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Immanuel Kant
Kritik der reinen Vernunft (1781)
IntraText CT - Text
I. Transzendentale Elementarlehre
Zweiter Teil Die transzendentale Logik
Erste Abteilung Die transzendentale Analytik
Erstes Buch Die Analytik der Begriffe
Zweites Hauptstück Von der Deduktion der reinen Verstandesbegriffe
Dritter Abschnitt Von dem Verhältnisse des Verstandes zu Gegenständen überhaupt und der Möglichkeit diese a priori zu erkennen
zurück
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Dritter
Abschnitt
Von dem
Verhältnisse
des
Verstandes
zu
Gegenständen
überhaupt
und der
Möglichkeit
diese
a
priori
zu
erkennen
Was wir im
vorigen
Abschnitte
abgesondert
und
einzeln
vortrugen
,
wollen
wir jetzt
vereinigt
und im
Zusammenhange
vorstellen
. Es sind drei
subjektive
Erkenntnisquellen
,
worauf
die
Möglichkeit
einer
Erfahrung
überhaupt
, und
Erkenntnis
der
Gegenstände
derselben
beruht
:
Sinn
,
Einbildungskraft
und
Apperzeption
; jede
derselben
kann als
empirisch
,
nämlich
in der
Anwendung
auf
gegebene
Erscheinungen
betrachtet
werden, alle aber sind auch
Elemente
oder
Grundlagen
a
priori
,
welche
selbst diesen
empirischen
Gebrauch
möglich
machen
. Der
Sinn
stellt
die
Erscheinungen
empirisch
in der
Wahrnehmung
vor
, die
Einbildungskraft
in der
Assoziation
(und
Reproduktion
), die
Apperzeption
in dem
empirischen
Bewußtsein
der
Identität
dieser
reproduktiven
Vorstellungen
mit den
Erscheinungen
,
dadurch
sie
gegeben
waren
,
mithin
in der
Rekognition
.
Es
liegt
aber der
sämtlichen
Wahrnehmung
die
reine
Anschauung
(in
Ansehung
ihrer als
Vorstellungen
die
Form
der
inneren
Anschauung
, die
Zeit
,) der
Assoziation
die
reine
Synthesis
der
Einbildungskraft
, und dein
empirischen
Bewußtsein
die
reine
Apperzeption
,
d.i.
die
durchgängige
Identität
seiner selbst bei
allen
möglichen
Vorstellungen
,
a
priori
zum
Grunde
.
Wollen
wir nun den
inneren
Grund
dieser
Verknüpfung
der
Vorstellungen
bis auf
denjenigen
Punkt
verfolgen
, in
welchem
sie alle
zusammenlaufen
müssen
, um darin
allererst
Einheit
der
Erkenntnis
zu einer
möglichen
Erfahrung
zu
bekommen
, so
müssen
wir von der
reinen
Apperzeption
anfangen
. Alle
Anschauungen
sind
für
uns nichts, und
gehen
uns nicht im
mindesten
etwas an, wenn sie nicht
ins
Bewußtsein
aufgenommen
werden
können
, sie
mögen
nun
direkt
oder
indirekt
darauf
einfließen
, und nur durch dieses allein ist
Erkenntnis
möglich
. Wir sind uns
a
priori
der
durchgängigen
Identität
unserer selbst in
Ansehung
aller
Vorstellungen
, die zu unserem
Erkenntnis
jemals
gehören
können
,
bewußt
, als einer
notwendigen
Bedingung
der
Möglichkeit
aller
Vorstellungen
, (weil diese in mir doch nur
dadurch
etwas
vorstellen
, daß sie mit allem
anderen
zu einem
Bewußtsein
gehören
,
mithin
darin
wenigstens
müssen
verknüpft
werden
können
). Dies
Prinzip
steht
a
priori
fest
, und kann das
transzendentale
Prinzip
der
Einheit
alles
Mannigfaltigen
unserer
Vorstellungen
(
mithin
auch in der
Anschauung
),
heißen
. Nun ist die
Einheit
des
Mannigfaltigen
in einem
Subjekt
synthetisch
: also
gibt
die
reine
Apperzeption
ein
Prinzipium
der
synthetischen
Einheit
des
Mannigfaltigen
in aller
möglichen
Anschauung
an die
Hand
6
.
