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DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit
weilte der Erhabene bei Sávatthí, im Siegerwalde, im Garten Anáthapindikos.
Um diese Zeit nun hielt sich Potthapádo der Pilger im Redesaal der
ebenholzverschalten Großen Halle in Mallikás Garten auf, in Gesellschaft vieler
Pilger, von dreihundert Pilgern umgeben.
Da trat denn der Erhabene, zeitig gerüstet, mit Mantel und Schale versehn,
den Almosengang nach Sávatthí an. Aber der Erhabene sagte sich da: <Allzu
früh ist's noch in der Stadt um Almosen zu stehn; wie, wenn ich nun dort nach
dem Redesaal der ebenholzverschalten Großen Halle in Mallikás Garten hinginge
und Potthapádo den Pilger besuchte?> So begab sich denn der Erhabene nach
dem Redesaal der ebenholzverschalten Großen Halle in Mallikás Garten hin. Nun
war gerade damals Potthapádo der Pilger, im weiten Kreise der Pilgerschar
sitzend, in lebhaftem Gespräche begriffen; und sie machten lauten Lärm, großen
Lärm, und unterhielten sich über allerhand gemeine Dinge, als wie über Könige,
über Räuber, über Fürsten und Soldaten, über Krieg und Kampf, über Speise und
Trank, über Kleidung und Bett, über Blumen und Düfte, über Verwandte, über
Fuhrwerk und Wege, über Dörfer und Burgen, über Städte und Länder, über Weiber
und Weine, über Straßen und Märkte, über die Altvorderen und über die
Veränderungen, über Volksgeschichten und Seegeschichten, über dies und das und
dergleichen mehr.
Es sah nun Potthapádo der Pilger wie der Erhabene von ferne herankam, und
als er ihn gesehn mahnte er die Umsitzenden zur Ruhe:
«Seid nicht so laut, ihr Lieben, macht keinen Lärm, ihr Lieben: da kommt der
Asket Gotamo heran! Und er liebt nicht lauten Lärm, dieser Ehrwürdige, Ruhe
preist er; vielleicht mag ihn der Anblick einer lautlosen Versammlung bewegen
seine Schritte hierher zu lenken.»
Also ermahnt verhielten sich die Pilger dort schweigsam. So kam denn der
Erhabene zu Potthapádo dem Pilger heran, während Potthapádo der Pilger den
Erhabenen also ansprach:
«Es komme, o Herr der Erhabene, gegrüßt sei, o Herr, der Erhabene! Lange
schon, o Herr, hat der Erhabene hoffen lassen mich einmal hier zu besuchen.
Möge sich, o Herr, der Erhabene setzen: dieser Sitz ist bereit.»
Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz. Potthapádo der Pilger
aber nahm einen von den niederen Stühlen zur Hand und setzte sich an die Seite.
Zu Potthapádo dem Pilger, der an der Seite saß, wandte sich nun der Erhabene
mit den Worten:
«Zu welchem Gespräche, Potthapádo, seid ihr jetzt hier zusammengekommen, und
wobei habt ihr euch eben unterbrochen?»
Also angesprochen sagte da Potthapádo der Pilger zum Erhabenen:
«Sei es, o Herr, um jenes Gespräch, warum wir hier beisammen sind:
schwerlich, o Herr, wird dem Erhabenen etwas entgehn, wenn es auch später zur
Sprache kommt. - Die vergangenen Tage, o Herr, vor einiger Zeit, ist unter den
mancherlei Büßern, Asketen und Priestern, die sich in der Volkshalle zu einer Sitzung
eingefunden hatten, über das Schwinden der Wahrnehmung ein Gespräch
aufgekommen: <Wie doch nur kommt wohl bei der Wahrnehmung das Schwinden
zustande?> Da haben denn einige gesagt: <Ohne Anlaß, ohne Grund gehn dem
Menschen Wahrnehmungen auf und gehn unter; zu einer Zeit wo Wahrnehmungen
aufgehn nimmt man wahr, zu einer Zeit wo Wahrnehmungen untergehn nimmt man
nicht wahr.> So haben einige das Schwinden bei der Wahrnehmung erklärt.
Darauf hat ein anderer gesagt: <Das scheint mir doch, mein Lieber, nicht
eben so zu sein: denn die Wahrnehmung ist ja des Menschen Seele, und diese
steigt auf und steigt ab; zu einer Zeit wo sie aufsteigt nimmt man wahr, zu
einer Zeit wo sie absteigt nimmt man nicht wahr.> So haben andere das
Schwinden bei der Wahrnehmung erklärt. Dann wieder hat einer gesagt: <Nicht
doch, mein Lieber, scheint mir dies der Fall zu sein: es gibt ja wohl Asketen
und Priester von großer Macht, großer Gewalt, die können da dem Menschen
Wahrnehmung aufdrängen und abdrängen; zu einer Zeit wo sie aufdrängen nimmt man
wahr, zu einer Zeit wo sie abdrängen nimmt man nicht wahr.> So haben dann
andere das Schwinden bei der Wahrnehmung erklärt. Darauf hat wieder einer
gesagt: Doch wohl nicht also, mein Lieber, will es mir scheinen: denn es gibt
ja Geister von großer Macht, großer Gewalt, die können da dem Menschen
Wahrnehmung aufdrängen und abdrängen; zu einer Zeit wo sie aufdrängen nimmt man
wahr, zu einer Zeit wo sie abdrängen nimmt man nicht wahr.> So haben wieder
andere das Schwinden bei der Wahrnehmung erklärt. Da ist mir, o Herr, eben an
den Erhabenen die Erinnerung aufgestiegen: <Ja der Erhabene, ja der
Willkommene, der wird gewiß dieser Dinge kundig sein!> Der Erhabene, o Herr,
kennt das, der Erhabene weiß den Hergang beim Schwinden der Wahrnehmung: wie
kommt nun, o Herr, bei der Wahrnehmung das Schwinden zustande?»
