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Immanuel Kant
Kritik der reinen Vernunft (1781)
IntraText CT - Text
I. Transzendentale Elementarlehre
Zweiter Teil Die transzendentale Logik
Zweite Abteilung Die transzendentale Dialektik
Zweites Buch Von den dialektischen Schlüssen der reinen Vernunft
Erstes Hauptstück Von den Paralogismen der reinen Vernunft
Zweiter Paralogism der Simplizität
zurück
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Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden
Zweiter
Paralogism
der
Simplizität
Dasjenige
Ding
, dessen
Handlung
niemals
als die
Konkurrenz
vieler
handelnden
Dinge
angesehen
werden kann, ist
einfach
.
Nun ist die
Seele
, oder das
denkende
Ich, ein
solches
: Also
usw
.
Kritik
des
zweiten
Paralogisms
der
transzendentalen
Psychologie
Dies ist der
Achilles
aller
dialektischen
Schlüsse
der
reinen
Seelenlehre
, nicht etwa
bloß
ein
sophistisches
Spiel
,
welches
ein
Dogmatiker
erkünstelt
, um seinen
Behauptungen
einen
flüchtigen
Schein
zu
geben
,
sondern
ein
Schluß
, der sogar die
schärfste
Prüfung
und die
größte
Bedenklichkeit
des
Nachforschens
auszuhalten
scheint
. Hier ist er.
Eine jede
zusammengesetzte
Substanz
ist ein
Aggregat
vieler
, und die
Handlung
eines
Zusammengesetzten
, oder das, was
ihm
, als einem
solchen
,
inhäriert
, ist ein
Aggregat
vieler
Handlungen
oder
Akzidenzen
,
welche
unter der
Menge
der
Substanzen
verteilt
sind. Nun ist zwar eine
Wirkung
, die aus der
Konkurrenz
vieler
handelnden
Substanzen
entspringt
,
möglich
, wenn diese
Wirkung
bloß
äußerlich
ist (wie
z
.
B
. die
Bewegung
eines
Körpers
die
vereinigte
Bewegung
aller seiner
Teile
ist). Allein mit
Gedanken
, als
innerlich
zu einem
denkenden
Wesen
gehörigen
Akzidenzen
, ist es anders
beschaffen
.
Denn
,
setzt
, das
Zusammengesetzte
dächte
: so
würde
ein jeder
Teil
desselben
einen
Teil
des
Gedankens
, alle aber
zusammengenommen
allererst
den
ganzen
Gedanken
enthalten
. Nun ist dieses aber
widersprechend
.
Denn
, weil die
Vorstellungen
, die unter
verschiedenen
Wesen
verteilt
sind, (
z
.
B
. die
einzelnen
Wörter
eines
Verses
)
niemals
einen
ganzen
Gedanken
(einen
Vers
)
ausmachen
: so kann der
Gedanke
nicht einem
Zusammengesetzten
, als einem
solchen
,
inhärieren
. Er ist also nur in einer
Substanz
möglich
, die nicht ein
Aggregat
von
vielen
,
mithin
schlechterdings
einfach
ist
17
.
Der
sogenannte
nervus
probandi
dieses
Argumente
liegt
in dem
Satze
: daß viele
Vorstellungen
in der
absoluten
Einheit
des
denkenden
Subjekts
enthalten
sein
müssen
, um einen
Gedanken
auszumachen
. Diesen
Satz
aber kann niemand aus
Begriffen
beweisen
.
Denn
, wie
wollte
er es
wohl
anfangen
, um dies zu
leisten
? Der
Satz
: Ein
Gedanke
kann nur die
Wirkung
der
absoluten
Einheit
des
denkenden
Wesens
sein
, kann nicht als
analytisch
behandelt
werden.
Denn
die
Einheit
des
Gedankens
, der aus
vielen
Vorstellungen
besteht
, ist
kollektiv
und kann sich, den
bloßen
Begriffen
nach,
ebensowohl
auf die
kollektive
Einheit
der daran
mitwirkenden
Substanzen
beziehen
, (wie die
Bewegung
eines
Körpers
die
zusammengesetzte
Bewegung
aller
Teile
desselben
ist) als auf die
absolute
Einheit
des
Subjekts
. Nach der
Regel
der
Identität
kann also die
Notwendigkeit
der
Voraussetzung
einer
einfachen
Substanz
, bei einem
zusammengesetzten
Gedanken
, nicht
eingesehen
werden. Daß aber
ebenderselbe
Satz
synthetisch
und
völlig
a
priori
aus
lauter
Begriffen
erkannt
werden
solle
, das wird sich niemand zu
verantworten
getrauen
, der den
Grund
der
Möglichkeit
synthetischer
Sätze
a
priori
, so wie wir
ihn
oben
dargestellt
haben,
einsieht
.
