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Immanuel Kant
Kritik der reinen Vernunft (1781)
IntraText CT - Text
I. Transzendentale Elementarlehre
Zweiter Teil Die transzendentale Logik
Erste Abteilung Die transzendentale Analytik
Zweites Buch Die Analytik der Grundsätze
Einleitung Von der transzendentalen Urteilskraft überhaupt
Zweites Hauptstück System aller Grundsätze des reinen Verstandes
Dritter Abschnitt Systematische Vorstellung aller synthetischen Grundsätze desselben
3. Die Analogien der Erfahrung
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3.
Die
Analogien
der
Erfahrung
Der
allgemeine
Grundsatz
derselben
ist: Alle
Erscheinungen
stehen
, ihrem
Dasein
nach,
a
priori
unter
Regeln
der
Bestimmung
ihres
Verhältnisses
untereinander
in einer
Zeit
.
Die drei
modi
der
Zeit
sind
Beharrlichkeit
,
Folge
und
Zugleichsein
. Daher werden drei
Regeln
aller
Zeitverhältnisse
der
Erscheinungen
,
wonach
jeder ihr
Dasein
in
Ansehung
der
Einheit
aller
Zeit
bestimmt
werden kann,
vor
aller
Erfahrung
vorangehen
, und diese
allererst
möglich
machen
.
Der
allgemeine
Grundsatz
aller drei
Analogien
beruht
auf der
notwendigen
Einheit
der
Apperzeption
, in
Ansehung
alles
möglichen
empirischen
Bewußtseins
, (der
Wahrnehmung
,) zu jeder
Zeit
,
folglich
,
da
jene
a
priori
zum
Grunde
liegt
, auf der
synthetischen
Einheit
aller
Erscheinungen
nach ihrem
Verhältnisse
in der
Zeit
.
Denn
die
ursprüngliche
Apperzeption
bezieht
sich auf den
inneren
Sinn
(den
Inbegriff
aller
Vorstellungen
), und zwar
a
priori
auf die
Form
desselben
,
d.i.
das
Verhältnis
des
mannigfaltigen
empirischen
Bewußtseins
in der
Zeit
. In der
ursprünglichen
Apperzeption
soll
nun alle dieses
Mannigfaltige
, seinen
Zeitverhältnissen
nach,
vereinigt
werden;
denn
dieses
sagt
die
transzendentale
Einheit
derselben
a
priori
, unter
welcher
alles
steht
, was zu
meinem
(
d.i.
meinem
einigen
)
Erkenntnisse
gehören
soll
,
mithin
ein
Gegenstand
für
mich werden kann. Diese
synthetische
Einheit
in dem
Zeitverhältnisse
aller
Wahrnehmungen
,
welche
a
priori
bestimmt
ist, ist also das
Gesetz
: daß alle
empirischen
Zeitbestimmung
unter
Regeln
der
angeben
Zeitbestimmung
stehen
müssen
, und die
Analogien
der
Erfahrung
, von denen wir jetzt
handeln
wollen
,
müssen
dergleichen
Regeln
sein
.
Diese
Grundsätze
haben das
Besondere
an sich, daß sie nicht die
Erscheinungen
, und die
Synthesis
ihrer
empirischen
Anschauung
,
sondern
bloß
das
Dasein
, und ihr
Verhältnis
untereinander
in
Ansehung
dieses ihres
Daseins
,
erwägen
. Nun kann die
Art
, wie etwas in der
Erscheinung
apprehendiert
wird,
a
priori
dergestalt
bestimmt
sein
, daß die
Regel
ihrer
Synthesis
zugleich
diese
Anschauung
a
priori
in jedem
vorliegenden
empirischen
Beispiele
geben
,
d.i.
sie daraus
zustande
bringen
kann. Allein das
Dasein
der
Erscheinungen
kann
a
priori
nicht
erkannt
werden, und ob wir
gleich
auf diesem
Wege
dahin
gelangen
könnten
, auf irgendein
Dasein
zu
schließen
, so
würden
wir dieses doch nicht
bestimmt
erkennen
,
d.i.
das,
wodurch
seine
empirische
Anschauung
sich von
anderen
unterschiede
,
antizipieren
können
.
Die
vorigen
zwei
Grundsätze
,
welche
ich die
mathematischen
nannte
, in
Betracht
dessen, daß sie die
Mathematik
auf
Erscheinungen
anzuwenden
berechtigten
,
gingen
auf
Erscheinungen
ihrer
bloßen
Möglichkeit
nach, und
lehrten
, wie sie sowohl ihrer
Anschauung
, als dem
Realen
ihrer
Wahrnehmung
nach, nach
Regeln
einer
mathematischen
Synthesis
erzeugt
werden
könnten
; daher sowohl bei der einen, als bei der
anderen
die
Zahlgrößen
, und, mit ihnen, die
Bestimmung
der
Erscheinung
als
Größe
,
gebraucht
werden
können
. So
werde
ich
z
.
B
. den
Grad
der
Empfindungen
des
Sonnenlichts
aus etwa
200000Erleuchtungen
durch den
Mond
zusammensetzen
und
a
priori
bestimmt
geben
,
d.i.
konstruieren
können
. Daher
können
wir die
ersteren
Grundsätze
konstitutive
nennen
.
Ganz
anders
muß
es mit denen
bewandt
sein
, die das
Dasein
der
Erscheinungen
a
priori
unter
Regeln
bringen
sollen
.
Denn
,
da
dieses sich nicht
konstruieren
läßt
, so werden sie nur auf das
Verhältnis
des
Daseins
gehen
, und keine
andere
als
bloß
regulative
Prinzipien
abgeben
können
.
Da
ist also weder an
Axiome
, noch an
Antizipationen
zu
denken
,
sondern
, wenn uns eine
Wahrnehmung
in einem
Zeitverhältnisse
gegen
andere
(
obzwar
unbestimmte
)
gegeben
ist, so wird
a
priori
nicht
gesagt
werden
können
:
welche
andere
und wie
große
Wahrnehmung
,
sondern
, wie sie dem
Dasein
nach, in diesem
modo
der
Zeit
, mit
jener
notwendig
verbunden
sei
. In der
Philosophie
bedeuten
Analogien
etwas sehr
Verschiedenes
von
demjenigen
, was sie in der
Mathematik
vorstellen
. In dieser sind es
Formeln
,
welche
die
Gleichheit
zweier
Größenverhältnisse
aussagen
, und
jederzeit
konstitutiv
, so, daß, wenn zwei
Glieder
der
Proportion
gegeben
sind, auch das
dritte
dadurch
gegeben
wird,
d.i.
konstruiert
werden kann. In der
Philosophie
aber ist die
Analogie
nicht die
Gleichheit
zweier
quantitativen
,
sondern
qualitativen
Verhältnisse
, wo ich aus drei
gegebenen
Gliedern
nur das
Verhältnis
zu einem
vierten
, nicht aber dieses
vierte
Glied
selbst
erkennen
, und
a
priori
geben
kann,
wohl
aber eine
Regel
habe, es in der
Erfahrung
zu
suchen
, und ein
Merkmal
, es in
derselben
aufzufinden
. Eine
Analogie
der
Erfahrung
wird also nur eine
Regel
sein
, nach
welcher
aus
Wahrnehmungen
Einheit
der
Erfahrung
(nicht wie
Wahrnehmung
selbst, als
empirische
Anschauung
überhaupt
)
entspringen
soll
, und als
Grundsatz
von den
Gegenständen
(der
Erscheinungen
) nicht
konstitutiv
,
sondern
bloß
regulativ
gelten
.
Ebendasselbe
aber wird auch von den
Postulaten
des
empirischen
Denkens
überhaupt
,
welche
die
Synthesis
der
bloßen
Anschauung
(der
Form
der
Erscheinung
), der
Wahrnehmung
(der
Materie
derselben
), und der
Erfahrung
(des
Verhältnisses
dieser
Wahrnehmungen
)
zusammen
betreffen
,
gelten
,
nämlich
daß sie nur
regulative
Grundsätze
sind, und sich von den
mathematischen
, die
konstitutiv
sind, zwar nicht in der
Gewißheit
,
welche
in
beiden
a
priori
feststeht
, aber doch in der
Art
der
Evidenz
,
d.i.
dem
Intuitiven
derselben
(
mithin
auch der
Demonstration
)
unterscheiden
.
Was aber bei
allen
synthetischen
Grundsätzen
erinnert
ward
, und hier
vorzüglich
angemerkt
werden
muß
, ist dieses: daß diese
Analogien
nicht als
Grundsätze
des
transzendentalen
,
sondern
bloß
des
empirischen
Verstandesgebrauchs
, ihre
alleinige
Bedeutung
und
Gültigkeit
halben
,
mithin
auch nur als solche
bewiesen
werden
können
, daß
folglich
die
Erscheinungen
nicht unter die
Kategorien
schlechthin
,
sondern
nur unter ihre
Schemate
subsumiert
werden
müssen
.
Denn
,
wären
die
Gegenstände
, auf
welche
diese
Grundsätze
bezogen
werden
sollen
,
Dinge
an sich selbst, so
wäre
es
ganz
unmöglich
, etwas von ihnen
a
priori
synthetisch
zu
erkennen
. Nun sind es nichts als
Erscheinungen
, deren
vollständige
Erkenntnis
, auf die alle
Grundsätze
a
priori
zuletzt
doch immer
auslaufen
müssen
,
lediglich
die
mögliche
Erfahrung
ist,
folglich
können
jene
nichts, als
bloß
die
Bedingungen
der
Einheit
des
empirischen
Erkenntnisses
in der
Synthesis
der
Erscheinungen
zum
Ziele
haben; diese aber wird nur allein in dem
Schema
des
reinen
Verstandesbegriffs
gedacht
, von deren
Einheit
, als einer
Synthesis
überhaupt
, die
Kategorie
die durch keine
sinnliche
Bedingung
restringierte
Funktion
enthält
. Wir werden also durch diese
Grundsätze
die
Erscheinungen
nur nach einer
Analogie
, mit der
logischen
und
allgemeinen
Einheit
der
Begriffe
,
zusammenzusetzen
berechtigt
werden, und daher uns in dem
Grundsatze
selbst zwar der
Kategorie
bedienen
, in der
Ausführung
aber (der
Anwendung
auf
Erscheinungen
) das
Schema
derselben
, als den
Schlüssel
ihres
Gebrauchs
, an dessen
Stelle
, oder
jener
vielmehr
, als
restringierende
Bedingung
, unter dem
Namen
einer
Formel
des
ersteren
, zur
Seite
setzen
.