«Wenn da, Potthapádo, jene Asketen und Priester dort also gesprochen haben:
'Ohne Anlaß, ohne Grund gehn dem Menschen Wahrnehmungen auf und gehn unter', so
war es eben von Anfang an bei ihnen verfehlt: und warum das? Weil ja,
Potthapádo, aus einem Anlaß, einem Grunde dem Menschen Wahrnehmungen aufgehn
und untergehn: durch Übung geht die eine Wahrnehmung auf, und durch Übung geht
die andere Wahrnehmung unter. Was ist nun Übung?» sagte der Erhabene.
«Da erscheint, Potthapádo, der Vollendete in der Welt, der Heilige,
vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der
Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerherde, der Meister der
Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese Welt mit ihren
Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schar von Priestern und
Büßern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden und durchdrungen
hat. Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren Mitte begütigt, deren
Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuterte,
geklärte Asketentum dar. - Diese Lehre hört ein Hausvater, oder der Sohn eines
Hausvaters, oder einer, der in anderem Stande neugeboren ward. Nachdem er diese
Lehre gehört hat, faßt er Vertrauen zum Vollendeten. Von diesem Vertrauen
erfüllt denkt und überlegt er also: <Ein Gefängnis ist die Häuslichkeit, ein
Schmutzwinkel; der freie Himmelsraum die Pilgerschaft. Nicht wohl geht es, wenn
man im Hause bleibt, das völlig geläuterte, völlig geklärte Asketentum Punkt
für Punkt zu füllen. Wie, wenn ich nun mit geschorenem Haar und Barte, mit
fahlem Gewande bekleidet, aus dem Hause in die Hauslosigkeit hinauszöge?> So
gibt denn später einen kleinen Besitz oder einen großen Besitz auf, hat einen
kleinen Verwandtenkreis oder einen großen Verwandtenkreis verlassen und ist mit
geschorenem Haar und Barte, im fahlen Gewande von Hause fort in die
Hauslosigkeit gezogen. - Also Pilger geworden bleibt er in reiner Zucht richtig
gezügelt, lauter im Handel und Wandel: vor geringstem Fehl auf der Hut kämpft
er beharrlich weiter, Schritt um Schritt; in Taten und Worten heilsam beflissen
lebt er rein, ist tüchtig in Tugend, hütet die Tore der Sinne, gewappnet mit
klarem Bewußtsein, zufrieden. - Treu der heiligen Tugendsatzung, treu der
heiligen Sinnenzügelung, treu der heiligen klaren Einsicht, treu der heiligen
Zufriedenheit sucht er einen abgelegenen Ruheplatz auf, einen Hain, den Fuß
eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die
Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene. Nach dem Mahle, wenn er vom
Almosengange zurückgekehrt ist, setzt er sich mit verschränkten Beinen nieder,
den Körper gerade aufgerichtet, und pflegt der Einsicht. Er hat weltliche
Begierde verworfen und verweilt begierdelosen Gemütes, von Begierde läutert er
sein Herz. Gehässigkeit hat er verworfen, haßlosen Gemütes verweilt er, voll
Liebe und Mitleid zu allen lebenden Wesen läutert er sein Herz von
Gehässigkeit. Matte Müde hat er verworfen, von matter Müde ist er frei; das
Licht liebend, einsichtig, klar bewußt, läutert er sein Herz von matter Müde.
Stolzen Unmut hat er verworfen, er ist frei von Stolz; innig beruhigten Gemütes
läutert er sein Herz von stolzem Unmut. Das Schwanken hat er verworfen, der
Ungewißheit ist er entronnen; er zweifelt nicht am Guten, vom Schwanken läutert
er sein Herz. Während er so diese fünf Hemmungen in sich aufgehoben erkennt,
wird er freudig bewegt. Freudig bewegt wird er heiter. Heiteren Herzens wird
der Körper beschwichtigt. Körperbeschwichtigt fühlt er sich wohl. Sich wohl
fühlend wird sein Geist einig. So gewinnt er, gar fern von Begierden, fern von
unheilsamen Dingen, in sinnend gedenkender ruhegeborener seliger Verzückung,
die Weihe der ersten Schauung. Dem geht nun was er früher als Lust wahrgenommen
unter: ruhegeborene selig heitere zart empfundene Wahrheit entwickelt sich da,
ruhegeborene selig heitere zart empfundene Wahrheit nimmt er eben da wahr. So
kann durch Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die andere
Wahrnehmung untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, erreicht der Mönch nach Vollendung des Sinnens
und Gedenkens die innere Meeresstille, die Einheit des Gemütes, die von sinnen,
von gedenken freie, in der Einigung geborene selige Verzückung die Weihe der
zweiten Schauung. Dem geht nun was er früher als ruhegeborene selig heitere
zart empfundene Wahrheit wahrgenommen unter: in der Einigung geborene selig
heitere zart empfundene Wahrheit entwickelt sich da, in der Einigung geborene
selig heitere zart empfundene Wahrheit nimmt er eben da wahr. So kann durch
Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die andere Wahrnehmung
untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, verweilt der Mönch in heiterer Ruhe,
gleichmütig, einsichtig, klar bewußt, ein Glück empfindet er im Körper, von dem
die Heiligen sagen: <Der gleichmütig Einsichtige lebt beglückt>; so
erwirkt er die Weihe der dritten Schauung. Dem geht nun was er früher als in
der Einigung geborene selig heitere zart empfundene Wahrheit wahrgenommen