Nun ist es aber auch
unmöglich
, diese
notwendige
Einheit
des
Subjekts
, als die
Bedingung
der
Möglichkeit
eines
jeden
Gedankens
, aus der
Erfahrung
abzuleiten
.
Denn
diese
gibt
keine
Notwendigkeit
zu
erkennen
,
geschweige
, daß der
Begriff
der
absoluten
Einheit
weit
über ihre
Sphäre
ist. Woher
nehmen
wir
denn
diesen
Satz
,
worauf
sich der
ganze
psychologische
Vernunftschluß
stützt
?
Es ist
offenbar
: daß, wenn man sich ein
denkend
Wesen
vorstellen
will, man sich selbst an seine
Stelle
setzen
, und also dem
Objekte
,
welches
man
erwägen
wollte
,
sein
eigenes
Subjekt
unterschieben
müsse
, (
welches
in keiner
anderen
Art
der
Nachforschung
der
Fall
ist) und daß wir nur darum
absolute
Einheit
des
Subjekts
zu einem
Gedanken
erfordern
, weil sonst nicht
gesagt
werden
könnte
: Ich
denke
(das
Mannigfaltige
in einer
Vorstellung
).
Denn
obgleich das
Ganze
des
Gedankens
geteilt
und unter viele
Subjekte
verteilt
werden
könnte
, so kann doch das
subjektive
Ich nicht
geteilt
und
verteilt
werden, und dieses
setzen
wir doch bei allem
Denken
voraus
.
Also
bleibt
ebenso
hier, wie in dem
vorigen
Paralogism
, der
formale
Satz
der
Apperzeption
: Ich
denke
, der
ganze
Grund
, auf
welchen
die
rationale
Psychologie
die
Erweiterung
ihrer
Erkenntnisse
wagt
,
welcher
Satz
zwar
freilich
keine
Erfahrung
ist,
sondern
die
Form
der
Apperzeption
, die jeder
Erfahrung
anhängt
und ihr
vorgeht
,
gleichwohl
aber nur immer in
Ansehung
einer
möglichen
Erkenntnis
überhaupt
, als
bloß
subjektive
Bedingung
derselben
,
angesehen
werden
muß
, die wir mit
Unrecht
zur
Bedingung
der
Möglichkeit
einer
Erkenntnis
der
Gegenstände
,
nämlich
zu einem
Begriffe
vom
denkenden
Wesen
überhaupt
machen
, weil wir dieses uns nicht
vorstellen
können
, ohne uns selbst mit der
Formel
unseres
Bewußtseins
an die
Stelle
jedes
anderen
intelligenten
Wesens
zu
setzen
.
Aber die
Einfachheit
meiner selbst (als
Seele
) wird auch
wirklich
nicht aus dem
Satze
: Ich
denke
,
geschlossen
,
sondern
der
erstere
liegt
schon in jedem
Gedanken
selbst. Der
Satz
: Ich bin
einfach
,
muß
als ein
unmittelbarer
Ausdruck
der
Apperzeption
angesehen
werden, so wie der
vermeintliche
kartesianische
Schluß
,
cogito
,
ergo
sum
, in der
Tat
tautologisch
ist,
indem
das
cogito
(
sum
cogitans
) die
Wirklichkeit
unmittelbar
aussagt
. Ich bin
einfach
,
bedeutet
aber nichts mehr, als daß diese
Vorstellung
: Ich, nicht die
mindeste
Mannigfaltigkeit
in sich
lasse
, und daß sie
absolute
(
obzwar
bloß
logische
)
Einheit
sei
.
