Index
|
Wörter
:
alphabetisch
-
Frequenz
-
rückläufig
-
Länge
-
Statistik
|
Hilfe
|
IntraText-Bibliothek
Immanuel Kant
Kritik der reinen Vernunft (1781)
IntraText CT - Text
I. Transzendentale Elementarlehre
Erster Teil Die transzendentale Ästhetik
Zweiter Abschnitt Von der Zeit
zurück
-
vor
Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden
Zweiter
Abschnitt
Von der
Zeit
1. Die
Zeit
ist kein
empirischer
Begriff
, der
irgend
von einer
Erfahrung
abgezogen
worden
.
Denn
das
Zugleichsein
oder
Aufeinanderfolgen
würde
selbst nicht in die
Wahrnehmung
kommen
, wenn die
Vorstellung
der
Zeit
nicht
a
priori
zum
Grunde
läge
. Nur unter deren
Voraussetzung
kann man sich
vorstellen
, daß
einiges
zu einer und
derselben
Zeit
(
zugleich
) oder in
verschiedenen
Zeiten
(
nacheinander
)
sei
.
2. Die
Zeit
ist eine
notwendige
Vorstellung
, die
allen
Anschauungen
zum
Grunde
liegt
. Man kann in
Ansehung
der
Erscheinungen
überhaupt
die
Zeit
selbst nicht
aufheben
, ob man zwar
ganz
wohl
die
Erscheinungen
aus der
Zeit
wegnehmen
kann. Die
Zeit
ist also
a
priori
gegeben
. In ihr allein ist alle
Wirklichkeit
der
Erscheinungen
möglich
. Diese
können
insgesamt
wegfallen
, aber sie selbst als die
allgemeine
Bedingung
ihrer
Möglichkeit
, kann nicht
aufgehoben
werden.
3. Auf diese
Notwendigkeit
a
priori
gründet
sich auch die
Möglichkeit
apodiktischer
Grundsätze
von den
Verhältnissen
der
Zeit
, oder
Axiomen
von der
Zeit
überhaupt
. Sie hat nur Eine
Dimension
:
verschiedene
Zeiten
sind nicht
zugleich
,
sondern
nacheinander
(so wie
verschiedene
Räume
nicht
nacheinander
,
sondern
zugleich
sind). Diese
Grundsätze
können
aus der
Erfahrung
nicht
gezogen
werden,
denn
diese
würde
weder
strenge
Allgemeinheit
, noch
apodiktische
Gewißheit
geben
. Wir
würden
nur
sagen
können
: so
lehrt
es die
gemeine
Wahrnehmung
; nicht aber: so
muß
es sich
verhalten
. Diese
Grundsätze
gelten
als
Regeln
, unter denen
überhaupt
Erfahrungen
möglich
sind, und
belehren
uns
vor
derselben
, und nicht durch
dieselbe
.
4. Die
Zeit
ist kein
diskursiver
, oder, wie man
ihn
nennt
,
allgemeiner
Begriff
,
sondern
eine
reine
Form
der
sinnlichen
Anschauung
.
Verschiedene
Zeiten
sind nur
Teile
eben
derselben
Zeit
. Die
Vorstellung
, die nur durch einen
einzigen
Gegenstand
gegeben
werden kann, ist aber
Anschauung
. Auch
würde
sich der
Satz
, daß
verschiedene
Zeiten
nicht
zugleich
sein
können
, aus einem
allgemeinen
Begriff
nicht
herleiten
lassen
. Der
Satz
ist
synthetisch
, und kann aus
Begriffen
allein nicht
entspringen
. Er ist also in der
Anschauung
und
Vorstellung
der
Zeit
unmittelbar
enthalten
.
5. Die
Unendlichkeit
der
Zeit
bedeutet
nichts weiter, als daß alle
bestimmte
Größe
der
Zeit
nur durch
Einschränkungen
einer
einigen
zum
Grunde
liegenden
Zeit
möglich
sei
. Daher
muß
die
ursprüngliche
Vorstellung
Zeit
als
uneingeschränkt
gegeben
sein
.
Wovon
aber die
Teile
selbst, und jede
Größe
eines
Gegenstandes
, nur durch
Einschränkung
bestimmt
vorgestellt
werden
können
,
da
muß
die
ganze
Vorstellung
nicht durch
Begriffe
gegeben
sein
, (
denn
da
gehen
die
Teilvorstellungen
vorher
,)
sondern
es
muß
ihre
unmittelbare
Anschauung
zum
Grunde
liegen
.
zurück
-
vor
Index
|
Wörter
:
alphabetisch
-
Frequenz
-
rückläufig
-
Länge
-
Statistik
|
Hilfe
|
IntraText-Bibliothek
Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText®
(V89) - Some rights reserved by
EuloTech SRL
- 1996-2007. Content in this page is licensed under a
Creative Commons License