unter: gleichmütig selig zart empfundene Wahrheit entwickelt sich da,
gleichmütig selig zart empfundene Wahrheit nimmt er eben da wahr. So kann durch
Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die andere Wahrnehmung
untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, erwirkt der Mönch nach Verwerfung der Freuden
und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns, die
leidlose, freudlose, gleichmütig einsichtige vollkommene Reine, die Weihe der
vierten Schauung. Dem geht nun was er früher als gleichmütig selig zart
empfundene Wahrheit wahrgenommen unter: leidlos freudlos zart empfundene
Wahrheit entwickelt sich da, leidlos freudlos zart empfundene Wahrheit nimmt er
eben da wahr. So kann durch Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die
andere Wahrnehmung untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, gewinnt der Mönch nach völliger Überwindung der
Formwahrnehmungen, Vernichtung der Gegenwahrnehmungen, Verwerfung der
Vielheitwahrnehmungen in dem Gedanken <Grenzenlos ist der Raum> das Reich
des unbegrenzten Raumes. Dem geht nun was er früher als Form wahrgenommen unter:
unbegrenzt als Raumsphäre zart empfundene Wahrheit entwickelt sich da,
unbegrenzt als Raumsphäre zart empfundene Wahrheit nimmt er eben da wahr. So
kann durch Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die andere
Wahrnehmung untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, gewinnt der Mönch nach völliger Überwindung der
unbegrenzten Raumsphäre in dem Gedanken <Grenzenlos ist das Bewußtsein>
das Reich des unbegrenzten Bewußtseins. Dem geht nun was er früher unbegrenzt
als Raumsphäre zart empfundene Wahrheit wahrgenommen unter: unbegrenzt als
Bewußtseinsphäre zart empfundene Wahrheit entwickelt sich da, unbegrenzt als
Bewußtseinsphäre zart empfundene Wahrheit nimmt er eben da wahr. So kann durch
Übung die eine Wahrnehmung aufgehn, durch Übung die andere Wahrnehmung
untergehn. Das aber ist Übung», sagte der Erhabene.
«Weiter sodann, Potthapádo, gewinnt der Mönch nach völliger Überwindung der
unbegrenzten Bewußtseinsphäre in dem Gedanken <Nichts ist da> das Reich
des Nichtdaseins. Dem geht nun was er früher unbegrenzt als Bewußtseinsphäre
zart empfundene Wahrheit wahrgenommen unter: als Nichtdaseinsphäre zart
empfundene Wahrheit entwickelt sich da, als Nichtdaseinsphäre zart empfundene
Wahrheit nimmt er eben da wahr. So kann durch Übung die eine Wahrnehmung
aufgehn, durch Übung die andere Wahrnehmung untergehn. Das aber ist Übung»,
sagte der Erhabene.
«Sobald nun, Potthapádo, der Mönch da in sich wahrnimmt, kann er also immer
weiter, immer weiter der Reihe nach bis an die Spitze der Wahrnehmung
hinaufreichen. Steht er nun an der Spitze der Wahrnehmung, so sagt er sich:
<Gedanken dulden bekommt mir schlechter, keine Gedanken dulden bekommt
mir besser; wenn ich nun eben weiter denken und unterscheiden wollte, würde mir
diese Wahrnehmung untergehn und eine andere, gröbere Wahrnehmung aufgehn: wie,
wenn ich also eben nicht mehr zu denken und nicht mehr zu unterscheiden
versuchte?>
So denkt er eben nicht mehr und unterscheidet nicht mehr. Weil er nicht mehr
denkt und nicht mehr unterscheidet, geht auch diese Wahrnehmung unter und eine
andere, gröbere Wahrnehmung geht nicht auf: so kommt ihn Entschwinden an. Auf
solche Weise kann, Potthapádo, der Reihe nach bei der Wahrnehmung das Schwinden
mit klarem Bewußtsein zustande kommen. - Was meinst du wohl, Potthapádo: hast
du etwa schon vordem so davon, wie der Reihe nach bei der Wahrnehmung das
Schwinden mit klarem Bewußtsein zustande kommt, einmal reden hören?»
«Das wohl nicht, o Herr! Darf ich denn, o Herr, des Erhabenen Rede so recht
verstehn: <Sobald nun, Potthapádo, der Mönch da in sich wahrnimmt, kann er
also immer weiter, immer weiter der Reihe nach bis an die Spitze der
Wahrnehmung hinaufreichen. Steht er nun an der Spitze der Wahrnehmung, so sagt
er sich: 'Gedanken dulden bekommt mir schlechter, keine Gedanken dulden bekommt
mir besser; wenn ich nun eben weiter denken und unterscheiden wollte, würde mir
diese Wahrnehmung untergehn und eine andere, gröbere Wahrnehmung aufgehn wie,
wenn ich also eben nicht mehr zu denken und nicht mehr zu unterscheiden
versuchte?' So denkt er eben nicht mehr und unterscheidet nicht mehr. Weil er
nicht mehr denkt und nicht mehr unterscheidet, geht auch diese Wahrnehmung
unter und eine andere, gröbere Wahrnehmung geht nicht auf so kommt ihn
Entschwinden an. Auf solche Weise kann, Potthapádo, der Reihe nach bei der
Wahrnehmung das Schwinden mit klarem Bewußtsein zustande kommen.>»
«Recht so, Potthapádo.»
«Sagt aber nun, o Herr, der Erhabene, daß es nur eine Spitze der Wahrnehmung
gebe, oder daß eben deren mehrere seien?»
«Eine Spitze der Wahrnehmung, Potthapádo, gibt es, und es gibt deren
mehrere, sag' ich.»
«Inwiefern denn aber, o Herr, sagt der Erhabene, daß es eine Spitze der
Wahrnehmung und deren mehrere gibt?»
«Je näher und näher man, Potthapádo, dem Entschwinden kommt, desto näher und
näher kommt man der Spitze der Wahrnehmung. Insofern sag' ich, Potthapádo, daß
es eine Spitze der Wahrnehmung und deren mehrere gibt.»