Also ist der so
berühmte
psychologische
Beweis
lediglich
auf der
unteilbaren
Einheit
einer
Vorstellung
, die nur das
Verbum
in
Ansehung
einer
Person
dirigiert
,
gegründet
. Es ist aber
offenbar
: daß das
Subjekt
der
Inhärenz
durch das dem
Gedanken
angehängte
Ich nur
transzendental
bezeichnet
werde
, ohne die
mindeste
Eigenschaft
desselben
zu
bemerken
, oder
überhaupt
etwas von
ihm
zu
kennen
, oder zu
wissen
. Es
bedeutet
ein Etwas
überhaupt
(
transzendentales
Subjekt
), dessen
Vorstellung
allerdings
einfach
sein
muß
,
eben
darum, weil man
gar
nichts an
ihm
bestimmt
, wie
denn
gewiß
nichts
einfacher
vorgestellt
werden kann, als durch den
Begriff
von einem
bloßen
Etwas. Die
Einfachheit
aber der
Vorstellung
von einem
Subjekt
ist darum nicht eine
Erkenntnis
von der
Einfachheit
des
Subjekts
selbst,
denn
von dessen
Eigenschaften
wird
gänzlich
abstrahiert
, wenn es
lediglich
durch den an
Inhalt
gänzlich
leeren
Ausdruck
Ich, (
welchen
ich auf jedes
denkende
Subjekt
anwenden
kann),
bezeichnet
wird.
Soviel ist
gewiß
: daß ich mir durch das Ich
jederzeit
eine
absolute
, aber
logische
Einheit
des
Subjekts
(
Einfachheit
)
gedenke
, aber nicht, daß ich
dadurch
die
wirkliche
Einfachheit
meines
Subjekts
erkenne
. So wie der
Satz
: ich bin
Substanz
, nichts als die
reine
Kategorie
bedeutete
, von der ich in
concreto
keinen
Gebrauch
(
empirischen
)
machen
kann: so ist es mir auch
erlaubt
zu
sagen
: Ich bin eine
einfache
Substanz
,
d.i.
deren
Vorstellung
niemals
eine
Synthesis
des
Mannigfaltigen
enthält
, aber dieser
Begriff
, oder auch dieser
Satz
,
lehrt
uns nicht das
mindeste
in
Ansehung
meiner selbst als eines
Gegenstandes
der
Erfahrung
, weil der
Begriff
der
Substanz
selbst nur als
Funktion
der
Synthesis
, ohne
unterlegte
Anschauung
,
mithin
ohne
Objekt
gebraucht
wird, und nur von der
Bedingung
unserer
Erkenntnis
, aber nicht von
irgendeinem
anzugebenden
Gegenstande
gilt
. Wir
wollen
über die
vermeintliche
Brauchbarkeit
dieses
Satzes
einen
Versuch
anstellen
.
Jedermann
muß
gestehen
: daß die
Behauptung
von der
einfachen
Natur
der
Seele
nur
sofern
von
einigem
Werte
sei
, als ich
dadurch
dieses
Subjekt
von aller
Materie
zu
unterscheiden
und sie
folglich
von der
Hinfälligkeit
ausnehmen
kann, der diese
jederzeit
unterworfen
ist. Auf diesen
Gebrauch
ist
obiger
Satz
auch
ganz
eigentlich
angelegt
, daher er auch
mehrerenteils
so
ausgedrückt
wird: die
Seele
ist nicht
körperlich
. Wenn ich nun
zeigen
kann: daß, ob man
gleich
diesem
Kardinalsatze
der
rationalen
Seelenlehre
, in der
reinen
Bedeutung
eines
bloßen
Vernunftsurteils
, (aus
reinen
Kategorien
), alle
objektive
Gültigkeit
einräumt
, (alles, was
denkt
, ist
einfache
Substanz
),
dennoch
nicht der
mindeste
Gebrauch
von diesem
Satze
, in
Ansehung
der
Ungleichartigkeit
, oder
Verwandtschaft
derselben
mit der
Materie
,
gemacht
werden
könne
: so wird dieses
ebensoviel
sein
, als ob ich diese
vermeintliche
psychologische
Einsicht
in das
Feld
bloßer
Ideen
verwiesen
hätte, denen es an
Realität
des
objektiven
Gebrauchs
mangelt
.
