|
DAS HAB ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit
wanderte der Erhabene im Lande Mágadhá von Ort zu Ort und kam, von vielen
Mönchen begleitet, mit einer Schar von fünfhundert Mönchen, in die Nähe von
Khánumattam, wie die Mágadher ein Priesterdorf dort genannt hatten.
Bei Khánumattam weilte nun der Erhabene, im Mangohage.
Um diese Zeit aber lebte Kútadanto der Priester zu Khánumattam, das, gar
heiter anzuschauen, mit Weide-, Wald-, und Wasserplätzen, mit Kornkammern, mit
königlichem Reichtum begabt, vom Mágadher König Seniyo Bimbisáro als Königsgabe
den Priestern zu eigen gegeben war.
Damals nun wurde bei Kútadanto dem Priester ein Großes Opfer vorbereitet: es
waren da siebenhundert Stiere, siebenhundert Farren, siebenhundert Färsen,
siebenhundert Ziegen und siebenhundert Schafe an die Pfosten geführt worden um
geopfert zu werden.
Es hörten nun die priesterlichen Hausväter in Khánumattam reden: <Der
Asket, wahrlich, Herr Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt
hat, wandert in unserem Lande von Ort zu Ort und ist, von vielen Mönchen
begleitet, mit einer Schar von fünfhundert Mönchen bei Khánumattam angekommen,
weilt in der Umgegend des Dorfes, im Mangohage. Diesen Herrn Gotamo aber
begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: 'Das ist der Erhabene,
der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der
Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerherde, der
Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese
Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schar von
Büßern und Priestern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden
und durchdrungen hat. Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren
Mitte begütigt, deren Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das
vollkommen geläuterte, geklärte Asketentum dar. Glücklich aber wer solche
Heilige sehn kann!'>
Da zogen denn priesterliche Hausleute von Khánumattam aus dem Dorfe hinaus,
zahlreich, in Scharen zusammengekommen, nach dem Mangohage zogen sie hin. Nun
hatte gerade Kútadanto der Priester oben auf der Zinne eines Hauses Tagesrast
genommen als er sah, wie die priesterlichen Hausleute von Khánumattam aus dem
Dorfe hinauszogen, zahlreich, in Scharen zusammengekommen, nach dem Mangohage dorthin.
Bei diesem Anblicke wandte er sich an seinen Torwart:
«Was gehn nur, lieber Torwart, die priesterlichen Hausleute von Khanumattam
aus dem Dorfe hinaus, zahlreich, in Scharen zusammengekommen, nach dem
Mangohage dorthin?»
«Es ist, Herr, der Asket Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer
entsagt hat, der im Mágadher Lande von Ort zu Ort wandert, von vielen Mönchen
begleitet, mit einer Schar von fünfhundert Mönchen bei Khánumattam angekommen,
weilt in der Umgegend des Dorfes, im Mangohage. Diesen Herrn Gotamo aber
begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: <Das ist der
Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte,
der Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerherde,
der Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene.> Diesen
Herrn Gotamo, Herr, gehn sie besuchen.»
Aber Kútadanto der Priester sagte sich nun: <Ich habe ja reden hören:
'Der Asket Gotamo weiß beim Opfer den dreifältigen Erfolg mit seinen sechzehn
Erfordernissen anzugeben' während ich doch beim Opfer den dreifältigen Erfolg
mit seinen sechzehn Erfordernissen nicht kenne, und bin doch gewillt ein Großes
Opfer darzubringen; wie, wenn ich nun den Asketen Gotamo auf suchte und um den
dreifältigen Erfolg mit seinen sechzehn Erfordernissen beim Opfer befragte?>
Da wandte sich denn Kútadanto der Priester an den Torwart dort:
«So geh' nur, lieber Torwart, zu jenen priesterlichen Hausleuten hin und
sprich also zu ihnen: <Kútadanto, ihr Herren, der Priester, läßt sagen, es
möchten die Herren etwas warten: auch Kútadanto der Priester ist im Begriffe
den Asketen Gotamo zu besuchen.»
«Schön, Herr!» entgegnete da gehorsam der Torwart Kútadanto dem Priester.
Dann begab er sich zu den priesterlichen Hausvätern hin und sprach also zu
ihnen:
«Kútadanto, ihr Herren, der Priester, läßt sagen, es möchten die Herren
etwas warten: auch Kútadanto der Priester ist im Begriffe den Asketen Gotamo zu
besuchen.»
Damals nun hatten sich einige hundert Priester in Khánumattam eingefunden:
<Bei Kútadanto dem Priester wollen wir an dem Großen Opfer mit
teilnehmen.> Jetzt kam diesen Priestern die Rede zu Ohren: <Kútadanto,
heißt es, der Priester, ist im Begriffe den Asketen Gotamo zu besuchen.> Da
begaben sich denn diese Priester alsbald zu Kútadanto dem Priester hin und
sprachen also zu ihm:
«Ist es wahr, wie man sagt, daß Herr Kútadanto den Asketen Gotamo aufsuchen
will?»
«So ist es, ihr Herren, auch ich bin im Begriffe den Asketen Gotamo
aufzusuchen.»
«Nicht Herr Kútadanto darf den Asketen Gotamo aufsuchen, nicht schickt es
sich für Herrn Kútadanto den Asketen Gotamo aufzusuchen. Wenn da Herr Kútadanto
den Asketen Gotamo aufsuchen wollte, so würde der Ruhm des Herrn Kútadanto
abnehmen, der Ruhm des Asketen Gotamo zunehmen. Weil aber der Ruhm des Herrn
Kútadanto abnehmen und der Ruhm des Asketen Gotamo zunehmen würde, so geziemt
es eben insofern nicht Herrn Kútadanto den Asketen Gotamo aufzusuchen: dem
Asketen Gotamo vielmehr geziemt es Herrn Kútadanto aufzusuchen.»