A
.
Erste
Analogie
Grundsatz
der
Beharrlichkeit
Alle
Erscheinungen
enthalten
das
Beharrliche
(
Substanz
) als den
Gegenstand
selbst, und das
Wandelbare
, als dessen
bloße
Bestimmung
,
d.i.
eine
Art
, wie der
Gegenstand
existiert
.
Beweis
dieser
ersten
Analogie
Alle
Erscheinungen
sind in der
Zeit
. Diese kann auf
zweifache
Weise
das
Verhältnis
im
Dasein
derselben
bestimmen
, entweder
sofern
sie nach
einander
oder
zugleich
sind. In
Betracht
der
ersteren
, wird die
Zeit
, als
Zeitreihe
, in
Ansehung
der
zweiten
als
Zeitumfang
betrachtet
.
Unsere
Apprehension
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
ist
jederzeit
sukzessiv
, und ist also immer
wechselnd
. Wir
können
also
dadurch
allein
niemals
bestimmen
, ob dieses
Mannigfaltige
, als
Gegenstand
der
Erfahrung
,
zugleich
sei
, oder
nacheinander
folge
, wo an ihr nicht etwas zum
Grunde
liegt
, was
jederzeit
ist,
d.i.
etwas
Bleibendes
und
Beharrliches
, von
welchem
aller
Wechsel
und
Zugleichsein
nichts, als so viel
Arten
(
modi
der
Zeit
) sind, wie das
Beharrliche
existiert
. Nur in dem
Beharrlichen
sind also
Zeitverhältnisse
möglich
(
denn
Simultaneität
und
Sukzession
sind die
einzigen
Verhältnisse
in der
Zeit
),
d.i.
das
Beharrliche
ist das
Substratum
der
empirischen
Vorstellung
der
Zeit
selbst, an
welchem
alle
Zeitbestimmung
allein
möglich
ist. Die
Beharrlichkeit
drückt
überhaupt
die
Zeit
, als das
beständige
Korrelatum
alles
Daseins
der
Erscheinungen
, alles
Wechsels
und aller
Begleitung
, aus.
Denn
der
Wechsel
trifft
die
Zeit
selbst nicht,
sondern
nur die
Erscheinungen
in der
Zeit
, (so wie das
Zugleichsein
nicht ein
modus
der
Zeit
selbst ist, als in
welcher
gar
keine
Teile
zugleich
,
sondern
alle
nacheinander
sind).
Wollte
man der
Zeit
selbst eine
Folge
nacheinander
beilegen
, so
müßte
man noch eine
andere
Zeit
denken
, in
welcher
diese
Folge
möglich
wäre
. Durch das
Beharrliche
allein
bekommt
das
Dasein
in
verschiedenen
Teilen
der
Zeitreihe
nacheinander
eine
Größe
, die man
Dauer
nennt
.
Denn
in der
bloßen
Folge
allein ist das
Dasein
immer
verschwindend
und
anhebend
, und hat
niemals
die
mindeste
Größe
. Ohne dieses
Beharrliche
ist also kein
Zeitverhältnis
. Nun kann die
Zeit
an sich selbst nicht
wahrgenommen
werden;
mithin
ist dieses
Beharrliche
an den
Erscheinungen
das
Substratum
aller
Zeitbestimmung
,
folglich
auch die
Bedingung
der
Möglichkeit
aller
synthetischen
Einheit
der
Wahrnehmungen
,
d.i.
der
Erfahrung
, und an diesem
Beharrlichen
kann alles
Dasein
und aller
Wechsel
in der
Zeit
nur als ein
modus
der
Existenz
dessen, was
bleibt
und
beharrt
,
angesehen
werden. Also ist in
allen
Erscheinungen
das
Beharrliche
der
Gegenstand
selbst,
d.i.
die
Substanz
(
phaenomenon
), alles aber, was
wechselt
, oder
wechseln
kann,
gehört
nur zu der
Art
, wie diese
Substanz
oder
Substanzen
existieren
,
mithin
zu ihren
Bestimmungen
.
Ich
finde
, daß zu
allen
Zeiten
nicht
bloß
der
Philosoph
,
sondern
selbst der
gemeine
Verstand
diese
Beharrlichkeit
, als ein
Substratum
alles
Wechsels
der
Erscheinungen
,
vorausgesetzt
haben, und auch
jederzeit
als
ungezweifelt
annehmen
werden, nur daß der
Philosoph
sich
hierüber
etwas
bestimmter
ausdrückt
,
indem
er
sagt
: bei
allen
Veränderungen
in der
Welt
bleibt
die
Substanz
, und nur die
Akzidenzen
wechseln
. Ich
treffe
aber von diesem so
synthetischen
Satze
nirgends auch nur den
Versuch
von einem
Beweise
, ja er
steht
auch nur
selten
, wie es
ihm
doch
gebührt
, an der
Spitze
der
reinen
und
völlig
a
priori
bestehenden
Gesetze
der
Natur
. In der
Tat
ist der
Satz
, daß die
Substanz
beharrlich
sei
,
tautologisch
.
Denn
bloß
diese
Beharrlichkeit
ist der
Grund
, warum wir auf die
Erscheinung
die
Kategorie
der
Substanz
anwenden
, und man hätte
beweisen
müssen
, daß in
allen
Erscheinungen
etwas
Beharrliches
sei
, an
welchem
das
Wandelbare
nichts als
Bestimmung
seines
Daseins
ist.
Da
aber ein
solcher
Beweis
niemals
dogmatisch
,
d.i.
aus
Begriffen
,
geführt
werden kann, weil er einen
synthetischen
Satz
a
priori
betrifft
, und man
niemals
daran
dachte
, daß
dergleichen
Sätze
nur in
Beziehung
auf
mögliche
Erfahrung
gültig
sind,
mithin
auch nur durch eine
Deduktion
der
Möglichkeit
der
letzteren
bewiesen
werden
können
; so ist kein
Wunder
, wenn er zwar bei aller
Erfahrung
zum
Grunde
gelegt
(weil man dessen
Bedürfnis
bei der
empirischen
Erkenntnis
fühlt
),
niemals
aber
bewiesen
worden
ist.
Ein
Philosoph
wurde
gefragt
: wieviel
wiegt
der
Rauch
? Er
antwortete
:
ziehe
von dem
Gewichte
des
verbrannten
Holzes
das
Gewicht
der
übrigbleibenden
Asche
ab, so hast du das
Gewicht
des
Rauchs
. Er
setzte
also als
unwidersprechlich
voraus
: daß, selbst im
Feuer
, die
Materie
(
Substanz
) nicht
vergehe
,
sondern
nur die
Form
derselben
eine
Abänderung
erleide
.
Ebenso
war der
Satz
: aus nichts wird nichts, nur ein anderer
Folgesatz
aus dem
Grundsatze
der
Beharrlichkeit
, oder
vielmehr
des
immerwährenden
Daseins
des
eigentlichen
Subjekts
an den
Erscheinungen
.
Denn
, wenn
dasjenige
an der
Erscheinung
, was man
Substanz
nennen
will, das
eigentliche
Substratum
aller
Zeitbestimmung
sein
soll
, so
muß
sowohl alles
Dasein
in der
vergangenen
, als das der
künftigen
Zeit
, daran
einzig
und allein
bestimmt
werden
können
. Daher
können
wir einer
Erscheinung
nur darum den
Namen
Substanz
geben
, weil wir ihr
Dasein
zu aller
Zeit
voraussetzen
,
welches
durch das
Wort
Beharrlichkeit
nicht
einmal
wohl
ausgedrückt
wird,
indem
dieses mehr auf
künftige
Zeit
geht
.
Indessen
ist die
innere
Notwendigkeit
zu
beharren
, doch
unzertrennlich
mit der
Notwendigkeit
, immer
gewesen
zu
sein
,
verbunden
, und der
Ausdruck
mag
also
bleiben
.
Gigni
de
nihilo
nihil
, in
nihilum
nil
posse
reverti
,
waren
zwei
Sätze
,
welche
die
Alten
unzertrennt
verknüpften
, und die man aus
Mißverstand
jetzt
bisweilen
trennt
, weil man sich
vorstellt
, daß sie
Dinge
an sich selbst
angehen
, und der
erstere
der
Abhängigkeit
der
Welt
von einer
obersten
Ursache
(auch sogar ihrer
Substanz
nach)
entgegen
sein
dürfte
;
welche
Besorgnis
unnötig
ist,
indem
hier nur von
Erscheinungen
im
Felde
der
Erfahrung
die
Rede
ist, deren
Einheit
niemals
möglich
sein
würde
, wenn wir
neue
Dinge
(der
Substanz
nach)
wollten
entstehen
lassen
.
Denn
alsdann
fiele
dasjenige
weg
,
welches
die
Einheit
der
Zeit
allein
vorstellen
kann,
nämlich
die
Identität
des
Substratum
, als
woran
aller
Wechsel
allein
durchgängige
Einheit
hat. Diese
Beharrlichkeit
ist
indes
doch weiter nichts, als die
Art
, uns das
Dasein
der
Dinge
(in der
Erscheinung
)
vorzustellen
.
Die
Bestimmungen
einer
Substanz
, die nichts
anderes
sind, als
besondere
Arten
derselben
zu
existieren
,
heißen
Akzidenzen
. Sie sind
jederzeit
real
, weil sie das
Dasein
der
Substanz
betreffen
, (
Negationen
sind nur
Bestimmungen
, die das
Nichtsein
von etwas an der
Substanz
ausdrücken
). Wenn man nun diesem
Realen
an der
Substanz
ein
besonderes
Dasein
beigelegt
, (
z
.
E
. der
Bewegung
, als einem
Akzidens
der
Materie
,) so
nennt
man dieses
Dasein
die
Inhärenz
, zum
Unterschiede
vom
Dasein
der
Substanz
, die man
Subsistenz
nennt
. Allein
hieraus
entspringen
viel
Mißdeutungen
, und es ist
genauer
und
richtiger
geredet
, wenn man das
Akzidens
nur durch die
Art
, wie das
Dasein
einer
Substanz
positiv
bestimmt
ist,
bezeichnet
.
Indessen
ist es doch,
vermöge
der
Bedingungen
des
logischen
Gebrauchs
unseres
Verstandes
,
unvermeidlich
,
dasjenige
, was im
Dasein
einer
Substanz
wechseln
kann,
indessen
, daß die
Substanz
bleibt
,
gleichsam
abzusondern
, und in
Verhältnis
auf das
eigentliche
Beharrliche
und
Radikale
zu
betrachten
; daher
denn
auch diese
Kategorie
unter dem
Titel
der
Verhältnisse
steht
, mehr als die
Bedingung
derselben
, als daß sie selbst ein
Verhältnis
enthielte
.