Diese
synthetische
Einheit
setzt
aber eine
Synthesis
voraus
, oder
schließt
sie ein, und
soll
jene
a
priori
notwendig
sein
, so
muß
letztere
auch eine
Synthesis
a
priori
sein
. Also
bezieht
sich die
transzendentale
Einheit
der
Apperzeption
auf die
reine
Synthesis
der
Einbildungskraft
, als eine
Bedingung
a
priori
der
Möglichkeit
aller
Zusammensetzung
des
Mannigfaltigen
in einer
Erkenntnis
. Es kann aber nur die
produktive
Synthesis
der
Einbildungskraft
a
priori
stattfinden
,
denn
die
reproduktive
beruht
auf
Bedingungen
der
Erfahrung
. Also ist das
Prinzipium
der
notwendigen
Einheit
der
reinen
(
produktiven
)
Synthesis
der
Einbildungskraft
vor
der
Apperzeption
der
Grund
der
Möglichkeit
aller
Erkenntnis
,
besonders
der
Erfahrung
.
Nun
nennen
wir die
Synthesis
des
Mannigfaltigen
in der
Einbildungskraft
transzendental
, wenn ohne
Unterschied
der
Anschauungen
sie auf nichts, als
bloß
auf die
Verbindung
des
Mannigfaltigen
a
priori
geht
, und die
Einheit
dieser
Synthesis
heißt
transzendental
, wenn sie in
Beziehung
auf die
ursprüngliche
Einheit
der
Apperzeption
, als
a
priori
notwendig
vorgestellt
wird.
Da
diese
letztere
nun der
Möglichkeit
aller
Erkenntnisse
zum
Grunde
liegt
, so ist die
transzendentale
Einheit
der
Synthesis
der
Einbildungskraft
die
reine
Form
aller
möglichen
Erkenntnis
, durch
welche
mithin
alle
Gegenstände
möglicher
Erfahrung
a
priori
vorgestellt
werden
müssen
.
Die
Einheit
der
Apperzeption
in
Beziehung
auf die
Synthesis
der
Einbildungskraft
ist der
Verstand
, und
eben
dieselbe
Einheit
,
beziehungsweise
auf die
transzendentale
Synthesis
der
Einbildungskraft
, der
reine
Verstand
. Also sind im
Verstande
reine
Erkenntnisse
a
priori
,
welche
die
notwendige
Einheit
der
reinen
Synthesis
der
Einbildungskraft
, in
Ansehung
aller
möglichen
Erscheinungen
,
enthalten
. Dieses sind aber die
Kategorien
,
d.i.
reine
Verstandesbegriffe
,
folglich
enthält
die
empirische
Erkenntniskraft
des
Menschen
notwendig
einen
Verstand
, der sich auf alle
Gegenstände
der
Sinne
, obgleich nur
vermittelst
der
Anschauung
, und der
Synthesis
derselben
durch
Einbildungskraft
bezieht
, unter
welchen
also alle
Erscheinungen
, als
Data
zu einer
möglichen
Erfahrung
stehen
.
Da
nun diese
Beziehung
der
Erscheinungen
auf
mögliche
Erfahrung
ebenfalls
notwendig
ist, (weil wir ohne diese
gar
keine
Erkenntnis
durch sie
bekommen
würden
, und sie uns
mithin
gar
nichts
angingen
) so
folgt
, daß der
reine
Verstand
,
vermittelst
der
Kategorien
, ein
formales
und
synthetischen
Prinzipium
aller
Erfahrungen
sei
, und die
Erscheinungen
eine
notwendige
Beziehung
auf den
Verstand
haben.