Wir haben in der
transzendentalen
Ästhetik
unleugbar
bewiesen
: daß
Körper
bloße
Erscheinungen
unseres
äußeren
Sinnes
, und nicht
Dinge
an sich selbst sind. Diesem
gemäß
können
wir mit
Recht
sagen
: daß unser
denkendes
Subjekt
nicht
körperlich
sei
, das
heißt
: daß,
da
es als
Gegenstand
des
inneren
Sinnes
von uns
vorgestellt
wird, es,
insofern
als es
denkt
, kein
Gegenstand
äußerer
Sinne
,
d.i.
keine
Erscheinung
im
Raume
sein
könne
. Dieses will nun so viel
sagen
: es
können
uns
niemals
unter
äußeren
Erscheinungen
denkende
Wesen
, als solche,
vorkommen
, oder, wir
können
ihre
Gedanken
, ihr
Bewußtsein
, ihre
Begierden
usw
. nicht
äußerlich
anschauen
;
denn
dieses
gehört
alles
vor
den
inneren
Sinn
. In der
Tat
scheint
dieses
Argument
auch das
natürliche
und
populäre
,
worauf
selbst der
gemeinste
Verstand
von
jeher
gefallen
zu
sein
scheint
, und
dadurch
schon sehr
früh
Seelen
, als von den
Körpern
ganz
unterschiedene
Wesen
, zu
betrachten
angefangen
hat.
Ob nun aber
gleich
die
Ausdehnung
, die
Undurchdringlichkeit
,
Zusammenhang
und
Bewegung
,
kurz
alles, was uns
äußere
Sinne
nur
liefern
können
, nicht
Gedanken
,
Gefühl
,
Neigung
oder
Entschließung
sein
, oder solche
enthalten
werden, als die
überall
keine
Gegenstände
äußerer
Anschauung
sind, so konnte doch
wohl
dasjenige
Etwas,
welches
den
äußeren
Erscheinungen
zum
Grunde
liegt
, was
unseren
Sinn
so
affiziert
, daß er die
Vorstellungen
von
Raum
,
Materie
,
Gestalt
usw
.
bekommt
, dieses Etwas, als
Noumenon
(oder
besser
, als
transzendentaler
Gegenstand
)
betrachtet
,
könnte
doch auch
zugleich
das
Subjekt
der
Gedanken
sein
,
wiewohl
wir durch die
Art
, wie unser
äußerer
Sinn
dadurch
affiziert
wird, keine
Anschauung
von
Vorstellungen
,
Willen
usw
.,
sondern
bloß
vom
Raum
und dessen
Bestimmungen
bekommen
. Dieses Etwas aber ist nicht
ausgedehnt
, nicht
undurchdringlich
, nicht
zusammengesetzt
, weil alle diese
Prädikate
nur die
Sinnlichkeit
und deren
Anschauung
angehen
,
sofern
wir von
dergleichen
(uns
übrigens
unbekannten
)
Objekten
affiziert
werden. Diese
Ausdrücke
aber
geben
gar
nicht zu
erkennen
, was
für
ein
Gegenstand
es
sei
,
sondern
nur: daß
ihm
, als einem
solchen
, der ohne
Beziehung
auf
äußere
Sinne
an sich selbst
betrachtet
wird, diese
Prädikate
äußerer
Erscheinungen
nicht
beigelegt
werden
können
. Allein die
Prädikate
des
innern
Sinnes
,
Vorstellungen
und
Denken
,
widersprechen
ihm
nicht.
Demnach
ist selbst durch die
eingeräumte
Einfachheit
der
Natur
die
menschliche
Seele
von der
Materie
, wenn man sie (wie man
soll
)
bloß
als
Erscheinung
betrachtet
, in
Ansehung
des
Substrati
derselben
gar
nicht
hinreichend
unterschieden
.
Wäre
Materie
ein
Ding
an sich selbst, so
würde
sie als ein
zusammengesetztes
Wesen
von der
Seele
, als einem
einfachen
, sich
ganz
und
gar
unterscheiden
. Nun ist sie aber
bloß
äußere
Erscheinung
, deren
Substratum
durch
gar
keine
anzugebende
Prädikate
erkannt
wird;
mithin
kann ich von diesem
wohl
annehmen
, daß es an sich
einfach
sei
, ob es zwar in der
Art
, wie es
unsere
Sinne
affiziert
, in uns die
Anschauung
des
Ausgedehnten
und
mithin
Zusammengesetzten
hervorbringt
, und daß also der
Substanz
, der in
Ansehung
unseres
äußeren
Sinnes
Ausdehnung
zukommt
, an sich selbst
Gedanken
beiwohnen
, die durch ihren
eigenen
inneren
Sinn
mit
Bewußtsein
vorgestellt
werden
können
. Auf solche
Weise
würde
ebendasselbe
, was in einer
Beziehung
körperlich
heißt
, in einer
andere
zugleich
ein
denkend
Wesen
sein
, dessen
Gedanken
wir zwar nicht, aber doch die
Zeichen
derselben
in der
Erscheinung
,
anschauen
können
.