Auf dieser
Beharrlichkeit
gründet
sich nun auch die
Berichtigung
des
Begriffs
von
Veränderung
.
Entstehen
und
Vergehen
sind nicht
Veränderungen
desjenigen
, was
entsteht
oder
vergeht
.
Veränderung
ist eine
Art
zu
existieren
,
welche
auf eine
andere
Art
zu
existieren
eben
desselben
Gegenstandes
erfolgt
. Daher ist alles, was sich
verändert
,
bleibend
, und nur
sein
Zustand
wechselt
.
Da
dieser
Wechsel
also nur die
Bestimmungen
trifft
, die
aufhören
oder auch
anheben
können
, so
können
wir, in einem etwas
paradox
scheinenden
Ausdruck
,
sagen
: nur das
Beharrliche
(die
Substanz
) wird
verändert
, das
Wandelbare
erleidet
keine
Veränderung
,
sondern
einen
Wechsel
,
da
einige
Bestimmungen
aufhören
, und
andere
anheben
.
Veränderung
kann daher nur an
Substanzen
wahrgenommen
werden, und das
Entstehen
oder
Vergehen
,
schlechthin
, ohne daß es
bloß
eine
Bestimmung
des
Beharrlichen
betreffe
, kann
gar
keine
mögliche
Wahrnehmung
sein
, weil
eben
dieses
Beharrliche
die
Vorstellung
von dem
Übergange
aus dem
Zustande
in den
anderen
, und von
Nichtsein
zum
Sein
,
möglich
macht
, die also nur als
wechselnde
Bestimmungen
dessen, was
bleibt
,
empirisch
erkannt
werden
können
.
Nehmet
an, daß etwas
schlechthin
anfange
zu
sein
; so
müßt
ihr einen
Zeitpunkt
haben, in dem es nicht war.
Woran
wollt
ihr aber diesen
heften
, wenn nicht an
demjenigen
, was schon
da
ist?
Denn
eine
leere
Zeit
, die
vorherginge
, ist kein
Gegenstand
der
Wahrnehmung
;
knüpft
ihr dieses
Entstehen
aber an
Dinge
, die
vorher
waren
, und bis zu dem, was
entsteht
,
fortdauern
, so war das
letztere
nur eine
Bestimmung
des
ersteren
, als des
Beharrlichen
.
Ebenso
ist es auch mit dem
Vergehen
:
denn
dieses
setzt
die
empirische
Vorstellung
einer
Zeit
voraus
,
da
eine
Erscheinung
nicht mehr ist.
Substanzen
(in der
Erscheinung
) sind die
Substrate
aller
Zeitbestimmungen
. Das
Entstehen
einiger
, und das
Vergehen
anderer
derselben
,
würde
selbst die
einzige
Bedingung
der
empirischen
Einheit
der
Zeit
aufheben
, und die
Erscheinungen
würden
sich
alsdann
auf
zweierlei
Zeit
beziehen
, in denen
nebeneinander
das
Dasein
verflösse
,
welches
ungereimt
ist.
Denn
es ist nur Eine
Zeit
, in
welcher
alle
verschiedenen
Zeiten
nicht
zugleich
,
sondern
nacheinander
gesetzt
werden
müssen
.
So ist
demnach
die
Beharrlichkeit
eine
notwendige
Bedingung
, unter
welcher
allein
Erscheinungen
, als
Dinge
oder
Gegenstände
, in einer
möglichen
Erfahrung
bestimmbar
sind. Was aber das
empirische
Kriterium
dieser
notwendigen
Beharrlichkeit
und mit ihr der
Substantialität
der
Erscheinungen
sei
, davon wird uns die
Folge
Gelegenheit
geben
, das
Nötige
anzumerken
.
B
.
Zweite
Analogie
Grundsatz
der
Erzeugung
Alles, was
geschieht
(
anhebt
zu
sein
)
setzt
etwas
voraus
,
worauf
es nach einer
Regel
folgt
.
Die
Apprehension
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
ist
jederzeit
sukzessiv
. Die
Vorstellungen
der
Teile
folgen
aufeinander
. Ob sie sich auch im
Gegenstande
folgen
, ist ein
zweiter
Punkt
der
Reflexion
, der in der
ersteren
nicht
enthalten
ist. Nun kann man zwar alles, und sogar jede
Vorstellung
,
sofern
man sich ihrer
bewußt
ist,
Objekt
nennen
; allein was dieses
Wort
bei
Erscheinungen
zu
bedeuten
habe, nicht,
insofern
sie (als
Vorstellungen
)
Objekte
sind,
sondern
nur ein
Objekt
bezeichnen
, ist von
tieferer
Untersuchung
.
Sofern
sie, nur als
Vorstellungen
zugleich
Gegenstände
des
Bewußtseins
sind, so sind sie von der
Apprehension
,
d.i.
der
Aufnahme
in die
Synthesis
der
Einbildungskraft
,
gar
nicht
unterschieden
, und man
muß
also
sagen
: das
Mannigfaltige
der
Erscheinungen
wird im
Gemüt
jederzeit
sukzessiv
erzeugt
.
Wären
Erscheinungen
Dinge
an sich selbst, so
würde
kein
Mensch
aus der
Sukzession
der
Vorstellungen
von ihrem
Mannigfaltigen
ermessen
können
, wie dieses in dem
Objekt
verbunden
sei
.
Denn
wir haben es doch nur mit
unseren
Vorstellungen
zu tun; wie
Dinge
an sich selbst (ohne
Rücksicht
auf
Vorstellungen
,
dadurch
sie uns
affizieren
,)
sein
mögen
, ist
gänzlich
außer
unserer
Erkenntnissphäre
. Ob nun
gleich
die
Erscheinungen
nicht
Dinge
an sich selbst, und
gleichwohl
doch das
einzige
sind, was uns zur
Erkenntnis
gegeben
werden kann, so
soll
ich
anzeigen
, was dem
Mannigfaltigen
an den
Erscheinungen
selbst
für
eine
Verbindung
in der
Zeit
zukomme
,
indessen
daß die
Vorstellung
desselben
in der
Apprehension
jederzeit
sukzessiv
ist. So ist
z
.
E
. die
Apprehension
des
Mannigfaltigen
in der
Erscheinung
eines
Hauses
, das
vor
mir
steht
,
sukzessiv
. Nun ist die
Frage
: ob das
Mannigfaltige
dieses
Hauses
selbst auch in sich
sukzessiv
sei
,
welches
freilich
niemand
zugeben
wird. Nun ist aber,
sobald
ich meine
Begriffe
von einem
Gegenstande
bis zur
transzendentalen
Bedeutung
steigere
, das
Haus
gar
kein
Ding
an sich selbst,
sondern
nur eine
Erscheinung
,
d.i.
Vorstellung
, dessen
transzendentaler
Gegenstand
unbekannt
ist; was
verstehe
ich also unter der
Frage
: wie das
Mannigfaltige
in der
Erscheinung
selbst (die doch nichts an sich selbst ist)
verbunden
sein
möge
? Hier wird das, was in der
sukzessiven
Apprehension
liegt
, als
Vorstellung
, die
Erscheinung
aber, die mir
gegeben
ist,
ohnerachtet
sie nichts weiter als ein
Inbegriff
dieser
Vorstellungen
ist, als der
Gegenstand
derselben
betrachtet
, mit
welchem
mein
Begriff
, den ich aus den
Vorstellungen
der
Apprehension
ziehe
,
zusammenstimmen
soll
. Man
sieht
bald
, daß, weil
Übereinstimmung
der
Erkenntnis
mit dem
Objekt
Wahrheit
ist, hier nur nach den
formalen
Bedingungen
der
empirischen
Wahrheit
gefragt
werden kann, und
Erscheinung
, im
Gegenverhältnis
mit den
Vorstellungen
der
Apprehension
, nur
dadurch
als das davon
unterschiedene
Objekt
derselben
könne
vorgestellt
werden, wenn sie unter einer
Regel
steht
,
welche
sie von jeder
anderen
Apprehension
unterscheidet
, und eine
Art
der
Verbindung
des
Mannigfaltigen
notwendig
macht
.
Dasjenige
an der
Erscheinung
, was die
Bedingung
dieser
notwendigen
Regel
der
Apprehension
enthält
, ist das
Objekt
.
Nun
laßt
uns zu unserer
Aufgabe
fortgehen
. Daß etwas
geschehe
,
d.i.
etwas, oder ein
Zustand
werde
, der
vorher
nicht war, kann nicht
empirisch
wahrgenommen
werden, wo nicht eine
Erscheinung
vorhergeht
,
welche
diesen
Zustand
nicht in sich
enthält
;
denn
eine
Wirklichkeit
, die auf eine
leere
Zeit
folge
mithin
ein
Entstehen
,
vor
dem kein
Zustand
der
Dinge
vorhergeht
, kann
ebensowenig
, als die
leere
Zeit
selbst
apprehendiert
werden. Jede
Apprehension
einer
Begebenheit
ist also eine
Wahrnehmung
,
welche
auf eine
andere
folgt
. Weil dieses aber bei aller
Synthesis
der
Apprehension
so
beschaffen
ist, wie ich oben an der
Erscheinung
eines
Hauses
gezeigt
habe, so
unterscheidet
sie sich
dadurch
noch nicht von
anderen
. Allein ich
bemerke
auch. daß, wenn ich an einer
Erscheinung
,
welche
ein
Geschehen
enthält
, den
vorhergehenden
Zustand
der
WahrnehmungA
, den
folgenden
aberB
nenne
, daß
BaufA
in der
Apprehension
nur
folgen
, die
WahrnehmungA
aber
aufB
nicht
folgen
,
sondern
nur
vorhergehen
kann. Ich
sehe
z
.