Jetzt
wollen
wir den
notwendigen
Zusammenhang
des
Verstandes
mit den
Erscheinungen
vermittelst
der
Kategorien
dadurch
vor
Augen
legen
, daß wir von
unten
auf,
nämlich
dem
Empirischen
anfangen
. Das
Erste
, was uns
gegeben
wird, ist
Erscheinung
,
welche
, wenn sie mit
Bewußtsein
verbunden
ist,
Wahrnehmung
heißt
, (ohne das
Verhältnis
zu einem,
wenigstens
möglichen
Bewußtsein
,
würde
Erscheinung
für
uns
niemals
ein
Gegenstand
der
Erkenntnis
werden
können
, und also
für
uns nichts
sein
, und weil sie an sich selbst keine
objektive
Realität
hat, und nur im
Erkenntnisse
existiert
,
überall
nichts
sein
). Weil aber jede
Erscheinung
ein
Mannigfaltiges
enthält
,
mithin
verschiedene
Wahrnehmungen
im
Gemüte
an sich
zerstreut
und
einzeln
angetroffen
werden, so ist eine
Verbindung
derselben
nötig
,
welche
sie in dem
Sinne
selbst nicht haben
können
. Es ist also in uns ein
tätiges
Vermögen
der
Synthesis
dieses
Mannigfaltigen
,
welches
wir
Einbildungskraft
nennen
, und deren
unmittelbar
an den
Wahrnehmungen
ausgeübte
Handlung
ich
Apprehension
nenne
7
. Die
Einbildungskraft
soll
nämlich
das
Mannigfaltige
der
Anschauung
in ein
Bild
bringen
,
vorher
muß
sie also die
Eindrücke
in ihre
Tätigkeit
aufnehmen
,
d.i.
apprehendieren
.
Es ist aber
klar
, daß selbst diese
Apprehension
des
Mannigfaltigen
allein noch kein
Bild
und
keinen
Zusammenhang
der
Eindrücke
hervorbringen
würde
, wenn nicht ein
subjektiver
Grund
da
wäre
, eine
Wahrnehmung
, von
welcher
das
Gemüt
zu einer
anderen
übergegangen
, zu den
nachfolgenden
herüberzurufen
, und so
ganze
Reihen
derselben
darzustellen
,
d.i.
ein
reproduktives
Vermögen
der
Einbildungskraft
,
welches
denn
auch nur
empirisch
ist.
Weil aber, wenn
Vorstellungen
,
sowie
sie
zusammengeraten
,
einander
ohne
Unterschied
reproduzierten
,
wiederum
kein
bestimmter
Zusammenhang
derselben
,
sondern
bloß
regellose
Haufen
derselben
,
mithin
gar
kein
Erkenntnis
entspringen
würde
, so
muß
die
Reproduktion
derselben
eine
Regel
haben, nach
welcher
eine
Vorstellung
vielmehr
mit dieser, als einer
anderen
in der
Einbildungskraft
in
Verbindung
tritt
. Diesen
subjektiven
und
empirischen
Grund
der
Reproduktion
nach
Regeln
nennt
man die
Assoziation
der
Vorstellungen
.
Würde
nun aber diese
Einheit
der
Assoziation
nicht auch einen
objektiven
Grund
haben, so daß es
unmöglich
wäre
, daß
Erscheinungen
von der
Einbildungskraft
anders
apprehendiert
würden
, als unter der
Bedingung
einer
möglichen
synthetischen
Einheit
dieser
Apprehension
, so
würde
es auch etwas
ganz
Zufälliges
sein
, daß sich
Erscheinungen
in einen
Zusammenhang
der
menschlichen
Erkenntnisse
schickten
.
Denn
, ob wir
gleich
das
Vermögen
hätten
,
Wahrnehmungen
zu
assoziieren
, so
bliebe
es doch an sich
ganz
unbestimmt
und
zufällig
, ob sie auch
assoziabel
wären
; und in dem
Falle
, daß sie es nicht
wären
, so
würde
eine
Menge
Wahrnehmungen
, und auch
wohl
eine
ganze
Sinnlichkeit
möglich
sein
, in
welcher
viel
empirisches
Bewußtsein
in
meinem
Gemüte
anzutreffen
wäre
, aber
getrennt
, und ohne daß es zu einem
Bewußtsein
meiner selbst
gehörte
,
welches
aber
unmöglich
ist.
