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| Ioannes Paulus PP. II Reconciliatio et Paenitentia IntraText CT - Text |
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Sehnsucht nach Versöhnung 3. Und doch, wenn der gleiche prüfende Blick scharfsichtig genug ist, entdeckt er inmitten der Spaltung ein unverkennbares Verlangen von Menschen guten Willens und von wirklichen Christen, die Brüche zu heilen, die Risse zu schließen und auf allen Ebenen die wesentliche Einheit wiederherzustellen. Dieses Verlangen wird bei vielen zu einer wahren Sehnsucht nach Versöhnung, auch dann, wenn das Wort selbst nicht benutzt wird. Für manche handelt es sich hierbei um eine Utopie, die zum idealen Hebel für eine echte Veränderung der Gesellschaft werden könnte; für andere dagegen muß die Versöhnung durch hartes, intensives Bemühen errungen werden und stellt darum ein Ziel dar, das man durch ernsthaften Einsatz von Denken und Handeln erreichen soll. In jedem Falle ist das Verlangen nach einer aufrichtigen und dauerhaften Versöhnung ohne allen Zweifel ein grundlegendes Motiv unserer Gesellschaft und eine Folge ihres unaufhaltsamen Friedenswillens; und das ist es - auch wenn dies paradox erscheint - um so stärker, je mächtiger die Ursachen der Spaltung sind. Allerdings darf die Aussöhnung nicht weniger tief reichen als die Entzweiung. Die Sehnsucht nach Versöhnung und die Versöhnung selbst werden nur in dem Maße voll wirksam sein, wie sie heilend bis zu jener ursprünglichen Verwundung vordringen, welche die Wurzel aller anderen ist; und das ist die Sünde.
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