B
. ein
Schiff
den
Strom
hinabtreiben
. Meine
Wahrnehmung
seiner
Stelle
unterhalb
,
folgt
auf die
Wahrnehmung
der
Stelle
desselben
oberhalb
dem
Laufe
des
Flusses
, und es ist
unmöglich
, daß in der
Apprehension
dieser
Erscheinung
das
Schiff
zuerst
unterhalb
, nachher aber
oberhalb
des
Stromes
wahrgenommen
werden
sollte
. Die
Ordnung
in der
Folge
der
Wahrnehmungen
in der
Apprehension
ist hier also
bestimmt
, und an
dieselbe
ist die
letztere
gebunden
. In dem
vorigen
Beispiele
von einem
Hause
konnten
meine
Wahrnehmungen
in der
Apprehension
von der
Spitze
desselben
anfangen
, und beim
Boden
endigen
, aber auch von
unten
anfangen
, und oben
endigen
,
imgleichen
rechts
oder
links
das
Mannigfaltige
der
empirischen
Anschauung
apprehendieren
. In der
Reihe
dieser
Wahrnehmungen
war also keine
bestimmte
Ordnung
,
welche
es
notwendig
machte
, wenn ich in der
Apprehension
anfangen
müßte
, um das
Mannigfaltige
empirisch
zu
verbinden
. Diese
Regel
aber ist bei der
Wahrnehmung
von dem, was
geschieht
,
jederzeit
anzutreffen
, und sie
macht
die
Ordnung
der
einander
folgenden
Wahrnehmungen
(in der
Apprehension
dieser
Erscheinung
)
notwendig
.
Ich
werde
also, in unserem
Fall
, die
subjektive
Folge
der
Apprehension
von der
objektiven
Folge
der
Erscheinungen
ableiten
müssen
, weil
jene
sonst
gänzlich
unbestimmt
ist, und keine
Erscheinung
von der
anderen
unterscheidet
.
Jene
allein
beweist
nichts von der
Verknüpfung
des
Mannigfaltigen
am
Objekt
, weil sie
ganz
beliebig
ist. Diese also wird in der
Ordnung
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
bestehen
, nach
welcher
die
Apprehension
des einen (was
geschieht
) auf die des
anderen
(das
vorhergeht
) nach einer
Regel
folgt
. Nur
dadurch
kann ich von der
Erscheinung
selbst, und nicht
bloß
von meiner
Apprehension
,
berechtigt
sein
zu
sagen
: daß in
jener
eine
Folge
anzutreffen
sei
,
welches
so viel
bedeutet
, als daß ich die
Apprehension
nicht anders
anstellen
könne
, als
gerade
in dieser
Folge
.
Nach einer
solchen
Regel
also
muß
in dem, was
überhaupt
vor
einer
Begebenheit
vorhergeht
, die
Bedingung
zu einer
Regel
liegen
, nach
welcher
jederzeit
und
notwendigerweise
diese
Begebenheit
folgt
;
umgekehrt
aber kann ich nicht von der
Begebenheit
zurückgehen
, und
dasjenige
bestimmen
(durch
Apprehension
) was
vorhergeht
.
Denn
von dem
folgenden
Zeitpunkt
geht
keine
Erscheinung
zu dem
vorigen
zurück
, aber
bezieht
sich doch auf
irgendeinen
vorigen
; von einer
gegebenen
Zeit
ist
dagegen
der
Fortgang
auf die
bestimmte
folgende
notwendig
. Daher, weil es doch etwas ist, was
folgt
, so
muß
ich es
notwendig
auf etwas
anderes
überhaupt
beziehen
, was
vorhergeht
, und
worauf
es nach einer
Regel
,
d.i.
notwendigerweise
,
folgt
, so daß die
Begebenheit
, als das
Bedingte
, auf irgendeine
Bedingung
sichere
Anweisung
gibt
, diese aber die
Begebenheit
bestimmt
.
Man
setze
, es
gehe
vor
einer
Begebenheit
nichts
vorher
,
worauf
dieselbe
nach einer
Regel
folgen
müßte
, so
wäre
alle
Folge
der
Wahrnehmung
nur
lediglich
in der
Apprehension
,
d.i.
bloß
subjektiv
, aber
dadurch
gar
nicht
objektiv
bestimmt
,
welches
eigentlich
das
Vorhergehende
, und
welches
das
Nachfolgende
der
Wahrnehmungen
sein
müßte
. Wir
würden
auf solche
Weise
nur ein
Spiel
der
Vorstellungen
haben, das sich auf
gar
kein
Objekt
bezöge
,
d.i.
es
würde
durch
unsere
Wahrnehmung
eine
Erscheinung
von jeder
anderen
, dem
Zeitverhältnisse
nach,
gar
nicht
unterschieden
werden; weil die
Sukzession
im
Apprehendieren
allerwärts
einerlei
, und also nichts in der
Erscheinung
ist, was sie
bestimmt
, so daß
dadurch
eine
gewisse
Folge
als
objektiv
notwendig
gemacht
wird. Ich
werde
also nicht
sagen
: daß in der
Erscheinung
zwei
Zustände
aufeinander
folgen
;
sondern
nur: daß eine
Apprehension
auf die
andere
folgt
,
welches
bloß
etwas
Subjektives
ist, und kein
Objekt
bestimmt
,
mithin
gar
nicht
vor
Erkenntnis
irgendeines
Gegenstandes
(selbst nicht in der
Erscheinung
)
gelten
kann.
Wenn wir also
erfahren
, daß etwas
geschieht
, so
setzen
wir dabei
jederzeit
voraus
, daß
irgend
etwas
vorausgehe
,
worauf
es nach einer
Regel
folgt
.
Denn
ohne dieses
würde
ich nicht von dem
Objekt
sagen
, daß es
folge
, weil die
bloße
Folge
in meiner
Apprehension
, wenn sie nicht durch eine
Regel
in
Beziehung
auf ein
Vorhergehendes
bestimmt
ist, keine
Folge
im
Objekte
berechtigt
. Also
geschieht
es immer in
Rücksicht
auf eine
Regel
, nach
welcher
die
Erscheinungen
in ihrer
Folge
,
d.i.
so wie sie
geschehen
, durch den
vorigen
Zustand
bestimmt
sind, daß ich meine
subjektive
Synthesis
(der
Apprehension
)
objektiv
mache
, und, nur
lediglich
unter dieser
Voraussetzung
allein, ist selbst die
Erfahrung
von etwas, was
geschieht
,
möglich
.
Zwar
scheint
es, als
widerspreche
dieses
allen
Bemerkungen
, die man
jederzeit
über den
Gang
unseres
Verstandesgebrauchs
gemacht
hat, nach
welchen
wir nur
allererst
durch die
wahrgenommenen
und
verglichenen
übereinstimmenden
Folgen
vieler
Begebenheiten
auf
vorhergehende
Erscheinungen
, eine
Regel
zu
entdecken
,
geleitet
worden
, der
gemäß
gewisse
Begebenheiten
auf
gewisse
Erscheinungen
jederzeit
folgen
, und
dadurch
zuerst
veranlaßt
worden
, uns den
Begriff
von
Ursache
zu
machen
. Auf
solchen
Fuß
würde
dieser
Begriff
bloß
empirisch
sein
, und die
Regel
, die er
verschafft
, daß alles, was
geschieht
, eine
Ursache
habe,
würde
ebenso
zufällig
sein
, als die
Erfahrung
selbst: seine
Allgemeinheit
und
Notwendigkeit
wären
alsdann
nur
angedichtet
, und
hätten
keine
wahre
allgemeine
Gültigkeit
, weil sie nicht
a
priori
,
sondern
nur auf
Induktion
gegründet
wären
. Es
geht
aber
hiemit
so, wie mit
anderen
reinen
Vorstellungen
a
priori
, (
z
.
B
.
Raum
und
Zeit
) die wir darum allein aus der
Erfahrung
als
klare
Begriffe
herausziehen
können
, weil wir sie in die
Erfahrung
gelegt
hatten, und diese daher durch
jene
allererst
zustande
brachten
.
Freilich
ist die
logische
Klarheit
dieser
Vorstellung
, einer die
Reihe
der
Begebenheiten
bestimmenden
Regel
, als eines
Begriffs
von
Ursache
, nur
alsdann
möglich
, wenn wir davon in der
Erfahrung
Gebrauch
gemacht
haben, aber eine
Rücksicht
auf
dieselbe
, als
Bedingung
der
synthetischen
Einheit
der
Erscheinungen
in der
Zeit
, war doch der
Grund
der
Erfahrung
selbst, und
ging
also
a
priori
vor
ihr
vorher
.
Es
kommt
also darauf an, im
Beispiele
zu
zeigen
, daß wir
niemals
selbst in der
Erfahrung
die
Folge
(einer
Begebenheit
,
da
etwas
geschieht
, was
vorher
nicht war) dem
Objekt
beilegen
, und sie von der
subjektiven
unserer
Apprehension
unterscheiden
, als wenn eine
Regel
zum
Grunde
liegt
, die uns
nötig
, diese
Ordnung
der
Wahrnehmungen
vielmehr
als eine
andere
zu
beobachten
, ja daß diese
Nötigung
es
eigentlich
sei
, was die
Vorstellung
einer
Sukzession
im
Objekt
allererst
möglich
macht
.
Wir haben
Vorstellungen
in uns, deren wir uns auch
bewußt
werden
können
. Dieses
Bewußtsein
aber
mag
so
weit
erstreckt
, und so
genau
oder
pünktlich
sein
, als man
wolle
, so
bleiben
es doch nur immer
Vorstellungen
,
d.i.
innere
Bestimmungen
unseres
Gemüts
in diesem oder jenem
Zeitverhältnisse
. Wie
kommen
wir nun dazu, daß wir diesen
Vorstellungen
ein
Objekt
setzen
, oder über ihre
subjektive
Realität
, als
Modifikationen
, ihnen noch, ich
weiß
nicht, was
für
eine,
objektive
beilegen
?
Objektive
Bedeutung
kann nicht in der
Beziehung
auf eine
andere
Vorstellung
(von dem, was man vom
Gegenstande
nennen
wollte
)
bestehen
,
denn
sonst
erneuert
sich die
Frage
: wie
geht
diese
Vorstellung
wiederum
aus sich selbst
heraus
, und
bekommt
objektive
Bedeutung
noch über die
subjektive
,
welche
ihr, als
Bestimmung
des
Gemütszustandes
, eigen ist? Wenn wir
untersuchen
, was
denn
die
Beziehung
auf einen
Gegenstand
unseren
Vorstellungen
für
eine
neue
Beschaffenheit
gebe
, und
welches
die
Dignität
sei
, die sie
dadurch
erhalten
, so
finden
wir, daß sie nichts weiter
tue
, als die
Verbindung
der
Vorstellungen
auf eine
gewisse
Art
notwendig
zu
machen
, und sie einer
Regel
zu
unterwerfen
; daß
umgekehrt
nur
dadurch
, daß eine
gewisse
Ordnung
in dem
Zeitverhältnisse
unserer
Vorstellungen
notwendig
ist, ihnen
objektive
Bedeutung
erteilt
wird.
In der
Synthesis
der
Erscheinungen
folgt
das
Mannigfaltige
der
Vorstellungen
jederzeit
nacheinander
.