«Geht nun, o Herr, zuerst die Wahrnehmung auf und dann die Erkenntnis, oder
zuerst die Erkenntnis und dann die Wahrnehmung? Oder gehn Wahrnehmung und
Erkenntnis in ein und demselben Augenblick auf?»
«Die Wahrnehmung geht, Potthapádo, zuerst auf und dann die Erkenntnis: mit
dem Aufgehn der Wahrnehmung erfolgt das Aufgehn der Erkenntnis. Man versteht
nun: <Auf solcher Grundlage also ist mir die Erkenntnis aufgegangen.>
Darum muß man es eben, Potthapádo, je nach dem Standort beurteilen, wie zuerst
die Wahrnehmung aufgeht und dann die Erkenntnis, und wie da mit dem Aufgehn der
Wahrnehmung das Aufgehn der Erkenntnis erfolgt.»
«Ist nun, o Herr, die Wahrnehmung des Menschen Selbst? Oder ist anders die
Wahrnehmung und anders das Selbst?»
«Wie gibst denn du, Potthapádo, das Selbst an?»
«Als grob geartet geb' ich, o Herr, das Selbst an: es ist formhaft, aus den
vier Hauptstoffen entstanden, nimmt teil an der körperlichen Speise.»
«Als grob geartet wenn dir auch, Potthapádo, das Selbst erschiene, formhaft,
aus den vier Hauptstoffen entstanden, an der körperlichen Speise teilnehmend,
so würde gleichwohl bei dir, Potthapádo, eben anders die Wahrnehmung sein und
anders das Selbst. Da muß man das freilich, Potthapádo, je nach dem Standort
beurteilen, wie eben anders die Wahrnehmung sein wird und anders das Selbst.
Sei es nun auch, Potthapádo, um so ein grob geartetes Selbst, das formhaft, aus
den vier Hauptstoffen entstanden, an der körperlichen Speise teilnimmt: aber
dem Menschen da geht bald eine Wahrnehmung auf, bald eine Wahrnehmung unter.
Darum muß man es schon, Potthapádo, je nach dem Standort beurteilen, wie eben
anders die Wahrnehmung sein wird und anders das Selbst.»
«Als geisthaft geb' ich, o Herr, das Selbst an, mit allen Gliedern
begliedert, sinnenfällig.»
«Als geisthaft wenn dir auch, Potthapádo, das Selbst erschiene, mit allen
Gliedern begliedert, sinnenfällig, so würde gleichwohl bei dir, Potthapádo,
eben anders die Wahrnehmung sein und anders das Selbst. Da muß man das
freilich, Potthapádo, je nach dem Standort beurteilen, wie eben anders die Wahrnehmung
sein wird und anders das Selbst. Sei es nun auch, Potthapádo, um so ein
geisthaftes Selbst, mit allen Gliedern begliedert, sinnenfällig: aber dem
Menschen da geht bald eine Wahrnehmung auf, bald eine Wahrnehmung unter. Darum
muß man es schon, Potthapádo, je nach dem Standort beurteilen, wie eben anders
die Wahrnehmung sein wird und anders als Selbst.»
«Als unkörperlich geb' ich, o Herr, das Selbst an, wahrnehmhaft.»
«Als unkörperlich wenn dir auch Potthapádo, das Selbst erschiene,
wahrnehmhaft, so würde gleichwohl bei dir, Potthapádo, eben anders die
Wahrnehmung sein und anders das Selbst. Da muß man das freilich, Potthapádo, je
nach dem Standort beurteilen, wie eben anders die Wahrnehmung sein wird und
anders das Selbst. Sei es nun auch, Potthapádo, um so ein unkörperliches
Selbst, wahrnehmhaft: aber dem Menschen da geht bald eine Wahrnehmung auf, bald
eine Wahrnehmung unter. Darum muß man es schon, Potthapádo, je nach dem
Standort beurteilen, wie eben anders die Wahrnehmung sein wird und anders das
Selbst.»
«Ist es nun möglich, o Herr, daß ich erfahren kann, ob die Wahrnehmung des
Menschen Selbst sei, oder ob anders die Wahrnehmung sei und anders das Selbst?»
«Schwer zu erfahren ist das, Potthapádo, für dich ohne Deutung, ohne Geduld,
ohne Hingabe, ohne Anstrengung, ohne Lenkung: ob die Wahrnehmung des Menschen
Selbst sei, oder ob anders die Wahrnehmung sei und anders das Selbst.»
«Wenn das, o Herr, für mich schwer zu erfahren ist ohne Deutung, ohne
Geduld, ohne Hingabe, ohne Anstrengung, ohne Lenkung: ob die Wahrnehmung des
Menschen Selbst sei, oder ob anders die Wahrnehmung sei und anders das Selbst;
wie dann, o Herr: ist die Welt ewig, und ist dies nur Wahrheit, Unsinn
anderes?»
«Das hab' ich, Potthapádo, nicht besprochen: 'Ewig ist die Welt, dies nur
ist Wahrheit, Unsinn anderes'.»
«Wie dann, o Herr: ist die Welt zeitlich, und ist dies nur Wahrheit, Unsinn
anderes?»
«Auch das hab' ich, Potthapádo, nicht besprochen: 'Zeitlich ist die Welt,
dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes'.»
«Wie dann, o Herr: ist die Welt endlich, ist die Welt unendlich? Ist Leben
und Leib ein und dasselbe, oder ist anders das Leben und anders der Leib?
Besteht ein Vollendeter jenseits des Todes, besteht ein Vollendeter nicht
jenseits des Todes? Oder ein Vollendeter besteht und besteht nicht jenseits des
Todes, oder besteht weder noch auch besteht nicht jenseits des Todes? Ist dies
nur Wahrheit, Unsinn anderes?»