Also und anderweit angesprochen gab Kútadanto der Priester auf mancherlei
Weise jenen Priestern Bescheid, und er schloß mit den Worten:
«Soviel weiß ich, ihr Herren, vom Preis des Herrn Gotamo, und warum es nicht
dem Herrn Gotamo geziemt uns aufzusuchen, sondern uns eben geziemt den Herrn
Gotamo aufzusuchen; doch ist der Preis des Herrn Gotamo nicht soviel:
unermeßlich ist ja der Preis des Herrn Gotamo.»
Auf diese Worte wandten sich die Priester dort also an Kútadanto den
Priester:
«Wie da Herr Kútadanto das Lob des Asketen Gotamo preist, mag wohl, wenn er,
der Herr Gotamo, auch dreihundert Meilen von hier entfernt wäre, schon aus
Zutrauen ein Mann von Stande gern hinziehn um ihn zu sehn, und wär' es auch nur
von rückwärts.»
«So wollen wir uns denn alle, ihr Herren, zum Asketen Gotamo hinbegeben.»
Alsbald nun begab sich Kútadanto der Priester, gefolgt von der zahlreichen
Priesterschar, auf den Weg, nach dem Mangohage zog er hin, wo der Erhabene
weilte. Dort angelangt begrüßte er den Erhabenen höflich, wechselte freundliche,
denkwürdige Worte und nahm dann Platz an der Seite. Von den priesterlichen
Hausleuten aus Khánumattam aber verneigten sich einige vor dem Erhabenen
ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder, andere tauschten höflichen Gruß
und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzten sich zur Seite
nieder, einige wieder falteten die Hände gegen den Erhabenen und setzten sich
zur Seite nieder, andere wieder gaben beim Erhabenen Namen und Stand zu
erkennen und setzten sich zur Seite nieder, und andere setzten sich still zur
Seite nieder. - Zur Seite sitzend wandte sich nun Kútadanto der Priester an den
Erhabenen und sagte:
«Man hat mir berichtet, o Gotamo: <Der Asket Gotamo weiß beim Opfer den
dreifältigen Erfolg mit seinen sechzehn Erfordernissen anzugeben.> Ich nun
aber weiß beim Opfer nichts von einem dreifältigen Erfolge und seinen sechzehn
Erfordernissen, und bin doch gewillt ein Großes Opfer darzubringen. Gut wär'
es, wollte mir Herr Gotamo den dreifältigen Erfolg mit seinen sechzehn Erfordernissen
beim Opfer aufweisen.»
«Wohlan denn, Priester, so höre und achte wohl auf meine Rede.»
«Gewiß, Herr!» sagte da Kútadanto der Priester zum Erhabenen aufmerksam. Der
Erhabene sprach also:
«Es war einmal, Priester, ein König gewesen, <Walteherr> genannt,
reich, mit Geld und Gut mächtig begabt, mit vielem Golde und Silber, mit vielem
Hausrat, mit vielem Besitztum, mit vollgefüllten Scheunen und Schatzkammern.
Da ist, Priester, dem Könige Walteherr, als er einsam zurückgezogen weilte,
so ein Gedanke in den Sinn gekommen: <Erworben hab' ich gar vielfachen
menschlichen Reichtum, den gewaltigen Erdkreis hab' ich erobert als Herrscher;
wie, wenn ich nun ein großes Opfer darbrächte, auf daß es mir lange hinaus zum
Wohle, zum Heile gereichte?>
Da ließ denn, Priester, König Walteherr den Oberpriester bei Hofe zu sich
berufen und sprach also zu ihm: <Als ich da, Priester, einsam zurückgezogen
weilte, ist mir so ein Gedanke in den Sinn gekommen; 'Erworben hab' ich gar
vielfachen menschlichen Reichtum, den gewaltigen Erdkreis hab' ich erobert als
Herrscher; wie, wenn ich nun ein großes Opfer darbrachte, auf daß es mir lange
hinaus zum Wohle, zum Heile gereichte?' Gewillt bin ich, Priester, ein großes
Opfer darzubringen: anleiten möge mich der Herr, auf daß es mir lange hinaus
zum Wohle, zum Heile gereichen kann.>
Also angesprochen, Priester, wandte sich der Oberpriester bei Hofe an König
Walteherr mit diesem Ratschlag: <Das Reich des Herrn Königs ist in Nöten,
ist in Drangsal; es kommt vor, daß Dörfer geplündert werden, kommt auch vor,
daß Burgen geplündert werden, kommt auch vor, daß Städte geplündert werden,
kommt auch vor, daß Wegelagerer auflauern. Wollte da nun der Herr König dem
Lande, das so in Nöten ist, in Drangsal ist, die Steuer erlassen, so könnte der
Herr König den Pflichten nicht mehr nachkommen 1. Möglich aber, daß der
Herr König etwa dächte: 'Ich werde dieser argen Beklemmung mit Galgen und
Kerker, mit Buße, Strafe und Bannfluch gründlich ein Ende machen>: aber man
kann dieser argen Beklemmung nicht auf solche Weise von Grund aus beikommen.
