakrament im besonderen. Dadurch beabsichtigte sie, die Gründe der Krise zu klären und zum Wohl der Menschheit Wege zu einer positiven Lösung aufzuzeigen. Zugleich aber hat die Kirche von der Synode eine klare Bestätigung ihres Glaubens hinsichtlich dieses Sakramentes erhalten, durch das jedem Christen und der ganzen Gemeinschaft der Gläubigen die Gewißheit der Vergebung kraft des erlösenden Blutes Christi zuteil wird.

Es ist angebracht, diesen Glauben zu erneuern und zu bekräftigen in einem Augenblick, da er unter den bedrohlichen negativen Einwirkungen der erwähnten Krise schwächer werden, etwas von seiner Vollständigkeit verlieren oder in ein schattenhaftes und stummes Dasein abgleiten könnte. In der Tat, das Bußsakrament ist gefährdet: auf der einen Seite durch eine Verdunkelung des sittlich-religiösen Gewissens, durch eine Schwächung des Sündenbewußtseins, durch eine falsche Vorstellung von Reue, durch mangelndes Streben nach echt christlicher Lebensführung; auf der anderen Seite durch die mitunter verbreitete Meinung, man könne die Vergebung gewöhnlich auch unmittelbar von Gott erlangen, ohne das Sakrament der Versöhnung zu empfangen, und durch die Routine einer sakramentalen Praxis, der es, vielleicht wegen einer irrigen oder abwegigen Auffassung von den Wirkungen des Sakramentes, zuweilen an echter geistlicher Tiefe und Spontaneität mangelt.

Darum ist es angebracht, sich die wichtigsten Dimensionen dieses großen Sakramentes ins Gedächtnis zu rufen.




zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License