Denn
nur
dadurch
, daß ich alle
Wahrnehmungen
zu einem
Bewußtsein
(der
ursprünglichen
Apperzeption
)
zähle
, kann ich bei
allen
Wahrnehmungen
sagen
: daß ich mir ihrer
bewußt
sei
. Es
muß
also ein
objektiver
,
d.i.
vor
allen
empirischen
Gesetzen
der
Einbildungskraft
a
priori
einzusehender
Grund
sein
,
worauf
die
Möglichkeit
, ja sogar die
Notwendigkeit
eines durch alle
Erscheinungen
sich
erstreckenden
Gesetzes
beruht
, sie
nämlich
durchgängig
als solche
Data
der
Sinne
,
anzusehen
,
welche
an sich
assoziabel
, und
allgemeinen
Regeln
einer
durchgängigen
Verknüpfung
in der
Reproduktion
unterworfen
sind. Diesen
objektiven
Grund
aller
Assoziation
der
Erscheinungen
nenne
ich die
Affinität
derselben
. Diesen
können
wir aber nirgends anders, als in dem
Grundsatze
von der
Einheit
der
Apperzeption
, in
Ansehung
aller
Erkenntnisse
, die mir
angehören
sollen
,
antreffen
. Nach diesem
müssen
durchaus
alle
Erscheinungen
, so
ins
Gemüt
kommen
, oder
apprehendiert
werden, daß sie zur
Einheit
der
Apperzeption
zusammenstimmen
,
welches
, ohne
synthetische
Einheit
in ihrer
Verknüpfung
, die
mithin
auch
objektiv
notwendig
ist,
unmöglich
sein
würde
.
Die
objektive
Einheit
alles (
empirischen
)
Bewußtseins
in einem
Bewußtsein
(der
ursprünglichen
Apperzeption
) ist also die
notwendige
Bedingung
sogar aller
möglichen
Wahrnehmung
, und die
Affinität
aller
Erscheinungen
(
nahe
, oder
entfernte
) ist eine
notwendige
Folge
einer
Synthesis
in der
Einbildungskraft
, die
a
priori
auf
Regeln
gegründet
ist.
Die
Einbildungskraft
ist also auch ein
Vermögen
einer
Synthesis
a
priori
,
weswegen
wir ihr den
Namen
der
produktiven
Einbildungskraft
geben
, und,
sofern
sie in
Ansehung
alles
Mannigfaltigen
der
Erscheinung
nichts weiter, als die
notwendige
Einheit
in der
Synthesis
derselben
zu ihrer
Absicht
hat, kann diese die
transzendentale
Funktion
der
Einbildungskraft
genannt
werden. Es ist daher zwar
befremdlich
, allein aus dem
bisherigen
doch
einleuchtend
, daß nur
vermittelst
dieser
transzendentalen
Funktion
der
Einbildungskraft
, sogar die
Affinität
der
Erscheinungen
, mit ihr die
Assoziation
und durch diese
endlich
die
Reproduktion
nach
Gesetzen
,
folglich
die
Erfahrung
selbst
möglich
werde
: weil ohne sie
gar
keine
Begriffe
von
Gegenständen
in eine
Erfahrung
zusammenfließen
würden
.
Denn
das
stehende
und
bleibende
Ich (der
reinen
Apperzeption
)
macht
das
Korrelat
um aller unserer
Vorstellungen
aus,
sofern
es
bloß
möglich
ist, sich ihrer
bewußt
zu werden, und alles
Bewußtsein
gehört
ebensowohl
zu einer
allbefassenden
reinen
Apperzeption
, wie alle
sinnliche
Anschauung
als
Vorstellung
zu einer
reinen
inneren
Anschauung
,
nämlich
der
Zeit
. Diese
Apperzeption
ist es nun,
welche
zu der
reinen
Einbildungskraft
hinzukommen
muß
, um ihre
Funktion
intellektuell
zu
machen
.