Die da von der Strafe nicht erreicht sein werden, die werden später das Land
des Herrn Königs wieder verstören. Wenn man sich dagegen zu folgender
Vorkehrung verstehn will, so kann man dieser argen Beklemmung von Grund aus
beikommen. Es möge nämlich der Herr König denen, die im Lande des Herrn Königs
Ackerbau und Viehzucht betreiben, Samen und Futter darleihen, denen, die im
Lande des Herrn Königs Handel betreiben, möge der Herr König Geld darleihen,
denen, die im Lande des Herrn Königs den Königsdienst betreiben, möge der Herr
König Kost und Gehalt aussetzen: dann eben werden diese Leute, ihren Geschäften
hingegeben, das Land des Herrn Königs nicht mehr verstören; groß aber wird des
Königs Einkommen sein, sicher gegründet die Lande, ohne Not, ohne Drangsal, und
die Menschen werden fröhlich und frohgemut ihre Kinder am Busen schaukeln und
bei offener Türe, so zu sagen, wohnen.> -
<So sei es, Herr!> sagte da, Priester, König Walteherr, seinem
Oberpriester bei Hofe zustimmend. Denen nun die im Lande des Königs Ackerbau
und Viehzucht betrieben, lieh König Walteherr Samen und Futter dar, denen, die
im Lande des Königs Handel betrieben, lieh König Walteherr Geld dar, denen, die
im Lande des Königs den Königsdienst betrieben, setzte König Walteherr Kost und
Gehalt aus: da mochten eben diese Leute, ihren Geschäften hingegeben, das Land
des Königs nicht mehr verstören; groß aber wurde des Königs Einkommen, sicher
gegründet die Lande, ohne Not, ohne Drangsal, und die Menschen konnten fröhlich
und frohgemut ihre Kinder am Busen schaukeln und bei offener Türe, so zu sagen,
wohnen.
«Da ließ denn, Priester, König Walteherr den Oberpriester bei Hofe zu sich
berufen und sprach also zu ihm: <Gründlich ein Ende gemacht hab' ich, Herr,
jener argen Beklemmung, indem ich die Vorkehrung des Herrn ausgeführt habe;
groß ist mein Einkommen, sicher gegründet die Lande, ohne Not, ohne Drangsal,
und die Menschen mögen fröhlich und frohgemut ihre Kinder am Busen schaukeln
und bei offener Türe, so zu sagen, wohnen 2. Gewillt bin ich, Priester,
ein großes Opfer darzubringen: anleiten möge mich der Herr, auf daß es mir
lange hinaus zum Wohle, zum Heile gereichen kann.> -
<So möge denn der Herr König die Fürsten, die im Lande des Herrn Königs
Heeresfolge leisten, die städtischen so wie die ländischen, zu sich bescheiden:
'Gewillt bin ich, ihr Herren, ein großes Opfer darzubringen: zustimmen sollen
mir die Herren, auf daß es mir lange hinaus zum Wohle, zum Heile gereiche.' Die
da im Lande des Herrn Königs Räte und Höflinge sind, die städtischen so wie die
ländischen, hochmögende Priester sind, die städtischen so wie die ländischen,
begüterte Bürger sind, die städtischen so wie die ländischen, die möge der Herr
König zu sich bescheiden: 'Gewillt bin ich, ihr Herren, ein großes Opfer
darzubringen: zustimmen sollen mir die Herren, auf daß es mir lange hinaus zum
Wohle, zum Heile gereiche.'> -
<So sei es, Herr!> sagte da, Priester, König Walteherr, seinem
Oberpriester bei Hofe zustimmend. Die Fürsten der Gefolgschaft im Lande des
Königs, die städtischen so wie die ländischen, die hat König Walteherr zu sich
beschieden: <Gewillt bin ich, ihr Herren, ein großes Opfer darzubringen:
zustimmen sollen mir die Herren, auf daß es mir lange hinaus zum Wohle, zum
Heile gereiche.> - <Darbringen mag der Herr König das Opfer, es ist Zeit
für ein Opfer, großer König.> - Die Räte und Höflinge im Lande des Königs,
die städtischen so wie die ländischen, die hochmögenden Priester, die städtischen
so wie die ländischen, die begüterten Bürger, die städtischen so wie die
ländischen, die hat König Walteherr zu sich beschieden: <Gewillt bin ich,
ihr Herren, ein großes Opfer darzubringen zustimmen sollen mir die Herren, auf
daß es mir lange hinaus zum Wohle, zum Heile gereiche.> - <Darbringen mag
der Herr König das Opfer, es ist Zeit für ein Opfer, großer König.> So sind
diese vier bestimmenden Körperschaften eben dort bei dem Opfer Erfordernis
gewesen.
«König Walteherr war mit acht Eigenschaften begabt. Beiderseit war er
wohlgeboren, vom Vater und von der Mutter aus, lauter empfangen, bis zum
siebenten Ahnherrn hinauf unbefleckt, untadelhaft von Geburt. Schön war er,
hold, liebenswürdig, mit höchster Anmut begabt, mit heiligem Glanze, heiligem
Lichte, es war keine geringe Gunst ihn anzublicken. Reich war er, mit Geld und
Gut mächtig begabt, mit vielem Golde und Silber, mit vielem Hausrat, mit vielem
Besitztum, mit vollgefüllten Scheunen und Schatzkammern. Stark war er, mit dem
viermächtigen Heerbann begabt, einem getreuen, dem Befehl gehorchenden, er
versengte gleichsam die Feinde mit seinem Ruhme. Zutraulich war er, ein
Gabenspender, Gabenherr, freien Zutritt gewährte er; Asketen und Priester, Arme
und Elende, Bettler und Bittende erquickte er bei sich als Wohltäter. Viel
hatte er erfahren, was man eben erfahren kann; was auch immer geredet wurde, er
verstand den Sinn davon: <Das ist der Sinn dieser Rede, das ist der Sinn
jener Rede.> Weise war er, gewitzigt, bedächtig, war imstande bei
Vergangenem, Künftigem, Gegenwärtigem den Vorteil auszufinden. König Walteherr
war mit diesen acht Eigenschaften begabt. So sind auch diese acht Eigenschaften
eben dort bei dem Opfer Erfordernis gewesen.
«Der Oberpriester bei Hofe war mit vier Eigenschaften begabt.
Beiderseit
war er wohlgeboren, vom Vater und von der Mutter aus, lauter empfangen,
bis zum siebenten Ahnherrn hinauf unbefleckt, untadelhaft von Geburt.