Hiedurch
wird nun
gar
kein
Objekt
vorgestellt
; weil durch diese
Folge
, die
allen
Apprehensionen
gemein
ist, nichts vom
anderen
unterschieden
wird.
Sobald
ich aber
wahrnehme
, oder
voraus
annehme
, daß in dieser
Folge
eine
Beziehung
auf den
vorhergehenden
Zustand
sei
, aus
welchem
die
Vorstellung
nach einer
Regel
folgt
, so
stellt
sich etwas
vor
als
Begebenheit
, oder was
da
geschieht
,
d.i.
ich
erkenne
einen
Gegenstand
, den ich in der
Zeit
auf eine
gewisse
bestimmte
Stelle
setzen
muß
, die
ihm
, nach dem
vorhergehenden
Zustande
, nicht anders
erteilt
werden kann. Wenn ich also
wahrnehme
, daß etwas
geschieht
, so ist in dieser
Vorstellung
erstlich
enthalten
: daß etwas
vorhergehe
, weil
eben
in
Beziehung
auf dieses die
Erscheinung
ihre
Zeitverhältnis
bekommt
,
nämlich
, nach einer
vorhergehenden
Zeit
, in der sie nicht war, zu
existieren
. Aber ihre
bestimmte
Zeitstelle
in diesem
Verhältnisse
kann sie nur
dadurch
bekommen
, daß im
vorhergehenden
Zustande
etwas
vorausgesetzt
wird,
worauf
es
jederzeit
,
d.i.
nach einer
Regel
,
folgt
:
woraus
sich
denn
ergibt
, daß ich
erstlich
nicht die
Reihe
umkehren
, und das, was
geschieht
,
demjenigen
voransetzen
kann,
worauf
es
folgt
:
zweitens
daß, wenn der
Zustand
, der
vorhergeht
,
gesetzt
wird, diese
bestimmte
Begebenheit
unausbleiblich
und
notwendig
folge
.
Dadurch
geschieht
es: daß eine
Ordnung
unter
unseren
Vorstellungen
wird, in
welcher
das
Gegenwärtige
(
sofern
es
geworden
) auf
irgendeinen
vorhergehenden
Zustand
Anweisung
gibt
, als ein,
obzwar
noch
unbestimmtes
Korrelatum
dieser
Ereignis
, die
gegeben
ist,
welches
sich aber auf diese, als seine
Folge
,
bestimmend
bezieht
, und sie
notwendig
mit sich in der
Zeitreihe
verknüpft
.
Wenn es nun ein
notwendiges
Gesetz
unserer
Sinnlichkeit
,
mithin
eine
formale
Bedingung
aller
Wahrnehmungen
ist: daß die
vorige
Zeit
die
folgende
notwendig
bestimmt
(
indem
ich zur
folgenden
nicht anders
gelangen
kann, als durch die
vorhergehende
); so ist es auch ein
unentbehrliches
Gesetz
der
empirischen
Vorstellung
der
Zeitreihe
, daß die
Erscheinungen
der
vergangenen
Zeit
jedes
Dasein
in der
folgenden
bestimmen
, und daß diese, als
Begebenheiten
, nicht
stattfinden
, als
sofern
jene
ihnen ihr
Dasein
in der
Zeit
bestimmen
,
d.i.
nach einer
Regel
festsetzen
.
Denn
nur an den
Erscheinungen
können
wir diese
Kontinuität
im
Zusammenhange
der
Zeiten
empirisch
erkennen
.
Zu aller
Erfahrung
und deren
Möglichkeit
gehört
Verstand
, und das
erste
, was er dazu tut, ist nicht: daß er die
Vorstellung
der
Gegenstände
deutlich
macht
,
sondern
daß er die
Vorstellung
eines
Gegenstandes
überhaupt
möglich
macht
. Dieses
geschieht
nun
dadurch
, daß er die
Zeitordnung
auf die
Erscheinungen
und deren
Dasein
überträgt
,
indem
er jeder
derselben
als
Folge
eine, in
Ansehung
der
vorhergehenden
Erscheinungen
,
a
priori
bestimmte
Stelle
in der
Zeit
zuerkennt
, ohne
welche
sie nicht mit der
Zeit
selbst, die
allen
ihren
Teilen
a
priori
ihre
Stelle
bestimmt
,
übereinkommen
würde
. Diese
Bestimmung
der
Stelle
kann nun nicht von dem
Verhältnis
der
Erscheinungen
gegen die
absolute
Zeit
entlehnt
werden, (
denn
die ist kein
Gegenstand
der
Wahrnehmung
,)
sondern
umgekehrt
, die
Erscheinungen
müssen
einander
ihre
Stellen
in der
Zeit
selbst
bestimmen
, und
dieselbe
in der
Zeitordnung
notwendig
machen
,
d.i.
dasjenige
, was
da
folgt
, oder
geschieht
,
muß
nach einer
allgemeinen
Regel
auf das, was im
vorigen
Zustande
enthalten
war,
folgen
,
woraus
eine
Reihe
der
Erscheinungen
wird, die
vermittelst
des
Verstandes
eben
dieselbige
Ordnung
und
stetigen
Zusammenhang
in der
Reihe
möglicher
Wahrnehmungen
hervorbringt
, und
notwendig
macht
, als sie in der
Form
der
inneren
Anschauung
, (der
Zeit
) darin alle
Wahrnehmungen
ihre
Stelle
haben
müßten
,
a
priori
angetroffen
wird.
Daß also etwas
geschieht
, ist eine
Wahrnehmung
, die zu einer
möglichen
Erfahrung
gehört
, die
dadurch
wirklich
wird, wenn ich die
Erscheinung
, ihrer
Stelle
nach, in der
Zeit
, als
bestimmt
,
mithin
als ein
Objekt
ansehe
,
welches
nach einer
Regel
im
Zusammenhange
der
Wahrnehmungen
jederzeit
gefunden
werden kann. Diese
Regel
aber, etwas der
Zeitfolge
nach zu
bestimmen
, ist: daß in dem, was
vorhergeht
, die
Bedingung
anzutreffen
sei
, unter
welcher
die
Begebenheit
jederzeit
(
d.i.
notwendigerweise
)
folgt
. Also ist der
Satz
vom
zureichenden
Grunde
der
Grund
möglicher
Erfahrung
,
nämlich
der
objektiven
Erkenntnis
der
Erscheinungen
, in
Ansehung
des
Verhältnisses
derselben
, in
Reihenfolge
der
Zeit
.
Der
Beweisgrund
dieses
Satzes
aber
beruht
lediglich
auf
folgenden
Momenten
. Zu aller
empirischen
Erkenntnis
gehört
die
Synthesis
des
Mannigfaltigen
durch die
Einbildungskraft
, die
jederzeit
sukzessiv
ist;
d.i.
die
Vorstellungen
folgen
in ihr
jederzeit
aufeinander
. Die
Folge
aber ist in der
Einbildungskraft
der
Ordnung
nach (was
vorgehen
und was
folgen
müsse
)
gar
nicht
bestimmt
, und die
Reihe
der einen der
folgenden
Vorstellungen
kann
ebensowohl
rückwärts
als
vorwärts
genommen
werden. Ist aber diese
Synthesis
eine
Synthesis
der
Apprehension
(des
Mannigfaltigen
einer
gegebenen
Erscheinung
), so ist die
Ordnung
im
Objekt
bestimmt
, oder,
genauer
zu
reden
, es ist darin eine
Ordnung
der
sukzessiven
Synthesis
, die ein
Objekt
bestimmt
, nach
welcher
etwas
notwendig
vorausgehen
, und wenn dieses
gesetzt
ist, das
andere
notwendig
folgen
müsse
.
Soll
also meine
Wahrnehmung
die
Erkenntnis
einer
Begebenheit
enthalten
,
da
nämlich
etwas
wirklich
geschieht
; so
muß
sie ein
empirisches
Urteil
sein
, in
welchem
man sich
denkt
, daß die
Folge
bestimmt
sei
,
d.i.
daß sie eine
andere
Erscheinung
der
Zeit
nach
voraussetze
,
worauf
sie
notwendig
, oder nach einer
Regel
folgt
.
Widrigenfalls
, wenn ich das
Vorhergehende
setze
, und die
Begebenheit
folgte
nicht darauf
notwendig
, so
würde
ich sie nur
für
ein
subjektives
Spiel
meiner
Einbildungen
halten
müssen
, und
stellte
ich mir darunter doch etwas
Objektives
vor
, sie einen
bloßen
Traum
nennen
. Also ist das
Verhältnis
der
Erscheinungen
(als
möglicher
Wahrnehmungen
), nach
welchem
das
Nachfolgende
(was
geschieht
) durch etwas
Vorhergehendes
seinem
Dasein
nach
notwendig
, und nach einer
Regel
in der
Zeit
bestimmt
ist,
mithin
das
Verhältnis
der
Ursache
zur
Wirkung
die
Bedingung
der
objektiven
Gültigkeit
unserer
empirischen
Urteile
, in
Ansehung
der
Reihe
der
Wahrnehmungen
,
mithin
der
empirischen
Wahrheit
derselben
, und also der
Erfahrung
. Der
Grundsatz
des
Kausalverhältnisses
in der
Folge
der
Erscheinungen
gilt
daher auch
vor
allen
Gegenständen
der
Erfahrung
(unter den
Bedingungen
der
Sukzession
), weil er selbst der
Grund
der
Möglichkeit
einer
solchen
Erfahrung
ist.
Hier
äußert
sich aber noch eine
Bedenklichkeit
, die
gehoben
werden
muß
. Der
Satz
der
Kausalverknüpfung
unter den
Erscheinungen
ist in unserer
Formel
auf die
Reihenfolge
derselben
eingeschränkt
,
da
es sich doch bei dem
Gebrauch
desselben
findet
, daß er auch auf ihre
Begleitung
passe
, und
Ursache
und
Wirkung
zugleich
sein
könne
. Es ist
z
.
B
.