Denn
an sich selbst ist die
Synthesis
der
Einbildungskraft
, obgleich
a
priori
ausgeübt
,
dennoch
jederzeit
sinnlich
, weil sie das
Mannigfaltige
nur so
verbindet
, wie es in der
Anschauung
erscheint
,
z
.
B
. die
Gestalt
eines
Triangels
. Durch das
Verhältnis
des
Mannigfaltigen
aber zur
Einheit
der
Apperzeption
werden
Begriffe
,
welche
dem
Verstande
angehören
, aber nur
vermittelst
der
Einbildungskraft
in
Beziehung
auf die
sinnliche
Anschauung
zustande
kommen
können
.
Wir haben also eine
reine
Einbildungskraft
, als ein
Grundvermögen
der
menschlichen
Seele
, das aller
Erkenntnis
a
priori
zum
Grunde
liegt
.
Vermittelst
deren
bringen
wir das
Mannigfaltige
der
Anschauung
einerseits
, und mit der
Bedingung
der
notwendigen
Einheit
der
reinen
Apperzeption
andererseits
in
Verbindung
.
Beide
äußerste
Enden
,
nämlich
Sinnlichkeit
und
Verstand
,
müssen
vermittelst
dieser
transzendentalen
Funktion
der
Einbildungskraft
notwendig
zusammenhängen
; weil
jene
sonst zwar
Erscheinungen
, aber keine
Gegenstände
eines
empirischen
Erkenntnisses
,
mithin
keine
Erfahrung
geben
würden
. Die
wirkliche
Erfahrung
,
welche
aus der
Apprehension
, der
Assoziation
, (der
Reproduktion
,)
endlich
der
Rekognition
der
Erscheinungen
besteht
,
enthält
in der
letzteren
und
höchsten
(der
bloß
empirischen
Elemente
der
Erfahrung
)
Begriffe
,
welche
die
formale
Einheit
der
Erfahrung
, und mit ihr alle
objektive
Gültigkeit
(
Wahrheit
) der
empirischen
Erkenntnis
möglich
machen
. Diese
Gründe
der
Rekognition
des
Mannigfaltigen
,
sofern
sie
bloß
die
Form
einer
Erfahrung
überhaupt
angehen
, sind nun
jene
Kategorien
. Auf ihnen
gründet
sich also alle
normale
Einheit
in der
Synthesis
der
Einbildungskraft
, und
vermittelst
dieser auch alles
empirischen
Gebrauchs
derselben
(in der
Rekognition
,
Reproduktion
,
Assoziation
,
Apprehension
) bis herunter zu den
Erscheinungen
, weil diese, nur
vermittelst
jener
Elemente
der
Erkenntnis
und
überhaupt
unserem
Bewußtsein
,
mithin
um selbst
angehören
können
.
Die
Ordnung
und
Regelmäßigkeit
also an den
Erscheinungen
, die wir
Natur
nennen
,
bringen
wir selbst hinein, und
würden
sie auch nicht darin
finden
können
,
hätten
wir sie nicht, oder die
Natur
unseres
Gemüts
ursprünglich
hineingelegt
.
Denn
diese
Natureinheit
soll
eine
notwendige
,
d.i.
a
priori
gewisse
Einheit
der
Verknüpfung
der
Erscheinungen
sein
. Wie
sollten
wir aber
wohl
a
priori
eine
synthetische
Einheit
auf die
Bahn
bringen
können
,
wären
nicht in den
ursprünglichen
Erkenntnisquellen
unseres
Gemüts
subjektive
Gründe
solcher
Einheit
a
priori
enthalten
, und
wären
diese
subjektiven
Bedingungen
nicht
zugleich
objektiv
gültig
,
indem
sie die
Gründe
der
Möglichkeit
sind,
überhaupt
ein
Objekt
in der
Erfahrung
zu
erkennen
.
Wir haben den
Verstand
oben auf
mancherlei
Weise
erklärt
: durch eine
Spontaneität
der
Erkenntnis
, (im
Gegensatze
der
Rezeptivität
der
Sinnlichkeit
) durch ein
Vermögen
zu
denken
, oder auch ein
Vermögen
der
Begriffe
, oder auch der
Urteile
,
welche
Erklärungen
, wenn man sie bei
Licht
besieht
, auf eins
hinauslaufen
. Jetzt
können
wir
ihn
als das
Vermögen
der
Regeln
charakterisieren
. Dieses
Kennzeichen
ist
fruchtbarer
und
tritt
dem
Wesen
desselben
näher
.