Gelehrt
war er, ein Spruchkenner, ein Meister der drei Veden, samt ihrer Auslegung
und Deutung, samt ihrer Laut- und Formenlehre, und ihren Sagen zufünft,
der Gesänge kundig und ein Erklärer, der die Merkmale eines großen
Weltweisen aufwies.
Tugendrein
war er, tugendreif, in Tugend reif geworden.
Weise
war er, gewitzigt, bedächtig, der vorderste oder der nächstfolgende der
die Schar zu lenken Berufenen.
Der Oberpriester bei Hofe war mit diesen vier Eigenschaften begabt. So sind
auch diese vier Eigenschaften eben dort bei dem Opfer Erfordernis gewesen.
«Da hat denn, Priester, der Oberpriester bei Hofe König Walteherrn vor dem
Opfer noch einen dreifachen Hinweis gegeben:
Es
könnte wohl sein, daß dem Herrn Könige während der Vorbereitung zum großen
Opfer etwa ein Gedanke der Reue aufstiege: 'Viel, wahrhaftig, von meiner
Habe wird dabei aufgehn': so ein Gedanke der Reue sei dem Herrn Könige
fern.
Es
könnte auch sein, daß dem Herrn Könige während der Darbringung des großen
Opfers etwa ein Gedanke der Reue aufstiege: 'Viel, wahrhaftig, von meiner
Habe geht dabei auf': so ein Gedanke der Reue sei dem Herrn Könige fern.
Und
es könnte auch sein, dass dem Herrn Könige nach der Darbringung des großen
Opfers etwa ein Gedanke der Reue aufstiege: 'Viel, wahrhaftig, von meiner
Habe ist dabei aufgegangen, so ein Gedanke der Reue sei dem Herrn Könige
fern.
Das ist, Priester, der dreifache Hinweis gewesen, den der Oberpriesster bei
Hofe König Walteherrn vor dem Opfer noch gegeben hat.
«Da hat denn, Priester, der Oberpriester bei Hofe König Walteherrn vor dem
Opfer noch auf zehnfache Weise den Empfängern gegenüber Reuegedanken zu
entfernen gewußt:
Herankommen
werden zu dem Opfer des Herrn Leute, die Lebendiges umbringen, und Leute,
die Lebendiges umzubringen vermeiden: die nun da Lebendiges umbringen,
auch denen ihr Anteil; die nun da Lebendiges umzubringen vermeiden, um
derer willen opfere der Herr, frohlocke der Herr, freue sich der Herr,
lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.
Herankommen
werden zu dem Opfer des Herrn Leute, die Nichtgegebenes nehmen, und Leute,
die Nichtgegebenes zu nehmen vermeiden: die nun da Nichtgegebenes nehmen,
auch denen ihr Anteil; die nun da Nichtgegebenes zu nehmen vermeiden, um
derer willen opfere er Herr, frohlocke der Herr, freue sich der Herr,
lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.
Herankommen
werden zu dem Opfer des Herrn Leute, die Ausschweifung begehn, und Leute,
die Ausschweifung zu begehn vermeiden die nun da Ausschweifung begehn,
auch denen ihr Anteil; die nun da Ausschweifung zu begehn vermeiden, um
derer willen opfere der Herr, frohlocke der Herr, freue sich der Herr,
lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.
Herankommen
werden zu dem Opfer des Herrn Leute, die lügen, und Leute, die Lüge
vermeiden;
Leute,
die verleumden, und Leute, die Verleumdung vermeiden;
Leute,
die barsche Worte lieben, und Leute, die barsche Worte vermeiden;
Leute,
die plappern und plaudern, und Leute, die Plappern und Plaudern vermeiden;
Leute,
die begehrlich sind, und Leute, die nicht begehrlich sind;
Leute,
die gehässig sind, und Leute, die nicht gehässig sind;
Leute,
die verkehrte Ansichten haben, und Leute, die rechte Anichten haben: die
nun da verkehrte Ansichten haben, auch denen ihr Anteil; die nun da rechte
Ansichten haben, um derer willen opfere der Herr, frohocke der Herr, freue
sich der Herr, lasse der Herr eben sein Herz innig zurieden sein.>
Das ist, Priester, die zehnfache Weise gewesen, wie der Oberpriester bei
Hofe König Walteherrn vor dem Opfer noch den Empfängern gegenüber Reuegedanken
zu entfernen gewußt hat.
«Da hat denn, Priester, der Oberpriester bei Hofe König Walteherrn während
der Darbringung des großen Opfers auf sechzehnfache Weise das Herz ermuntert,
ermutigt, erregt und erheitert.
<Es könnte wohl sein, daß dem Herrn König bei der Darbringung des großen
Opfers etwa jemand nachsagte: 'König Walteherr bringt ein großes Opfer dar,
nicht aber hat er zu sich geladen die Fürsten seiner Heeresfolge, die
städtischen so wie die ländischen, und doch bringt ja der Herr König solch ein
großes Opfer dar': so etwas kann dem Herrn Könige von rechtswegen keiner
nachsagen; eingeladen hat ja der Herr König die Fürsten der Gefolgschaft, die
städtischen so wie die ländischen, und eben darum mag der Herr König dessen
eingedenk bleiben: 'Es opfere der Herr, es frohlocke der Herr, es freue sich
der Herr, es lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.'
Es könnte auch sein, daß dem Herrn Könige bei der Darbringung des großen
Opfers etwa jemand nachsagte: 'König Walteherr bringt ein großes Opfer dar,
nicht aber hat er zu sich geladen die Räte und Höflinge, die städtischen so wie
die ländischen, die hochmögenden Priester, die städtischen so wie die
ländischen, die begüterten Bürger, die städtischen so wie die ländischen, und
doch bringt ja der Herr König solch ein großes Opfer dar' so etwas kann dem
Herrn Könige von rechtswegen keiner nachsagen; eingeladen hat ja der Herr König
sie alle, und eben darum mag der Herr König dessen eingedenk bleiben: 'Es
opfere der Herr, es frohlocke der Herr, es freue sich der Herr, es lasse der
Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.'