Wärme
im
Zimmer
, die nicht in
freier
Luft
angetroffen
wird. Ich
sehe
mich nach der
Ursache
um, und
finde
einen
geheizten
Ofen
. Nun ist dieser, als
Ursache
, mit seiner
Wirkung
, der
Stubenwärme
,
zugleich
; also ist hier keine
Reihenfolge
, der
Zeit
nach, zwischen
Ursache
und
Wirkung
,
sondern
sie sind
zugleich
, und das
Gesetz
gilt
doch. Der
größte
Teil
der
wirkenden
Ursache
in der
Natur
ist mit ihren
Wirkungen
zugleich
, und die
Zeitfolge
der
letzteren
wird nur
dadurch
veranlaßt
, daß die
Ursache
ihre
ganze
Wirkung
nicht in einem
Augenblick
verrichten
kann. Aber in dem
Augenblicke
,
da
sie
zuerst
entsteht
, ist sie mit der
Kausalität
ihrer
Ursache
jederzeit
zugleich
, weil, wenn
jene
einen
Augenblick
vorher
aufgehört
hätte zu
sein
, diese
gar
nicht
entstanden
wäre
. Hier
muß
man
wohl
bemerken
, daß es auf die
Ordnung
der
Zeit
, und nicht auf den
Ablauf
derselben
angesehen
sei
; das
Verhältnis
bleibt
,
wenngleich
keine
Zeit
verlaufen
ist. Die
Zeit
zwischen der
Kausalität
der
Ursache
, und deren
unmittelbaren
Wirkung
, kann
verschwindend
(sie also
zugleich
)
sein
, aber das
Verhältnis
der einen zur
anderen
bleibt
doch immer, der
Zeit
nach,
bestimmbar
. Wenn ich eine
Kugel
, die auf einem
ausgestopften
Kissen
liegt
, und ein
Grübchen
darin
drückt
, als
Ursache
betrachte
, so ist sie mit der
Wirkung
zugleich
. Allein ich
unterscheide
doch
beide
durch das
Zeitverhältnis
der
dynamischen
Verknüpfung
beider
.
Denn
, wenn ich die
Kugel
auf das
Kissen
lege
, so
folgt
auf die
vorige
glatte
Gestalt
desselben
das
Grübchen
; hat aber das
Kissen
(ich
weiß
nicht woher) ein
Grübchen
, so
folgt
darauf nicht eine
bleierne
Kugel
.
Demnach
ist die
Zeitfolge
allerdings
das
einzige
empirische
Kriterium
der
Wirkung
, in
Beziehung
auf die
Kausalität
der
Ursache
, die
vorhergeht
. Das
Glas
ist die
Ursache
von dem
Steigen
des
Wassers
über seine
Horizontalfläche
, obgleich
beide
Erscheinungen
zugleich
sind.
Denn
sobald
ich dieses aus einem
größeren
Gefäß
mit dem
Glase
schöpfe
, so
erfolgt
etwas,
nämlich
die
Veränderung
des
Horizontalstandes
, den es dort hatte, in einen
konkaven
, den es im
Glase
annimmt
.
Diese
Kausalität
führt
auf den
Begriff
der
Handlung
, diese auf den
Begriff
der
Kraft
, und
dadurch
auf den
Begriff
der
Substanz
.
Da
ich mein
kritisches
Vorhaben
,
welches
lediglich
auf die
Quellen
der
synthetischen
Erkenntnis
a
priori
geht
, nicht mit
Zergliederungen
bemengen
will, die
bloß
die
Erläuterung
(nicht
Erweiterung
) der
Begriffe
angehen
, so
überlasse
ich die
umständliche
Erörterung
derselben
einem
künftigen
System
der
reinen
Vernunft
:
wiewohl
man eine solche
Analysis
im
reichen
Maße
, auch schon in den
bisher
bekannten
Lehrbüchern
dieser
Art
,
antrifft
. Allein das
empirische
Kriterium
einer
Substanz
,
sofern
sie sich nicht durch die
Beharrlichkeit
der
Erscheinung
,
sondern
besser
und
leichter
durch
Handlung
zu
offenbaren
scheint
, kann ich nicht
unberührt
lassen
.
Wo
Handlung
,
mithin
Tätigkeit
und
Kraft
ist,
da
ist auch
Substanz
, und in dieser allein
muß
der
Sitz
jener
fruchtbaren
Quelle
der
Erscheinungen
gesucht
werden. Das ist
ganz
gut
gesagt
; aber, wenn man sich
darüber
erklären
soll
, was man unter
Substanz
verstehe
, und dabei den
fehlerhaften
Zirkel
vermeiden
will, so ist es nicht so
leicht
verantwortet
. Wie will man aus der
Behandlung
sogleich
auf die
Beharrlichkeit
des
Handelnden
schließen
,
welches
doch ein so
wesentliches
und
eigentümliches
Kennzeichen
der
Substanz
(
phaenomenon
) ist? Allein, nach unserem
vorigen
hat die
Auflösung
der
Frage
doch keine solche
Schwierigkeit
, ob sie
gleich
nach der
gemeinen
Art
(
bloß
analytisch
mit seinen
Begriffen
zu
verfahren
)
ganz
unauflöslich
sein
würde
.
Handlung
bedeutet
schon das
Verhältnis
des
Subjekts
der
Kausalität
zur
Wirkung
. Weil nun alle
Wirkung
in dem
besteht
, was
da
geschieht
,
mithin
im
Wandelbaren
, was die
Zeit
der
Sukzession
nach
bezeichnet
; so ist das
letzte
Subjekt
desselben
das
Beharrliche
, als das
Substratum
alles
Wechselnden
,
d.i.
die
Substanz
.
Denn
nach dem
Grundsatze
der
Kausalität
sind
Handlungen
immer der
erste
Grund
von allem
Wechsel
der
Erscheinungen
, und
können
also nicht in einem
Subjekt
liegen
, was selbst
wechselt
, weil sonst
andere
Handlungen
und ein
anderes
Subjekt
,
welches
diesen
Wechsel
bestimmte
,
erforderlich
wären
.
Kraft
dessen
beweist
nun
Handlung
, als ein
hinreichendes
empirisches
Kriterium
, die
Substantialität
, ohne daß ich die
Beharrlichkeit
desselben
durch
verglichene
Wahrnehmungen
allererst
zu
suchen
nötig
hätte,
welches
auch auf diesem
Wege
mit der
Ausführlichkeit
nicht
geschehen
könnte
, die zu der
Größe
und
strengen
Allgemeingültigkeit
des
Begriffs
erforderlich
ist.
Denn
daß das
erste
Subjekt
der
Kausalität
alles
Entstehens
und
Vergehens
selbst nicht (im
Felde
der
Erscheinungen
)
entstehen
und
vergehen
könne
, ist ein
sicherer
Schluß
, der auf
empirische
Notwendigkeit
und
Beharrlichkeit
im
Dasein
,
mithin
auf den
Begriff
einer
Substanz
als
Erscheinung
ausläuft
.
Wenn etwas
geschieht
, so ist das
bloße
Entstehen
, ohne
Rücksicht
auf das, was
da
entsteht
, schon an sich selbst ein
Gegenstand
der
Untersuchung
. Der
Übergang
aus dem
Nichtsein
eines
Zustandes
in diesen
Zustand
,
gesetzt
, daß dieser auch keine
Qualität
in der
Erscheinung
enthielte
, ist schon allein
nötig
zu
untersuchen
. Dieses
Entstehen
trifft
, wie in der
NummerA
gezeigt
worden
, nicht die
Substanz
(
denn
die
entsteht
nicht),
sondern
ihren
Zustand
. Es ist also
bloß
Veränderung
, und nicht
Ursprung
aus Nichts. Wenn dieser
Ursprung
als
Wirkung
von einer
fremden
Ursache
angesehen
wird, so
heißt
er
Schöpfung
,
welche
als
Begebenheit
unter den
Erscheinungen
nicht
zugelassen
werden kann,
indem
ihre
Möglichkeit
allein schon die
Einheit
der
Erfahrung
aufheben
würde
,
obzwar
, wenn ich alle
Dinge
nicht als
Phänomene
,
sondern
als
Dinge
an sich
betrachte
, und als
Gegenstände
des
bloßen
Verstandes
, sie,
obschon
sie
Substanzen
sind,
dennoch
wie
abhängig
ihrem
Dasein
nach von
fremder
Ursache
angesehen
werden
können
;
welches
aber
alsdann
ganz
andere
Wortbedeutungen
nach sich
ziehen
, und auf
Erscheinungen
, als
mögliche
Gegenstände
der
Erfahrung
, nicht
passen
würde
.
Wie nun
überhaupt
etwas
verändert
werden
könne
; wie es
möglich
ist, daß auf einen
Zustand
in einem
Zeitpunkte
ein
entgegengesetzter
im
anderen
folgen
könne
: davon haben wir
a
priori
nicht den
mindesten
Begriff
.
Hierzu
wird die
Kenntnis
wirklicher
Kräfte
erfordert
,
welche
nur
empirisch
gegeben
werden kann,
z
.
B
. der
bewegenden
Kräfte
, oder,
welches
einerlei
ist,
gewisser
sukzessiver
Erscheinungen
, (als
Bewegungen
)
welche
solche
Kräfte
anzeigen
. Aber die
Form
einer
jeden
Veränderung
, die
Bedingung
, unter
welcher
sie, als ein
Entstehen
eines
anderen
Zustandes
, allein
vorgehen
kann, (der
Inhalt
derselben
,
d.i.
der
Zustand
, der
verändert
wird,
mag
sein
,
welcher
er
wolle
),
mithin
die
Sukzession
der
Zustände
selbst (das
Geschehene
) kann doch nach dem
Gesetze
der
Kausalität
und den
Bedingungen
der
Zeit
a
priori
erwogen
werden
9
.
Wenn eine
Substanz
aus einem
Zustandea
in einen
anderenb
übergeht
, so ist der
Zeitpunkt
des
zweiten
vom
Zeitpunkte
des
ersteren
Zustandes
unterschieden
, und
folgt
demselben.
Ebenso
ist auch der
zweite
Zustand
als
Realität
(in der
Erscheinung
) vom
ersteren
, darin diese nicht war,
wieb
vom
Zero
unterschieden
;
d.i.
wenn der
Zustandb
sich auch von dem
Zustandea
nur der
Größe
nach
unterschiede
, so ist die
Veränderung
ein
Entstehen
vonb-a
,
welches
im
vorigen
Zustande
nicht war, und in
Ansehung
dessen er=
o
ist.
Es
frägt
sich also, wie ein
Ding
aus einem
Zustande
=
a
in einen
anderen
=
b
übergehe
. Zwischen zwei
Augenblicken
ist immer eine
Zeit
, und zwischen zwei
Zuständen
in
denselben
immer ein
Unterschied
, der eine
Größe
hat, (
denn
alle
Teile
der
Erscheinungen
sind immer
wiederum
Größen
). Also
geschieht
jeder
Übergang
aus einem
Zustande
in den
anderen
in einer
Zeit
, die zwischen zwei
Augenblicken
enthalten
ist, deren der
erste
den
Zustand
bestimmt
, aus
welchem
das
Ding
herausgeht
, der
zweite
den, in
welchen
es
gelangt
.