«Auch das hab' ich, Potthapádo, nicht besprochen: 'Endlich ist die Welt,
unendlich ist die Welt; Leben und Leib ist ein und dasselbe, anders ist das
Leben und anders der Leib; ein Vollendeter besteht jenseits des Todes, ein
Vollendeter besteht nicht jenseits des Todes; oder ein Vollendeter besteht und
besteht nicht jenseits des Todes, oder besteht weder noch auch besteht nicht
jenseits des Todes: dies nur ist Wahrheit, Unsinn anderes'.»
«Warum aber hat das, o Herr, der Erhabene nicht besprochen?»
«Weil es ja, Potthapádo, nicht heilsam, nicht wahrhaftig, nicht
urasketentümlich ist, nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung,
nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur
Erlöschung hinleitet: darum hab' ich das nicht besprochen.»
«Was hat dann, o Herr, der Erhabene besprochen?»
«'Das ist das Leiden', Potthapádo, hab' ich besprochen, 'Das ist die
Leidensentwicklung', Potthapádo, hab' ich besprochen, 'Das ist die
Leidensauflösung', Potthapádo, hab' ich besprochen, 'Das ist der zur
Leidensauflösung führende Pfad', Potthapádo, hab' ich besprochen.»
«Warum doch hat das, o Herr, der Erhabene besprochen?»
«Weil es ja, Potthapádo, heilsam ist, weil es wahrhaftig ist, weil es
urasketentümlich ist, weil es zur Abkehr, Wendung, Auflösung, Aufhebung,
Durchschauung, Erwachung, zur Erlöschung hinleitet: darum hab' ich das
besprochen.»
«So ist es, Erhabener, so ist es, Willkommener! - Wie da jetzt, o Herr, dem
Erhabenen belieben mag.»
Alsbald nun stand der Erhabene von seinem Sitze auf und ging von dannen.
Da sind denn jene Pilger, bald nachdem der Erhabene gegangen war, auf Potthapádo
den Pilger von allen Seiten mit Worten eingestürmt und haben ihm den Vorwurf
gemacht:
«So hat nun hier auch Herr Potthapádo, was nur irgend der Asket Gotamo sagen
mochte, ihm ganz und gar nur zugestimmt: 'So ist es, Erhabener, so ist es,
Willkommener!' Und wir haben doch vom Asketen Gotamo auch nicht einen einzigen
schlechthin gültigen Lehrsatz vortragen hören, als wie etwa 'Ewig ist die Welt'
oder 'Zeitlich ist die Welt', 'Endlich ist die Welt' oder 'Unendlich ist die
Welt', 'Leben und Leib ist ein und dasselbe' oder 'Anders ist das Leben und
anders der Leib', 'Ein Vollendeter besteht jenseits des Todes' oder 'Ein
Vollendeter besteht nicht jenseits des Todes', 'Ein Vollendeter besteht und
besteht nicht jenseits des Todes' oder 'Ein Vollendeter besteht weder noch auch
besteht nicht jenseits des Todes'.» Also angesprochen sagte Potthapádo der
Pilger zu den Pilgern dort:
«Auch ich, ihr Lieben, habe vom Asketen Gotamo keinen einzigen schlechthin
gültigen Lehrsatz vortragen hören, als wie etwa 'Ewig ist die Welt' oder
'Zeitlich ist die Welt', oder dergleichen mehr. Immerhin aber gibt der Asket
Gotamo einen wirklichen, ehrlichen, echten Pfad an, der zu Recht besteht, zu
Recht geregelt ist. Einen wirklichen nun aber, einen ehrlichen, echten Pfad,
den er angegeben hat, der zu Recht besteht, zu Recht geregelt ist: wie doch nur
könnte meinesgleichen, als verständiger Mann, was der Asket Gotamo trefflich
gesprochen hat als trefflich gesprochen nicht anerkennen?»
Als nun zwei oder drei Tage verflossen waren ist Citto, der Sohn des
Elefantenmeisters, mit Potthapádo dem Pilger zum Erhabenen hingekommen. Dort
angelangt hat Citto der Sohn des Elefantenmeisters den Erhabenen ehrerbietig
begrüßt und beiseite Platz genommen. Potthapádo aber der Pilger mit dem Erhabenen
höflichen Gruß und freundliche; denkwürdige Worte gewechselt, bevor er beiseite
Platz nahm. Beiseite sitzend wandte sich Potthapádo der Pilger an den Erhabenen
und sagte:
«Letzthin, o Herr, sind jene Pilger, bald nachdem der Erhabene gegangen war,
auf mich von allen Seiten mit Worten eingestürmt und haben mir den Vorwurf
gemacht: <So hat nun hier auch Herr Potthapádo, was nur irgend der Asket
Gotamo sagen mochte, ihm ganz und gar nur zugestimmt: 'So ist es, Erhabener, so
ist es, Willkommener!' Und wir haben doch vom Asketen Gotamo auch nicht einen
einzigen schlechthin gültigen Lehrsatz vortragen hören, als wie etwa 'Ewig ist
die Welt' oder 'Zeitlich ist die Welt', oder dergleichen mehr.> Also
angesprochen, o Herr, hab' ich zu den Pilgern dort gesagt: <Auch ich, ihr
Lieben, habe vom Asketen Gotamo keinen einzigen schlechthin gültigen Lehrsatz
vortragen hören, als wie etwa 'Ewig ist die Welt' oder 'Zeitlich ist die Welt',
oder dergleichen mehr. Immerhin aber gibt der Asket Gotamo einen wirklichen,
ehrlichen, echten Pfad an, der zu Recht besteht, zu Recht geregelt ist. Einen
wirklichen nun aber, einen ehrlichen, echten Pfad, den er angegeben hat, der zu
Recht besteht, zu Recht geregelt ist: wie doch nur könnte meinesgleichen, als
verständiger Mann, was der Asket Gotamo trefflich gesprochen hat als trefflich
gesprochen nicht anerkennen?>»
«Fast alle jene Pilger, Potthapádo, sind blind und blödsichtig, du eben bist
unter ihnen der einzige Scharfsichtige. Denn ich habe ja Dinge, Potthapádo, die
schlechthin gültig sind, aufgewiesen und erklärt und habe ja Dinge, Potthapádo,
die nicht schlechthin gültig sind, aufgewiesen und erklärt. Was aber hab' ich
da, Potthapádo, als nicht schlechthin gültige Dinge aufgewiesen und erklärt?