Es könnte auch sein, daß dem Herrn Könige bei der Darbringung des großen
Opfers etwa jemand nachsagte König Walteherr bringt ein großes Opfer dar, nicht
aber ist er beiderseit wohlgeboren; nicht aber ist er schön; nicht aber ist er
reich; nicht aber ist er stark; nicht aber ist er zutraulich; nicht aber hat er
viel erfahren; nicht aber ist er weise, gewitzigt, bedachtig, ist nicht
imstande bei Vergangenem, Künftigem, Gegenwärtigem den Vorteil auszufinden, und
doch bringt ja der Herr König solch ein großes Opfer dar': so etwas kann dem
Herrn Könige von rechtswegen keiner nachsagen; begabt ist ja der Herr König mit
diesen Eigenschaften, und eben darum mag der Herr König dessen eingedenk
bleiben: 'Es opfere der Herr, es frohlocke der Herr, es freue sich der Herr, es
lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.'
Und es könnte auch sein, daß dem Herrn Könige bei der Darbringung des großen
Opfers etwa jemand nachsagte: 'König Walteherr bringt ein großes Opfer dar,
nicht aber ist sein Oberpriester bei Hofe beiderseit wohlgeboren; er ist
ungelehrt; er hat keine Tugend; er ist nicht weise, gewitzigt, bedächtig, weder
der vorderste noch der nächstfolgende der die Schar zu lenken Berufenen, und
doch bringt ja der Herr König, solch ein großes Opfer dar': so etwas kann dem
Herrn Könige von rechtswegen keiner nachsagen, begabt ist ja des Herrn Königs
Oberpriester bei Hofe mit diesen Eigenschaften, und eben darum mag der Herr
König dessen eingedenk blein: 'Es opfere der Herr, es frohlocke der Herr, es
freue sich der Herr, es lasse der Herr eben sein Herz innig zufrieden sein.'
Das ist, Priester, die sechzehnfache Weise gewesen, wie der Oberpriester bei
Hofe König Walteherrn während der Darbringung des großen Opfers das Herz
ermuntert, ermutigt, erregt und erheitert hat.
«Bei diesem Opfer nun aber, Priester, wurden keine Rinder erschlagen, und
auch keine Ziegen und Schafe, oder Hühner und Schweine, es sind nicht
mancherlei Wesen hingeschlachtet worden. Keine Bäume wurden gefällt als Pfosten
zu dienen, kein Gras wurde gemäht als Streu zu dienen. Die aber da Knechte und
Söldner und Werkleute waren, die sind nicht aus Furcht vor Strafe, nicht von
Angst eingeschüchtert, nicht mit tränenden Augen klagend darangegangen den
Befehl auszuführen: sondern wer da wollte, der wirkte mit, und wer nicht wollte
wirkte nicht mit; was sie wollten, das taten sie, was sie nicht wollten,
brauchten sie nicht zu tun. Mit Sahnenöl, Butter, Rahm, Honig und Zuckersaft
nur ist eben das Opfer dort ausgerichtet worden.
«Da sind nun, Priester, die Fürsten der Gefolgschaft, die städtischen so wie
die ländischen, die Räte und Höflinge, die städtischen so wie die ländischen,
die hochmögenden Priester, die städtischen so wie die ländischen, die begüterten
Bürger, die städtischen, so wie die ländischen, mit reichen Schätzen in den
Händen vor König Walteherr dann hingetreten und haben also gesprochen:
<Hier, Majestät, haben wir reiche Schätze für Majestät eben mitgebracht: die
möge Majestät entgegennehmen.> - <Genug, ihr Herren: ich habe hier schon
einen reichen Schatz durch gerechte Steuer zusammengebracht; behaltet es nur,
und nehmt euch noch mehr von hier mit.> Vom Könige zurückgewiesen traten sie
beiseite und berieten sich also: <Das stände uns gar übel an, daß wir diese
Schätze nun wieder nach Hause zurückbrächten; König Walteherr hat ein großes
Opfer dargebracht: wohlan, ihm wollen wir nachopfern!>
«Da haben denn, Priester, im Osten des Opferplatzes die Fürsten der
Gefolgschaft, die städtischen so wie die ländischen, Gaben ausgeteilt, im Süden
des Opferplatzes die Räte und Höflinge, die städtischen so wie die ländischen,
Gaben ausgeteilt, im Westen des Opferplatzes die hochmögenden Priester, die
städtischen so wie die ländischen, Gaben ausgeteilt, im Norden des Opferplatzes
die begüterten Bürger, die städtischen so wie die ländischen, Gaben geteilt.
Bei diesen Opfern aber, Priester, wurden keine Rinder erschlagen, und auch
keine Ziegen und Schafe, oder Hühner und Schweine, es sind nicht mancherlei Wesen
hingeschlachtet worden. Keine Bäume wurden gefällt als Pfosten zu dienen, kein
Gras wurde gemäht als Streu zu dienen. Die aber dabei Knechte und Söldner und
Werkleute waren, die sind nicht aus Furcht vor Strafe, nicht von Angst
eingeschüchtert, nicht mit tränenden Augen klagend darangegangen den Befehl
auszuführen: sondern wer da wollte, der wirkte mit, und wer nicht wollte wirkte
nicht mit; was sie wollten, das taten sie, was sie nicht wollten, brauchten sie
nicht zu tun. Mit Sahnenöl, Butter, Rahm, Honig und Zuckersaft nur sind eben
die Opfer dort ausgerichtet worden.