Beide
also sind
Grenzen
der
Zeit
einer
Veränderung
,
mithin
des
Zwischenzustandes
zwischen
beiden
Zuständen
, und
gehören
als solche mit zu der
ganzen
Veränderung
. Nun hat jede
Veränderung
eine
Ursache
,
welche
in der
ganzen
Zeit
, in
welcher
jene
vorgeht
, ihre
Kausalität
beweist
. Also
bringt
diese
Ursache
ihre
Veränderung
nicht
plötzlich
(auf
einmal
oder in einem
Augenblicke
)
hervor
,
sondern
in einer
Zeit
, so, daß, wie die
Zeit
vom
Anfangsaugenblickea
bis zu ihrer
Vollendung
inb
wächst
, auch die
Größe
der
Realität
(
b-a
) durch alle
kleineren
Grade
, die zwischen dem
ersten
und
letzten
enthalten
sind,
erzeugt
wird. Alle
Veränderung
ist also nur durch eine
kontinuierliche
Handlung
der
Kausalität
möglich
,
welche
,
sofern
sie
gleichförmig
ist, ein
Moment
heißt
. Aus diesen
Momenten
besteht
nicht die
Veränderung
,
sondern
wird
dadurch
erzeugt
als ihre
Wirkung
.
Das ist nun das
Gesetz
der
Kontinuität
aller
Veränderung
, dessen
Grund
dieser ist: daß weder die
Zeit
, noch auch die
Erscheinung
in der
Zeit
, aus
Teilen
besteht
, die die
kleinsten
sind, und daß doch der
Zustand
des
Dinges
bei seiner
Veränderung
durch alle diese
Teile
, als
Elemente
, zu seinem
zweiten
Zustande
übergehe
. Es ist kein
Unterschied
des
Realen
in der
Erscheinung
, so wie kein
Unterschied
in der
Größe
der
Zeiten
, der
kleinste
, und so
erwächst
der
neue
Zustand
der
Realität
von dem
ersten
an, darin diese nicht war, durch alle
unendlichen
Grade
derselben
, deren
Unterschiede
voneinander
insgesamt
kleiner
sind, als der
zwischeno
unda
.
Welchen
Nutzen
dieser
Satz
in der
Naturforschung
haben
möge
, das
geht
uns hier nichts an. Aber, wie ein
solcher
Satz
, der
unsere
Erkenntnis
der
Natur
so zu
erweitern
scheint
,
völlig
a
priori
möglich
sei
, das
erfordert
gar
sehr
unsere
Prüfung
,
wenngleich
der
Augenschein
beweist
, daß er
wirklich
und richtig
sei
, und man also der
Frage
, wie er
möglich
gewesen
,
überhoben
zu
sein
glauben
möchte
.
Denn
es
gibt
so
mancherlei
ungegründete
Anmaßungen
der
Erweiterung
unserer
Erkenntnis
durch
reine
Vernunft
: daß es zum
allgemeinen
Grundsatz
angenommen
werden
muß
, deshalb
durchaus
mißtrauisch
zu
sein
, und ohne
Dokumente
, die eine
gründliche
Deduktion
verschaffen
können
, selbst auf den
klarsten
dogmatischen
Beweis
nichts
dergleichen
zu
glauben
und
anzunehmen
.
Aller
Zuwachs
des
empirischen
Erkenntnisses
, und jeder
Fortschritt
der
Wahrnehmung
ist nichts, als eine
Erweiterung
der
Bestimmung
des
inneren
Sinnes
,
d.i.
ein
Fortgang
in der
Zeit
, die
Gegenstände
mögen
sein
,
welche
sie
wollen
,
Erscheinungen
, oder
reine
Anschauungen
. Dieser
Fortgang
in der
Zeit
bestimmt
alles, und ist an sich selbst durch nichts weiter
bestimmt
:
d.i.
die
Teile
desselben
sind nur in der
Zeit
, und durch die
Synthesis
derselben
, sie aber nicht
vor
ihr
gegeben
. Um
deswillen
ist ein jeder
Übergang
in der
Wahrnehmung
zu etwas, was in der
Zeit
folgt
, eine
Bestimmung
der
Zeit
durch die
Erzeugung
dieser
Wahrnehmung
, und
da
jene
, immer und in
allen
ihren
Teilen
, eine
Größe
ist, die
Erzeugung
einer
Wahrnehmung
als einer
Größe
durch alle
Grade
, deren keiner der
kleinste
ist, von dem
Zero
an, bis zu ihrem
bestimmten
Grad
.
Hieraus
erhellt
nun die
Möglichkeit
, ein
Gesetz
der
Veränderungen
, ihrer
Form
nach,
a
priori
zu
erkennen
. Wir
antizipieren
nur
unsere
eigene
Apprehension
, deren
formale
Bedingung
,
da
sie uns
vor
aller
gegebenen
Erscheinung
selbst
beiwohnt
,
allerdings
a
priori
muß
erkannt
werden
können
.
So ist
demnach
,
ebenso
, wie die
Zeit
die
sinnliche
Bedingung
a
priori
von der
Möglichkeit
eines
kontinuierlichen
Fortganges
des
Existierenden
zu dem
Folgenden
enthält
, der
Verstand
,
vermittelst
der
Einheit
der
Apperzeption
, die
Bedingung
a
priori
der
Möglichkeit
einer
kontinuierlichen
Bestimmung
aller
Stellen
für
die
Erscheinungen
in dieser
Zeit
, durch die
Reihe
von
Ursachen
und
Wirkungen
, deren die
ersteren
der
letzteren
ihr
Dasein
unausbleiblich
nach sich
ziehen
, und
dadurch
die
empirische
Erkenntnis
der
Zeitverhältnisse
für
jede
Zeit
(
allgemein
)
mithin
objektiv
gültig
machen
.
C
.
Dritte
Analogie
Grundsatz
der
Gemeinschaft
Alle
Substanzen
,
sofern
sie
zugleich
sind,
stehen
in
durchgängiger
Gemeinschaft
, (
d.i.
Wechselwirkung
untereinander
).
Beweis
Dinge
sind
zugleich
,
sofern
sie in einer und
derselben
Zeit
existieren
.
Woran
erkennt
man aber: daß sie in einer und
derselben
Zeit
sind? Wenn die
Ordnung
in der
Synthesis
der
Apprehension
dieses
Mannigfaltigen
gleichgültig
ist,
d.i.
von
A
durch
B
,
C
,
D
aufE
, oder auch
umgekehrt
von
E
zuA
gehen
kann.
Denn
,
wäre
sie in der
Zeit
nacheinander
(in der
Ordnung
, die
vonA
anhebt
, und
inE
endigt
), so ist es
unmöglich
, die
Apprehension
in der
Wahrnehmung
vonE
anzuheben
, und
rückwärts
zuA
fortzugehen
,
weilA
zur
vergangenen
Zeit
gehört
, und also kein
Gegenstand
der
Apprehension
mehr
sein
kann.
Nehmet
nun an: in einer
Mannigfaltigkeit
von
Substanzen
als
Erscheinungen
wäre
jede
derselben
völlig
isoliert
,
d.i.
keine
wirkte
in die
andere
, und
empfänge
von dieser
wechselseitig
Einflüsse
, so
sage
ich: daß das
Zugleichsein
derselben
kein
Gegenstand
einer
möglichen
Wahrnehmung
sein
würde
, und daß das
Dasein
der einen, durch
keinen
Weg
der
empirischen
Synthesis
, auf das
Dasein
der
anderen
führen
könnte
.
Denn
, wenn ihr
euch
gedenkt
, sie
wären
durch einen
völlig
leeren
Raum
getrennt
, so
würde
die
Wahrnehmung
, die von der einen zur
anderen
in der
Zeit
fortgeht
, zwar dieser ihr
Dasein
,
vermittelst
einer
folgenden
Wahrnehmung
bestimmen
, aber nicht
unterscheiden
können
, ob die
Erscheinung
objektiv
auf die
erstere
folge
, oder mit
jener
vielmehr
zugleich
sei
.
Es
muß
also noch
außer
dem
bloßen
Dasein
etwas
sein
,
wodurch
A
demB
seine
Stelle
in der
Zeit
bestimmt
, und
umgekehrt
auch
wiederum
B
demA
, weil nur unter dieser
Bedingung
gedachte
Substanzen
, als
zugleich
existierend
,
empirisch
vorgestellt
werden
können
. Nun
bestimmt
nur
dasjenige
dem
anderen
seine
Stelle
in der
Zeit
, was die
Ursache
von
ihm
oder seinen
Bestimmungen
ist. Also
muß
jede
Substanz
(
da
sie nur in
Ansehung
ihrer
Bestimmungen
Folge
sein
kann) die
Kausalität
gewisser
Bestimmungen
in der
anderen
, und
zugleich
die
Wirkungen
von der
Kausalität
der
anderen
in sich
enthalten
,
d.i.
sie
müssen
in
dynamischer
Gemeinschaft
(
unmittelbar
oder
mittelbar
)
stehen
, wenn das
Zugleichsein
in irgendeiner
möglichen
Erfahrung
erkannt
werden
soll
. Nun ist aber alles
dasjenige
in
Ansehung
der
Gegenstände
der
Erfahrung
notwendig
, ohne
welches
die
Erfahrung
von diesen
Gegenständen
selbst
unmöglich
sein
würde
. Also ist es
allen
Substanzen
in der
Erscheinung
,
sofern
sie
zugleich
sind,
notwendig
, in
durchgängiger
Gemeinschaft
der
Wechselwirkung
untereinander
zu
stehen
.
Das
Wort
Gemeinschaft
ist in unserer
Sprache
zweideutig
, und kann soviel als
communio
, aber auch als
commercium
bedeuten
. Wir
bedienen
uns hier
desselben
im
letzteren
Sinn
, als einer
dynamischen
Gemeinschaft
, ohne
welche
selbst die
lokale
(
communio
spatii
)
niemals
empirisch
erkannt
werden
könnte
.