'Ewig ist die Welt': das hab' ich, Potthapádo, als einen nicht schlechthin
gültigen Begriff aufgewiesen und erklärt; 'Zeitlich ist die Welt'; das hab ich,
Potthapádo, als einen nicht schlechthin gültigen Begriff aufgewiesen und
erklärt; 'Endlich ist die Welt', 'Unendlich ist die Welt'; 'Leben und Leib ist
ein und dasselbe', 'Anders ist das Leben und anders der Leib'; 'Ein Vollendeter
besteht jenseits des Todes', 'Ein Vollendeter besteht nicht jenseits des
Todes', 'Ein Vollendeter besteht und besteht nicht jenseits des Todes', 'Ein
Vollendeter besteht weder noch auch besteht nicht jenseits des Todes': das hab'
ich, Potthapádo, als nicht schlechthin gültige Begriffe aufgewiesen und
erklärt. Und warum hab' ich, Potthapádo, diese Dinge als nicht schlechthin
gültig aufgewiesen und erklärt? Weil sie ja, Potthapádo, nicht heilsam, nicht
wahrhaftig, nicht urasketentümlich sind, nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung,
nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur
Erwachung, nicht zur Erlöschung hinleiten: darum hab' ich sie als nicht
schlechthin gültige Dinge aufgewiesen und erklärt.
«Was aber hab' ich da, Potthapádo, als schlechthin gültige Dinge aufgewiesen
und erklärt? 'Das ist das Leiden': das hab' ich, Potthapádo, als einen
schlechthin gültigen Begriff aufgewiesen und erklärt; 'Das ist die
Leidensentwicklung': das hab' ich, Potthapádo, als einen schlechthin gültigen
Begriff aufgewiesen und erklärt; 'Das ist die Leidensauflösung' das hab' ich,
Potthapádo, als einen schlechthin gültigen Begriff aufgewiesen und erklärt; 'Das
ist der zur Leidensauflösung führende Pfad': das hab' ich, Potthapádo, als
einen schlechthin gültigen Begriff aufgewiesen und erklärt. Und warum hab' ich,
Potthapádo, diese Dinge als schlechthin gültig aufgewiesen und erklärt? Weil
sie ja, Potthapádo, heilsam sind, weil sie wahrhaftig sind, weil sie
urasketentümlich sind, weil sie zur Abkehr, Wendung, Auflösung, Aufhebung,
Durchschauung, Erwachung, zur Erlöschung hinleiten: darum hab' ich sie als
schlechthin gültige Dinge aufgewiesen und erklärt.
«Es gibt, Potthapádo, manche Asketen und Priester, die sagen und lehren:
'Einzig freudvoll ist das Selbst, genesen nach dem Tode.' Zu denen bin ich
herangetreten und habe gefragt: <Wirklich denn, ihr Ehrwürdigen, habt ihr
die Meinung, habt ihr die Ansicht: 'Einzig freudvoll ist das Selbst, genesen
nach dem Tode'?> Hatten sie mir diese Frage mit 'Ja' beantwortet, so hab'
ich sie dann gefragt: <Aber seid ihr Ehrwürdigen auch wohl in der einzig
freudvollen Welt als kundige Seher zuhause?> War auf die Frage 'Nein' gesagt
worden, so hab' ich sie weiter gefragt: <Aber könnt ihr Ehrwürdigen auch
wohl eine Nacht oder einen Tag lang, eine halbe Nacht oder einen halben Tag
lang euch selbst als einzig freudvoll bekennen?> War auf die Frage 'Nein'
gesagt worden, so hab' ich sie ferner gefragt: <Aber habt ihr Ehrwürdigen
auch wohl gemerkt: 'Das ist der Weg, das ist der Pfad um die einzig freudvolle
Welt zu gewinnen'?> War auf die Frage 'Nein' gesagt worden, so hab' ich sie
wieder gefragt: <Aber habt ihr Ehrwürdigen auch wohl Geister, die da in die
einzig freudvolle Welt emporgelangt sind, in ihrem Raunen und Rauschen
belauscht: 'Recht beflissen seid ihr Redlichen, trefflich beflissen seid ihr
Redlichen um die einzig freudvolle Welt zu gewinnen: denn auch wir sind, ihr
Redlichen, eben also beflissen in die einzig freudvolle Welt emporgelangt'?>
War auf die Frage 'Nein' gesagt worden, was meinst du dann, Pottapádo: haben
nun nicht, bei solcher Bewandtnis, jene Asketen und Priester unbegreifliche
Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis haben jene Asketen und Priester
unbegreifliche Antwort gegeben.»