Sinnlichkeit
gibt
uns
Formen
, (der
Anschauung
) der
Verstand
aber
Regeln
. Dieser ist
jederzeit
geschäftig
, die
Erscheinungen
in der
Absicht
durchzuspähen
, um an ihnen irgendeine
Regel
aufzufinden
.
Regeln
,
sofern
sie
objektiv
sind, (
mithin
der
Erkenntnis
des
Gegenstandes
notwendig
anhängen
)
heißen
Gesetze
. Ob wir
gleich
durch
Erfahrung
viel
Gesetze
lernen
, so sind diese doch nur
besondere
Bestimmungen
noch
höherer
Gesetze
, unter denen die
höchsten
, (unter
welchen
andere
alle
stehen
)
a
priori
aus dem
Verstande
selbst
herkommen
, und nicht von der
Erfahrung
entlehnt
sind,
sondern
vielmehr
den
Erscheinungen
ihre
Gesetzmäßigkeit
verschaffen
, und
eben
dadurch
Erfahrung
möglich
machen
müssen
. Es ist also der
Verstand
nicht
bloß
ein
Vermögen
, durch
Vergleichung
der
Erscheinungen
sich
Regeln
zu
machen
: er ist selbst die
Gesetzgebung
für
die
Natur
,
d.i.
ohne
Verstand
würde
es
überall
nicht
Natur
,
d.i.
synthetische
Einheit
des
Mannigfaltigen
der
Erscheinungen
nach
Regeln
geben
:
denn
Erscheinungen
können
, als solche, nicht
außer
uns
stattfinden
,
sondern
existieren
nur in unserer
Sinnlichkeit
. Diese aber, als
Gegenstand
der
Erkenntnis
in einer
Erfahrung
, mit allem, was sie
enthalten
mag
, ist nur in der
Einheit
der
Apperzeption
möglich
. Die
Einheit
der
Apperzeption
aber ist der
transzendentale
Grund
der
notwendigen
Gesetzmäßigkeit
der
Erscheinungen
in einer
Erfahrung
.
Eben
dieselbe
Einheit
der
Apperzeption
in
Ansehung
eines
Mannigfaltigen
von
Vorstellungen
(es
nämlich
aus einer
einzigen
zu
bestimmen
) ist die
Regel
und das
Vermögen
dieser
Regeln
der
Verstand
. Alle
Erscheinungen
liegen
also als
mögliche
Erfahrungen
ebenso
a
priori
im
Verstande
und
erhalten
ihre
formale
Möglichkeit
von
ihm
, wie sie als
bloße
Anschauungen
in der
Sinnlichkeit
liegen
, und durch
dieselbe
der
Form
nach, allein
möglich
sind.
So
übertrieben
, so
widersinnig
es also auch
lautet
, zu
sagen
: der
Verstand
ist selbst der
Quell
der
Gesetze
der
Natur
, und
mithin
der
normalen
Einheit
der
Natur
, so richtig, und dem
Gegenstande
,
nämlich
der
Erfahrung
angemessen
ist
gleichwohl
eine solche
Behauptung
. Zwar
können
empirische
Gesetze
, als solche, ihren
Ursprung
keineswegs
vom
reinen
Verstande
herleiten
, so wenig als die
unermeßliche
Mannigfaltigkeit
der
Erscheinungen
aus der
reinen
Form
der
sinnlichen
Anschauung
hinlänglich
begriffen
werden kann. Aber alle
empirischen
Gesetze
sind nur
besondere
Bestimmungen
der
reinen
Gesetze
des
Verstandes
, unter
welchen
und nach deren
Norm
jene
allererst
möglich
sind, und die
Erscheinungen
eine
gesetzliche
Form
annehmen
,
sowie
auch alle
Erscheinungen
,
unerachtet
der
Verschiedenheit
ihrer
empirischen
Form
,
dennoch
jederzeit
den
Bedingungen
der
reinen
Form
der
Sinnlichkeit
gemäß
sein
müssen
.