«Das also war es: die vier beistimmenden Körperschaften, König Walteherr als
achtfach Begabter, der Oberpriester bei Hofe als vierfach Begabter und der
dreifache Hinweis, was da geheißen wird, Priester, ein dreifältiger Erfolg beim
Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen.»
Nach diesen Worten brachen die Priester dort in lebhafte Rufe aus, in lauten
Lärm, in großen Lärm:
«O welch ein Opfer! O welch ein Erfolg beim Opfer!»
Kútadanto aber der Priester saß wie still versunken da. So wandten sich denn
jene Priester an Kútadanto den Priester und sagten:
«Warum doch mag Herr Kútadanto des Asketen Gotamo treffliche Rede als
treffliche Rede nicht anerkennen?»
«Nicht mag ich, ihr Herren, des Asketen Gotamo treffliche Rede als
treffliche Rede nicht anerkennen; das Haupt möchte wohl dem bersten, der des
Asketen Gotamo treffliche Rede als treffliche Rede nicht anerkennte. Aber ich
habe da, ihr Herren, bei mir gedacht: <Der Asket Gotamo hat nicht gesagt
'Das hab' ich gehört' oder 'So dürfte es sein', sondern es hat eben der Asket
Gotamo 'Das ist damals gewesen, so ist es damals gewesen' schlechthin
gesprochen.> Da ist mir, ihr Herren, der Gedanke gekommen: <Gewiß ist der
Asket Gotamo zu jener Zeit der König gewesen, Walteherr, der das Opfer geboten
hat, oder ist der Oberpriester bei Hofe gewesen, der das Opfer dort vollzogen
hat.> Bekennt also Herr Gotamo ein derartiges Opfer geboten oder vollzogen
zu haben und, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, auf gute Fährte, in
selige Welt gelangt zu sein?»
«Ich bekenne, Priester, ein derartiges Opfer geboten oder vollzogen zu haben
und, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, auf gute Fährte, in selige
Welt gelangt zu sein.»
«Gibt es aber, o Gotamo, außer diesem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig,
weniger mühselig, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Es gibt, Priester, außer diesem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit seinen
sechzehn Erfordernissen noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger
mühselig, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Was ist das aber, o Gotamo, für ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger
mühselig als dieser dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn
Erfordernissen ist, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Was man da, Priester, alle Tage spendet, zuhause für Opfer bringt, an
tugendreine Pilger dahingibt: das ist, Priester, ein Opfer, weniger kostspielig,
weniger mühselig als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn
Erfordernissen, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Was ist nun, o Gotamo, der Grund, was ist die Ursach, daß ein solches alle
Tage spenden, zuhause Opfer bringen weniger kostspielig, weniger mühselig als
jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen ist, und
reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Nicht kommen wohl, Priester, zu jenem Opfer dort Heilige oder auf dem Wege
der Heiligen Wandelnde heran: und warum nicht? Geschehn dabei kann es ja,
Priester, daß man sich prügelt oder an der Gurgel packt: darum kommen zu jenem
Opfer dort Heilige oder auf dem Wege der Heiligen Wandelnde nicht heran. Was
man aber da alle Tage spendet, zuhause für Opfer bringt, an tugendreine Pilger
dahingibt: zu einem solchen Opfer kommen wohl, Priester, Heilige oder auf dem
Wege der Heiligen Wandelnde heran: und warum das? Nicht geschehn dabei kann es
ja, Priester, daß man sich prügelt oder an der Gurgel packt: darum kommen zu
einem solchen Opfer Heilige oder auf dem Wege der Heiligen Wandelnde heran. Das
ist, Priester, der Grund, das ist die Ursach, daß ein solches alle Tage
spenden, zuhause Opfer bringen weniger kostspielig, weniger mühselig als jener
dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen ist, und
reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Gibt es aber, o Gotamo, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen, und außer diesem alle Tage spenden, zuhause
Opfer bringen, noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger mühselig
und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Es gibt, Priester, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit seinen
sechzehn Erfordernissen, und außer diesem alle Tage spenden, zuhause Opfer
bringen, noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger mühselig, und
reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Was ist das aber, o Gotamo, für ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger
mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn
Erfordernissen, als dieses alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen, und
reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Wenn man, Priester, für die Ordensbrüder aus den vier Weltgegenden ein
Obdach errichtet, so hat man, Priester, ein Opfer gebracht, das weniger
kostspielig, weniger mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen, als dieses alle Tage spenden, zuhause Opfer
bringen, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn 3.»
«Gibt es aber, o Gotamo, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zu Hause Opfer
bringen, und außer diesem Obdach geben, noch ein anderes Opfer, weniger
kostspielig, weniger mühselig, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Es gibt, Priester, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit seinen
sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen,
und außer diesem Obdach geben, noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig,
weniger mühselig, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Was ist das aber, o Gotamo, für ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger
mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn
Erfordernissen, als das alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen, als dieses
Obdach geben, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Wenn man, Priester, heiteren Herzens beim Erwachten Zuflucht genommen, bei
der Lehre Zuflucht genommen, bei der Jüngerschaft Zuflucht genommen, so hat
man, Priester, ein Opfer gebracht, das weniger kostspielig, weniger mühselig
ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen,
als das alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen, als dieses Obdach geben, und
reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Gibt es aber, o Gotamo, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zuhause Opfer
bringen, außer dem Obdach geben, und außer diesem Zuflucht nehmen, noch ein
anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger mühselig, und reicher an Lohn,
reicher an Gewinn?»
«Es gibt, Priester, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit seinen
sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen,
außer dem Obdach geben, und außer diesem Zuflucht nehmen, noch ein anderes
Opfer, weniger kostspielig, weniger mühselig, und reicher an Lohn, reicher an
Gewinn.»