«Gleichwie etwa, Potthapádo, wenn ein Mann also spräche: <Ich habe nach
ihr, die da im ganzen Lande die Schönste ist, Verlangen, habe Sehnsucht nach
ihr>; und man fragte ihn: <Lieber Mann, die Schönste des Landes, nach der
du verlangst und dich sehnst, kennst du diese, ob es eine Fürstin oder eine
Priestertochter, ein Bürgermädchen oder eine Dienerin ist?>; und er gäbe
'Nein' zur Antwort; und man fragte ihn: <Lieber Mann, die Schönste des
Landes, nach der du verlangst und dich sehnst, kennst du diese, weißt du wie
sie heißt, wo sie herstammt oder hingehört, ob sie von großer oder von kleiner
oder von mittlerer Gestalt ist, ob ihre Hautfarbe schwarz oder braun oder gelb ist,
in welchem Dorf oder welcher Burg oder welcher Stadt sie zuhause ist?>; und
er gäbe 'Nein' zur Antwort; und man fragte ihn: <Lieber Mann, die du nicht
kennst und nicht siehst, nach der verlangst du, sehnst dich nach ihr?>; und
er gäbe 'Ja' zur Antwort; was meinst du wohl, Potthapádo: hätte nun nicht, bei
solcher Bewandtnis, jener Mann unbegreifliche Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis hätte jener Mann unbegreifliche
Antwort gegeben.»
«Ebenso auch ist es, Potthapádo, mit jenen Asketen und Priestern, die da
sagen und lehren: 'Einzig freudvoll ist das Selbst, genesen nach dem Tode'.
Gleichwie etwa, Potthapádo, wenn ein Mann auf dem Marktplatz eine Leiter
errichtete um einen Turm zu ersteigen; und man fragte ihn: <Lieber Mann, da
du einen Turm zu ersteigen die Leiter errichtest, weißt du was für ein Turm es
ist, ob er nach Osten oder nach Süden, nach Westen oder nach Norden zu steht,
ob es ein hoher oder ein niederer oder ein mittlerer ist?>; und er gäbe
'Nein' zur Antwort; und man fragte ihn: <Lieber Mann, den du nicht kennst
und nicht siehst, um einen solchen Turm zu ersteigen errichtest du die
Leiter?>; und er gäbe 'Ja' zur Antwort; was meinst du wohl, Potthapádo:
hätte nun nicht, bei solcher Bewandtnis, jener Mann unbegreifliche Antwort
gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis hätte jener Mann unbegreifliche
Antwort gegeben.»
«Ebenso auch gibt es, Potthapádo, manche Asketen und Priester, die sagen und
lehren: 'Einzig freudvoll ist das Selbst, genesen nach dem Tode. Zu denen bin
ich herangetreten und habe gefragt: <Wirklich denn, ihr Ehrwürdigen, habt
ihr die Meinung, habt ihr die Ansicht: 'Einzig freudvoll ist das Selbst,
genesen nach dem Tode'?> Hatten sie mir diese Frage mit 'Ja' beantwortet, so
hab' ich sie dann gefragt: <Aber seid ihr Ehrwürdigen auch wohl in der
einzig freudvollen Welt als kundige Seher zuhause?> War auf die Frage 'Nein'
gesagt worden, so hab' ich sie weiter gefragt: <Aber könnt ihr Ehrwürdigen
auch wohl eine Nacht oder einen Tag lang, eine halbe Nacht oder einen halben
Tag lang euch selbst als einzig freudvoll bekennen?> War auf die Frage
'Nein' gesagt worden, so hab' ich sie ferner gefragt: <Aber habt ihr
Ehrwürdigen auch wohl gemerkt: 'Das ist der Weg, das ist der Pfad um die einzig
freudvolle Welt zu gewinnen?> War auf die Frage 'Nein' gesagt worden, so
hab' ich sie wieder gefragt: <Aber habt ihr Ehrwürdigen auch wohl Geister,
die da in die einzig freudvolle Welt emporgelangt sind, in ihrem Raunen und
Rauschen belauscht: 'Recht beflissen seid ihr Redlichen, trefflich beflissen
seid ihr Redlichen um die einzig freudvolle Welt zu gewinnen: denn auch wir
sind, ihr Redlichen, eben also beflissen in die einzig freudvolle Welt
emporgelangt'?> War auf die Frage 'Nein' gesagt worden, was meinst du dann,
Potthapádo: haben nun nicht, bei solcher Bewandtnis, jene Asketen und Priester
unbegreifliche Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis haben jene Asketen und Priester
unbegreifliche Antwort gegeben.»
«Drei Arten gibt es, Potthapádo, von Selbstentwicklung: die gröbere
Selbstentwicklung, die geisthafte Selbstentwicklung, die unkörperliche
Selbstentwicklung. Was ist nun, Potthapádo, die gröbere Selbstentwicklung? Die
körperlich aus den vier Hauptstoffen bestehende, an der körperlichen Speise teilnehmende:
das ist die gröbere Selbstentwicklung. Was ist die geisthafte
Selbstentwicklung? Die körperlich geisthafte, mit allen Gliedern begliederte,
sinnenfällige: das ist die geisthafte Selbstentwicklung. Und was ist die
unkörperliche Selbstentwicklung? Die unkörperlich wahrnehmhafte: das ist die
unkörperliche Selbstentwicklung.
«Um eben die gröbere Art, Potthapádo, der Selbstentwicklung verlieren zu
lehren leg' ich die Satzung dar, <so daß ihr Schritt um Schritt die
besudelnden Dinge verlieren, die läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit
in ihrer Fülle und Weite noch bei Lebzeiten selber offenbar machen,
verwirklichen und erringen könnt.> Möglich aber nun, Potthapádo, daß du etwa
dächtest: 'Die besudelnden Dinge können verloren, die läuternden Dinge
erworben, die Weisheit in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber
offenbar gemacht, verwirklicht und errungen werden, doch leidig bleibt der
Zustand'. Das darf man freilich, Potthapádo, nicht also betrachten. Die
besudelnden Dinge können da verloren, die läuternden Dinge erworben, die
Weisheit in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber offenbar
gemacht, verwirklicht und errungen werden, Freude geht aber zugleich auf,
Verzückung und Beruhigung, Einsicht und klares Bewußtsein und ein seliger
Zustand.