Der
reine
Verstand
ist also in den
Kategorien
das
Gesetz
der
synthetischen
Einheit
aller
Erscheinungen
, und
macht
dadurch
Erfahrung
ihrer
Form
nach
allererst
und
ursprünglich
möglich
. Mehr aber hatten wir in der
transz
.
Deduktion
der
Kategorien
nicht zu
leisten
, als dieses
Verhältnis
des
Verstandes
zur
Sinnlichkeit
, und
vermittelst
derselben
zu
allen
Gegenständen
der
Erfahrung
,
mithin
die
objektive
Gültigkeit
seiner
reinen
Begriffe
a
priori
begreiflich
zu
machen
, und
dadurch
ihren
Ursprung
und
Wahrheit
festzusetzen
.
6
Man
gebe
auf diesen
Satz
wohl
acht, der von
großer
Wichtigkeit
ist. Alle
Vorstellungen
haben eine
notwendige
Beziehung
auf ein
mögliches
empirisches
Bewußtsein
:
denn
hätten
sie dieses nicht, und
wäre
es
gänzlich
unmöglich
, sich ihrer
bewußt
zu werden; so
würde
das soviel
sagen
, sie
existierten
gar
nicht. Alles
empirische
Bewußtsein
hat aber eine
notwendige
Beziehung
auf ein
transzendentales
(
vor
aller
besondern
Erfahrung
vorhergehendes
)
Bewußtsein
,
nämlich
das
Bewußtsein
meiner selbst, als die
ursprüngliche
Apperzeption
. Es ist also
schlechthin
notwendig
, daß in
meinem
Erkenntnisse
alles
Bewußtsein
zu einem
Bewußtsein
(meiner selbst)
gehöre
. Hier ist nun eine
synthetische
Einheit
des
Mannigfaltigen
, (
Bewußtseins
) die
a
priori
erkannt
wird, und
gerade
so den
Grund
zu
synthetischen
Sätzen
a
priori
, die das
reine
Denken
betreffen
, als
Raum
und
Zeit
zu
solchen
Sätzen
, die die
Form
der
bloßen
Anschauung
angehen
,
abgibt
. Der
synthetische
Satz
: daß alles
verschiedene
empirische
Bewußtsein
in einem
einigen
Selbstbewußtsein
verbunden
sein
müsse
, ist der
schlechthin
erste
und
synthetische
Grundsatz
unseres
Denkens
überhaupt
. Es ist aber nicht aus der Acht zu
lassen
, daß die
bloße
Vorstellung
Ich in
Beziehung
auf alle
anderen
(deren
kollektive
Einheit
sie
möglich
macht
) das
transzendentale
Bewußtsein
sei
. Diese
Vorstellung
mag
nun
klar
(
empirisches
Bewußtsein
) oder
dunkel
sein
, daran
liegt
hier nichts, ja nicht
einmal
an der
Wirklichkeit
desselben
;
sondern
die
Möglichkeit
der
logischen
Form
alles
Erkenntnisses
beruht
notwendig
auf dem
Verhältnis
zu dieser
Apperzeption
als einem
Vermögen
.
7
Daß die
Einbildungskraft
ein
notwendiges
Ingredienz
der
Wahrnehmung
selbst
sei
, daran hat
wohl
noch kein
Psychologe
gedacht
. Das
kommt
daher, weil man dieses
Vermögen
teils
nur auf
Reproduktionen
einschränkte
,
teils
, weil man
glaubte
, die
Sinne
lieferten
uns nicht allein
Eindrücke
,
sondern
setzten
solche auch sogar
zusammen
, und
brächten
Bilder
der
Gegenstände
zuwege
, wozu ohne
Zweifel
außer
der
Empfänglichkeit
der
Eindrücke
, noch etwas mehr,
nämlich
eine
Funktion
der
Synthesis
derselben
erfordert
wird.
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