Unseren
Erfahrungen
ist es
leicht
anzumerken
, daß nur die
kontinuierlichen
Einflüsse
in
allen
Stellen
des
Raumes
unseren
Sinn
von einem
Gegenstande
zum
anderen
leiten
können
, daß das
Licht
,
welches
zwischen unserem
Auge
und den
Weltkörpern
spielt
, eine
mittelbare
Gemeinschaft
zwischen uns und diesen
bewirken
und
dadurch
das
Zugleichsein
der
letzteren
beweisen
, daß wir
keinen
Ort
empirisch
verändern
(diese
Veränderung
wahrnehmen
)
können
, ohne daß uns
allerwärts
Materie
die
Wahrnehmung
unserer
Stelle
möglich
mache
, und diese nur
vermittelst
ihres
wechselseitigen
Einflusses
ihr
Zugleichsein
, und
dadurch
, bis zu den
entlegensten
Gegenständen
, die
Koexistenz
derselben
(
obzwar
nur
mittelbar
)
dartun
kann. Ohne
Gemeinschaft
ist jede
Wahrnehmung
(der
Erscheinung
im
Raume
) von der
anderen
abgebrochen
, und die
Kette
empirischer
Vorstellungen
,
d.i.
Erfahrung
,
würde
bei einem
neuen
Objekt
ganz
von
vorne
anfangen
, ohne daß die
vorige
damit im
geringsten
zusammenhänge
, oder im
Zeitverhältnisse
stehen
könnte
. Den
leeren
Raum
will ich
hierdurch
gar
nicht
widerlegen
;
denn
der
mag
immer
sein
,
wohin
Wahrnehmungen
gar
nicht
reichen
, und also keine
empirische
Erkenntnis
des
Zugleichseins
stattfindet
; er ist aber
alsdann
für
alle
unsere
mögliche
Erfahrung
gar
kein
Objekt
.
Zur
Erläuterung
kann
folgendes
dienen
. In unserem
Gemüte
müssen
alle
Erscheinungen
, als in einer
möglichen
Erfahrung
enthalten
, in
Gemeinschaft
(
communio
) der
Apperzeption
stehen
, und
sofern
die
Gegenstände
als
zugleich
existierend
verknüpft
vorgestellt
werden
sollen
, so
müssen
sie ihre
Stelle
in einer
Zeit
wechselseitig
bestimmen
, und
dadurch
ein
Ganzes
ausmachen
.
Soll
diese
subjektive
Gemeinschaft
auf einem
objektiven
Grunde
beruhen
, oder auf
Erscheinungen
als
Substanzen
bezogen
werden, so
muß
die
Wahrnehmung
der einen, als
Grund
, die
Wahrnehmung
der
anderen
, und so
umgekehrt
,
möglich
machen
, damit die
Sukzession
, die
jederzeit
in den
Wahrnehmungen
, als
Apprehensionen
ist, nicht den
Objekten
beigelegt
werde
,
sondern
diese als
zugleichexistierend
vorgestellt
werden
können
. Dieses ist aber ein
wechselseitiger
Einfluß
,
d.i.
eine
reale
Gemeinschaft
(
commercium
) der
Substanzen
, ohne
welche
also das
empirische
Verhältnis
des
Zugleichseins
nicht in der
Erfahrung
stattfinden
könnte
. Durch dieses
Commercium
machen
die
Erscheinungen
,
sofern
sie
außereinander
und doch in
Verknüpfung
stehen
, ein
Zusammengesetztes
aus (
compositum
reale
), und
dergleichen
Composita
werden auf
mancherlei
Art
möglich
. Die drei
dynamischen
Verhältnisse
, daraus alle
übrigen
entspringen
, sind daher das der
Inhärenz
, der
Konsequenz
und der
Komposition
.
Dies sind
denn
also die drei
Analogien
der
Erfahrung
. Sie sind nichts
anderes
, als
Grundsätze
der
Bestimmung
des
Daseins
der
Erscheinungen
in der
Zeit
, nach
allen
drei
modis
derselben
, dem
Verhältnisse
zu der
Zeit
selbst, als einer
Größe
(die
Größe
des
Daseins
,
d.i.
die
Dauer
), dem
Verhältnisse
in der
Zeit
, als einer
Reihe
(
nacheinander
),
endlich
auch in ihr, als einem
Inbegriff
alles
Daseins
(
zugleich
). Diese
Einheit
der
Zeitbestimmung
ist durch und durch
dynamisch
,
d.i.
die
Zeit
wird nicht als
dasjenige
angesehen
,
worin
die
Erfahrung
unmittelbar
jedem
Dasein
seine
Stelle
bestimmte
,
welches
unmöglich
ist, weil die
absolute
Zeit
kein
Gegenstand
der
Wahrnehmung
ist, womit
Erscheinungen
könnten
zusammengehalten
werden;
sondern
die
Regel
des
Verstandes
, durch
welche
allein das
Dasein
der
Erscheinungen
synthetische
Einheit
nach
Zeitverhältnissen
bekommen
kann,
bestimmt
jeder
derselben
ihre
Stelle
in der
Zeit
,
mithin
a
priori
, und
gültig
für
alle und jede
Zeit
.
Unter
Natur
(im
empirischen
Verstande
)
verstehen
wir den
Zusammenhang
der
Erscheinungen
ihrem
Dasein
nach, nach
notwendigen
Regeln
,
d.i.
nach
Gesetzen
. Es sind also
gewisse
Gesetze
, und zwar
a
priori
,
welche
allererst
eine
Natur
möglich
machen
; die
empirischen
können
nur
vermittelst
der
Erfahrung
, und zwar
zufolge
jener
ursprünglichen
Gesetze
, nach
welchen
selbst
Erfahrung
allererst
möglich
wird,
stattfinden
, und
gefunden
werden.
Unsere
Analogien
stellen
also
eigentlich
die
Natureinheit
im
Zusammenhange
aller
Erscheinungen
unter
gewissen
Exponenten
dar
,
welche
nichts
anderes
ausdrücken
, als das
Verhältnis
der
Zeit
(
sofern
sie alles
Dasein
in sich
begreift
) zur
Einheit
der
Apperzeption
, die nur in der
Synthesis
nach
Regeln
stattfinden
kann.
Zusammen
sagen
sie also: alle
Erscheinungen
liegen
in einer
Natur
, und
müssen
darin
liegen
, weil ohne diese
Einheit
a
priori
keine
Einheit
der
Erfahrung
,
mithin
auch keine
Bestimmung
der
Gegenstände
in
derselben
möglich
wäre
.
Über die
Beweisart
aber, deren wir uns bei diesen
transzendentalen
Naturgesetzen
bedient
haben, und die
Eigentümlichkeit
derselben
, ist eine
Anmerkung
zu
machen
, die
zugleich
als
Vorschrift
für
jeden
anderen
Versuch
,
intellektuelle
und
zugleich
synthetische
Sätze
a
priori
zu
beweisen
, sehr
wichtig
sein
muß
.
Hätten
wir diese
Analogien
dogmatisch
,
d.i.
aus
Begriffen
,
beweisen
wollen
: daß
nämlich
alles, was
existiert
, nur in dem
angetroffen
werde
, was
beharrlich
ist, daß jede
Begebenheit
etwas im
vorigen
Zustande
voraussetze
,
worauf
es nach einer
Regel
folgt
,
endlich
in dem
Mannigfaltigen
, das
zugleich
ist, die
Zustände
in
Beziehung
aufeinander
nach einer
Regel
zugleich
seien
(in
Gemeinschaft
stehen
), so
wäre
alle
Bemühung
gänzlich
vergeblich
gewesen
.
Denn
man kann von einem
Gegenstande
und dessen
Dasein
auf das
Dasein
des
anderen
, oder seine
Art
zu
existieren
, durch
bloße
Begriffe
dieser
Dinge
gar
nicht
kommen
, man
mag
dieselben
zergliedern
, wie man
wolle
. Was
blieb
uns nun
übrig
? Die
Möglichkeit
der
Erfahrung
, als einer
Erkenntnis
, darin uns alle
Gegenstände
zuletzt
müssen
gegeben
werden
können
, wenn ihre
Vorstellung
für
uns
objektive
Realität
haben
soll
. In diesem
Dritten
nun, dessen
wesentliche
Form
in der
synthetischen
Einheit
der
Apperzeption
aller
Erscheinungen
besteht
,
fanden
wir
Bedingungen
a
priori
der
durchgängigen
und
notwendigen
Zeitbestimmung
alles
Daseins
in der
Erscheinung
, ohne
welche
selbst die
empirische
Zeitbestimmung
unmöglich
sein
würde
, und
fanden
Regeln
der
synthetischen
Einheit
a
priori
,
vermittelst
deren wir die
Erfahrung
antizipieren
konnten
. In
Ermanglung
dieser
Methode
, und bei dem
Wahne
,
synthetische
Sätze
,
welche
der
Erfahrungsgebrauch
des
Verstandes
als seine
Prinzipien
empfiehlt
,
dogmatisch
beweisen
zu
wollen
, ist es
denn
geschehen
, daß von dem
Satze
des
zureichenden
Grundes
so
oft
, aber immer
vergeblich
ein
Beweis
ist
versucht
worden
. An die
beiden
übrigen
Analogien
hat niemand
gedacht
, ob man sich ihrer
gleich
immer
stillschweigend
bediente
10
, weil der
Leitfaden
der
Kategorien
fehlte
, der allein jede
Lücke
des
Verstandes
, sowohl in
Begriffen
als
Grundsätzen
,
entdecken
und
merklich
machen
kann.
9
Man
merke
wohl
: daß ich nicht von der
Veränderung
gewisser
Relationen
überhaupt
,
sondern
von
Veränderung
des
Zustandes
rede
. Daher, wenn ein
Körper
sich
gleichförmig
bewegt
, so
verändert
er seinen
Zustand
(der
Bewegung
)
gar
nicht; aber
wohl
, wenn seine
Bewegung
zu-
und
abnimmt
.
10
Die
Einheit
des
Weltganzen
, in
welchem
alle
Erscheinungen
verknüpft
sein
sollen
, ist
offenbar
eine
bloße
Folgerung
des
insgeheim
angenommenen
Grundsatzes
der
Gemeinschaft
aller
Substanzen
, die
zugleich
sind:
denn
,
wären
sie
isoliert
, so
würden
sie nicht als
Teile
ein
Ganzes
ausmachen
, und
wäre
ihre
Verknüpfung
(
Wechselwirkung
des
Mannigfaltigen
) nicht schon um des
Zugleichseins
willen
notwendig
, so
könnte
man aus diesem, als einem
bloß
idealen
Verhältnis
, auf
jene
, als ein
reales
, nicht
schließen
.
Wiewohl
wir an seinem
Ort
gezeigt
haben: daß die
Gemeinschaft
eigentlich
der
Grund
der
Möglichkeit
einer
empirischen
Erkenntnis
, der
Koexistenz
sei
, und daß man also
eigentlich
nur aus dieser auf
jene
, als ihre
Bedingung
,
zurückschließe
.
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