«Was ist das aber, o Gotamo, für ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger
mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen,
als das alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen, als das Obdach geben, als
dieses Zuflucht nehmen, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn?»
«Wenn man, Priester, heiteren Herzens den Pflichten Schritt um Schritt
nachkommt, Lebendiges umzubringen vermeiden lernt, Nichtgegebenes zu nehmen
vermeiden lernt, Ausschweifung zu begehn vermeiden lernt, Lüge zu reden
vermeiden lernt, berauschende und berückende Getränke, betäubende und betörende
Mittel zu gebrauchen vermeiden lernt, so hat man, Priester, ein Opfer gebracht,
das weniger kostspielig, weniger mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim
Opfer mit seinen sechzehn Erfordernissen, als das alle Tage spenden, zuhause
Opfer bringen, als das Obdach geben, als dieses Zuflucht nehmen, und reicher an
Lohn, reicher an Gewinn.»
«Gibt es aber, o Gotamo, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit
seinen sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zuhause Opfer
bringen, außer dem Obdach geben, außer dem Zuflucht nehmen, und außer dieser Pflichterfüllung,
noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger mühselig, und reicher an
Lohn, reicher an Gewinn?»
«Es gibt, Priester, außer jenem dreifältigen Erfolge beim Opfer mit seinen
sechzehn Erfordernissen, außer dem alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen,
außer dem Obdach geben, außer dem Zuflucht nehmen, und außer dieser
Pflichterfüllung, noch ein anderes Opfer, weniger kostspielig, weniger
mühselig, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn.»
«Was ist das aber, o Gotamo, für ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger
mühselig ist als jener dreifältige Erfolg beim Opfer mit seinen sechzehn
Erfordernissen, als das alle Tage spenden, zuhause Opfer bringen, als das
Obdach geben, als das Zuflucht nehmen, als diese Pflichterfüllung, und reicher an
Lohn, reicher an Gewinn?»
«Da erscheint, Priester, der Vollendete in der Welt, der Heilige, vollkommen
Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der Welt Kenner,
der unvergleichliche Leiter der Männerherde, der Meister der Götter und
Menschen, der Erwachte, der Erhabene.
Er zeigt diese Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern,
mit ihrer Schar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen, nachdem er sie
selbst verstanden und durchdrungen hat.
Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren Mitte begütigt, deren
Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuterte,
geklärte Asketentum dar. -
Diese Lehre hört ein Hausvater, oder der Sohn eines Hausvaters, oder einer,
der in anderem Stande neugeboren ward. Nachdem er diese Lehre gehört hat, faßt
er Vertrauen zum Vollendeten. Von diesem Vertrauen erfüllt denkt und überlegt
er also:
<Ein Gefängnis ist die Häuslichkeit, ein Schmutzwinkel; der freie
Himmelsraum die Pilgerschaft. Nicht wohl geht es, wenn man im Hause bleibt, das
völlig geläuterte, völlig geklärte Asketentum Punkt für Punkt zu erfüllen. Wie,
wenn ich nun, mit geschorenem Haar und Barte, mit fahlem Gewande bekleidet, aus
dem Hause in die Hauslosigkeit hinauszöge?>
So gibt er denn später einen kleinen Besitz oder einen großen Besitz auf,
hat einen kleinen Verwandtenkreis oder einen großen Verwandtenkreis verlassen
und ist mit geschorenem Haar und Barte, im fahlen Gewande von Hause fort in die
Hauslosigkeit gezogen. -
Also Pilger geworden bleibt er in reiner Zucht richtig gezügelt, lauter im
Handel und Wandel: vor geringstem Fehl auf der Hut kämpft er beharrlich weiter,
Schritt um Schritt; in Taten und Worten heilsam beflissen lebt er rein, ist
tüchtig in Tugend, hütet die Tore der Sinne, gewappnet mit klarem Bewußtsein,
zufrieden.
Das aber heißt man da, Priester, ein Opfer bringen, das weniger kostspielig,
weniger mühselig als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an
Gewinn. -
Treu der heiligen Tugendsatzung, treu der heiligen Sinnenzügelung, treu der
heiligen klaren Einsicht, treu der heiligen Zufriedenheit sucht er einen
abgelegenen Ruheplatz auf, einen Hain, den Fuß eines Baumes, eine Felsengrotte,
eine Bergesgruft, einen Friedhof, die Waldesmitte, ein Streulager in der
offenen Ebene.
Nach dem Mahle, wenn er vom Almosengange zurückgekehrt ist, setzt er sich
mit verschränkten Beinen nieder, den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der
Einsicht.
Er hat weltliche Begierde verworfen und verweilt begierdelosen Gemütes, von
Begierde läutert er sein Herz. Gehässigkeit hat er verworfen, haßlosen Gemütes
verweilt er, voll Liebe und Mitleid zu allen lebenden Wesen läutert er sein
Herz von Gehässigkeit. Matte Müde hat er verworfen, von matter Müde ist er
frei; das Licht liebend, einsichtig, klar bewußt, läutert er sein Herz von
matter Müde. Stolzen Unmut hat er verworfen, er ist frei von Stolz; innig
beruhigten Gemütes läutert er sein Herz von stolzem Unmut. Das Schwanken hat er
verworfen, der Ungewißheit ist er entronnen; er zweifelt nicht am Guten, vom
Schwanken läutert er sein Herz.
Während er so diese fünf Hemmungen (nivarana) in sich
aufgehoben erkennt, wird er freudig bewegt. Freudig bewegt wird er heiter.