Dadurch
würde
der
Ausdruck
wegfallen
, daß nur
Seelen
(als
besondere
Arten
von
Substanzen
)
denken
; es
würde
vielmehr
wie
gewöhnlich
heißen
, daß
Menschen
denken
,
d.i.
ebendasselbe
, was, als
äußere
Erscheinung
,
ausgedehnt
ist,
innerlich
(an sich selbst) ein
Subjekt
sei
, was nicht
zusammengesetzt
,
sondern
einfach
ist und
denkt
.
Aber, ohne
dergleichen
Hypothesen
zu
erlauben
, kann man
allgemein
bemerken
: daß, wenn ich unter
Seele
ein
denkend
Wesen
an sich
verstehe
, die
Frage
an sich schon
unschicklich
sei
: ob sie
nämlich
mit der
Materie
(die
gar
kein
Ding
an sich selbst,
sondern
nur eine
Art
Vorstellungen
in uns ist) von
gleicher
Art
sei
, oder nicht,
denn
das
versteht
sich schon von selbst, daß ein
Ding
an sich selbst von anderer
Natur
sei
, als die
Bestimmungen
, die
bloß
seinen
Zustand
ausmachen
.
Vergleichen
wir aber das
denkende
Ich nicht mit der
Materie
,
sondern
mit dem
Intelligiblen
,
welches
der
äußeren
Erscheinung
, die wir
Materie
nennen
, zum
Grunde
liegt
: so
können
wir, weil wir vom
letzteren
gar
nichts
wissen
, auch nicht
sagen
: daß die
Seele
sich von diesem
irgend
worin
innerlich
unterscheide
.
So ist
demnach
das
einfache
Bewußtsein
keine
Kenntnis
der
einfachen
Natur
unseres
Subjekts
,
insofern
, als dieses
dadurch
von der
Materie
, als einem
zusammengesetzten
Wesen
,
unterschieden
werden
soll
.
Wenn dieser
Begriff
aber dazu nicht
taugt
,
ihn
in dem
einzigen
Falle
,
da
er
brauchbar
ist,
nämlich
in der
Vergleichung
meiner selbst mit
Gegenständen
äußerer
Erfahrung
, das
Eigentümliche
und
Unterscheidende
seiner
Natur
zu
bestimmen
, so
mag
man immer zu
wissen
vorgeben
: das
denkende
Ich, die
Seele
, (ein
Name
für
den
transzendentalen
Gegenstand
des
inneren
Sinnes
)
sei
einfach
; dieser
Ausdruck
hat deshalb doch
gar
keinen
auf
wirkliche
Gegenstände
sich
erstreckenden
Gebrauch
und kann daher
unsere
Erkenntnis
nicht im
mindesten
erweitern
.
So
fällt
demnach
die
ganze
rationale
Psychologie
mit ihrer
Hauptstütze
, und wir
können
so wenig hier, wie sonst
jemals
,
hoffen
, durch
bloße
Begriffe
, (noch
weniger
aber durch die
bloße
subjektive
Form
aller unserer
Begriffe
, das
Bewußtsein
,) ohne
Beziehung
auf
mögliche
Erfahrung
,
Einsichten
auszubreiten
,
zumalen
,
da
selbst der
Fundamentalbegriff
einer
einfachen
Natur
von der
Art
ist, daß er
überall
in keiner
Erfahrung
angetroffen
werden kann, und es
mithin
gar
keinen
Weg
gibt
, zu demselben, als einem
objektivgültigen
Begriffe
, zu
gelangen
.
17
Es ist sehr
leicht
, diesem
Beweise
die
gewöhnliche
schulgerechte
Abgemessenheit
der
Einkleidung
zu
geben
. Allein, es ist zu
meinem
Zwecke
schon
hinreichend
, den
bloßen
Beweisgrund
,
allenfalls
auf
populäre
Art
,
vor
Augen
zu
legen
.
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