Heiteren Herzens wird der Körper beschwichtigt. Körperbeschwichtigt fühlt er
sich wohl. Sich wohl fühlend wird sein Geist einig. So gewinnt er, gar fern von
Begierden, fern von unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener
seliger Verzückung, die Weihe der ersten Schauung. Das aber heißt man da,
Priester, ein Opfer bringen, das weniger kostspielig, weniger mühselig als die
früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn. -
Nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens erreicht er die innere
Meeresstille, die Einheit des Gemütes, die von sinnen, von gedenken freie, in
der Einigung geborene selige Verzückung, die Weihe der zweiten Schauung. Das
aber heißt man da, Priester, ein Opfer bringen, das weniger kostspielig,
weniger mühselig als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an
Gewinn. -
In heiterer Ruhe verweilt er gleichmütig, einsichtig, klar bewußt, ein Glück
empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: <Der gleichmütig
Einsichtige lebt beglückt>; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung.
Das aber heißt man da, Priester, ein Opfer bringen, das weniger kostspielig,
weniger mühselig als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an
Gewinn. -
Nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen
Frohsinns und Trübsinns erwirkt er die leidlose, freudlose, gleichmütig
einsichtige vollkommene Reine, die Weihe der vierten Schauung. Das aber heißt
man da, Priester, ein Opfer bringen, das weniger kostspielig, weniger mühselig
als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn. -
Wenn sich dann weiter, Priester, der heilige Jünger mancher verschiedenen
früheren Daseinsform erinnert, mit je den eigentümlichen Merkmalen, mit je den
eigenartigen Beziehungen, so ist das eben, Priester, ein Opfer, das weniger
kostspielig, weniger mühselig als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn,
reicher an Gewinn. -
Wenn dann weiter, Priester, der heilige Jünger die Wesen dahinschwinden und
wiedererscheinen sieht, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und
unglückliche, erkennen kann wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren, so
ist das eben, Priester, ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger mühselig
als die früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn. -
Wenn dann weiter, Priester, der heilige Jünger mit der Wahnversiegung die
wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar
macht, verwirklicht und erringt, <Im Erlösten ist die Erlösung>, diese
Erkenntnis ihm aufgeht, <Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketentum,
gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt>, er verstanden hat, so ist das
eben, Priester, ein Opfer, das weniger kostspielig, weniger mühselig als die
früheren Opfer ist, und reicher an Lohn, reicher an Gewinn.
Einen anderen aber noch, Priester, als diesen Erfolg beim Opfer, der darüber
hinausreichte oder erlesener wäre, gibt es nicht.»
Nach dieser Rede wandte sich Kútadanto der Priester also an den Erhabenen:
«Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo,
als ob einer umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten
den Weg wiese, oder Licht in die Finsternis brächte: <Wer Augen hat wird die
Dinge sehn> ebenso auch hat Herr Gotamo die Lehre gar vielfach gezeigt. Und
so nehm' ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft:
als Anhänger soll mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.
- Und so laß' ich, o Gotamo, die siebenhundert Stiere und die siebenhundert
Farren und die siebenhundert Färsen, die siebenhundert Ziegen und die
siebenhundert Schafe losbinden, schenke ihnen das Leben grüne Gräser sollen sie
nur wieder kauen und kühle Gewässer schlürfen, und frischer Wind mag sie wieder
umwehen.»
Da hat denn der Erhabene Kútadanto den Priester allmählich in das Gespräch
eingeführt, sprach erst mit ihm vom Geben, von der Tugend, von seliger Welt,
machte des Begehrens Elend, Ungemach, Trübsal, und der Entsagung Vorzüglichkeit
offenbar. Als der Erhabene merkte, daß Kútadanto der Priester im Herzen
bereitsam, geschmeidig, unbehindert, aufgerichtet, heiter geworden war, da gab
er die Darlegung jener Lehre, die den Erwachten eigentümlich ist: das Leiden,
die Entwicklung, die Auflösung, den Weg.
Gleichwie etwa ein reines Kleid, von Flecken gesäubert, vollkommen die
Färbung annehmen mag, ebenso ging da Kútadanto dem Priester, während er noch da
saß, das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit auf:
· Was irgend auch
entstanden ist
· Muß alles wieder untergehn.
Und Kútadanto der Priester, der die Wahrheit gesehn, die Wahrheit gefaßt,
die Wahrheit erkannt, die Wahrheit ergründet hatte, zweifelentronnen, ohne
Schwanken, in sich selber gewiß, auf keinen anderen gestützt im Orden des
Meisters, der wandte sich nun an den Erhabenen und sagte:
«Gewähre mir Herr Gotamo die Bitte, morgen mit den Mönchen bei mir zu
speisen!»
Schweigend gewährte der Erhabene die Bitte.
Als nun Kútadanto der Priester der Zustimmung des Erhabenen gewiß war, stand
er von seinem Sitze auf, bot dem Erhabenen ehrerbietigen Gruß dar, ging rechts
herum und zog von dannen.
Am nächsten Morgen dann ließ Kútadanto der Priester an seinem Opferplatze
ausgewählte feste und flüssige Speise auftragen und sandte alsbald einen Boten
an den Erhabenen mit der Meldung: <Es ist Zeit, o Gotamo, das Mahl ist
bereit.> So begann denn der Erhabene sich beizeiten zu rüsten, nahm Mantel
und Almosenschale und ging mit einer Schar Mönche zum Opferplatze bei Kútadanto
dem Priester hin. Dort angelangt nahm der Erhabene auf dem dargebotenen Sitze
Platz. Kútadanto aber der Priester bediente und versorgte eigenhändig den
Erwachten und seine Jünger mit ausgewählter fester und flüssiger Speise.
Nachdem nun der Erhabene gespeist und das Mahl beendet hatte, nahm Kútadanto
der Priester einen von den niederen Stühlen zur Hand und setzte sich zur Seite
hin. Kútadanto den Priester, der da zur Seite saß, hat der Erhabene noch in
lehrreichem Gespräche ermuntert, ermutigt, erregt und erheitert, ist dann
aufgestanden und fortgegangen.
|