«Um auch die geisthafte Art, Potthapádo, der Selbstentwicklung verlieren zu
lehren leg' ich die Satzung dar, <so daß ihr Schritt um Schritt die
besudelnden Dinge verlieren, die läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit
in ihrer Fülle und Weite noch bei Lebzeiten selber offenbar machen,
verwirklichen und erringen könnt.> Möglich aber nun, Potthapádo, daß du etwa
dächtest: 'Die besudelnden Dinge können verloren, die läuternden Dinge
erworben, die Weisheit in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber
offenbar gemacht, verwirklicht und errungen werden, doch leidig bleibt der
7ustand.' Das darf man freilich, Potthapádo, nicht also betrachten. Die
besudelnden Dinge können da verloren, die läuternden Dinge erworben, die Weisheit
in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber offenbar gemacht,
verwirklicht und errungen werden, Freude geht aber zugleich auf, Verzückung und
Beruhigung, Einsicht und klares Bewußtsein und ein seliger Zustand.
«Und um die unkörperliche Art, Potthapádo, der Selbstentwicklung verlieren
zu lehren leg' ich die Satzung dar, <so daß ihr Schritt um Schritt die
besudelnden Dinge verlieren, die läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit
in ihrer Fülle und Weite noch bei Lebzeiten selber offenbar machen,
verwirklichen und erringen könnt.> Möglich aber nun, Potthapádo, daß du etwa
dächtest: 'Die besudelnden Dinge können verloren, die läuternden Dinge
erworben, die Weisheit in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber
offenbar gemacht, verwirklicht und errungen werden, doch leidig bleibt der
Zustand ' Das darf man freilich, Potthapádo, nicht also betrachten. Die
besudelnden Dinge können da verloren, die läuternden Dinge erworben, die
Weisheit in ihrer Fülle und Weite kann noch bei Lebzeiten selber offenbar
gemacht, verwirklicht und errungen werden, Freude geht aber zugleich auf,
Verzückung und Beruhigung, Einsicht und klares Bewußtsein und ein seliger
Zustand. 1
«Wollten nun, Potthapádo, andere uns also fragen: 'Was ist das aber, Freunde,
für eine gröbere Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren ihr die Satzung
darlegt, <so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge verlieren, die
läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und Weite noch bei
Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt?>', so
würden wir ihnen, also gefragt, also antworten: <Das eben ist sie, Freunde,
die gröbere Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren wir die Satzung
darlegen, so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge verlieren, die
läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und Weite noch bei
Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt.> Wollten
nun, Potthapádo, andere uns also fragen: 'Was ist das aber, Freunde, für eine
geisthafte Art der Selbstentwicklung, was ist das aber, Freunde, für eine
unkörperliche Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren ihr die Satzung
darlegt, <so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge verlieren, die
läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und Weite noch bei
Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt?>', so
würden wir ihnen, also gefragt, also antworten: <Das eben ist sie, Freunde,
die geisthafte Art der Selbstentwicklung, das eben ist sie, Freunde, die
unkörperliche Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren wir die Satzung
darlegen, so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge verlieren, die
läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und Weite noch bei
Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt.> Was
meinst du wohl, Potthapádo: wäre nun nicht, bei solcher Bewandtnis, eine recht
begreifliche Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis wäre eine recht begreifliche
Antwort gegeben.»
«Gleichwie etwa, Potthapádo, wenn ein Mann eine Leiter errichtete um einen
Turm zu ersteigen, und zwar gerade am Fuße des Turms; und man fragte ihn:
<Lieber Mann, da du einen Turm zu ersteigen die Leiter errichtest, weißt du
was für ein Turm es ist, ob er nach Osten oder nach Süden, nach Westen oder
nach Norden zu steht, ob es ein hoher oder ein niederer oder ein mittlerer
ist?>; und er sagte nun: <Das eben ist er, Freunde, der Turm, den zu
ersteigen ich die Leiter errichte, und zwar gerade am Fuße des Turms>; was
meinst du wohl, Potthapádo: hätte nun nicht, bei solcher Bewandtnis, jener Mann
recht begreifliche Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis hätte jener Mann recht
begreifliche Antwort gegeben.»
«Ebenso auch, Potthapádo, wollten nun andere uns also fragen: 'Was ist das
aber, Freunde, für eine gröbere Art der Selbstentwicklung, was ist das aber,
Freunde, für eine geisthafte Art der Selbstentwicklung, was ist das aber,
Freunde, für eine unkörperliche Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren ihr
die Satzung darlegt, <so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge
verlieren, die läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und
Weite noch bei Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt?>',
so würden wir ihnen, also gefragt, also antworten: <Das eben ist sie,
Freunde, die gröbere Art der Selbstentwicklung, das eben ist sie, Freunde, die
geisthafte Art der Selbstentwicklung, das eben ist sie, Freunde, die
unkörperliche Art der Selbstentwicklung, die zu verlieren wir die Satzung
darlegen, so daß ihr Schritt um Schritt die besudelnden Dinge verlieren, die
läuternden Dinge erwerben, euch die Weisheit in ihrer Fülle und Weite noch bei
Lebzeiten selber offenbar machen, verwirklichen und erringen könnt.> Was
meinst du wohl, Potthapádo wäre nun nicht, bei solcher Bewandtnis, eine recht
begreifliche Antwort gegeben?»
«Freilich, o Herr, bei solcher Bewandtnis wäre eine recht begreifliche
Antwort gegeben.»
Nach dieser Rede wandte sich Citto der Sohn des Elefantenmeisters an den
Erhabenen und fragte:
«Zu einer Zeit, o Herr, wo die gröbere Selbstentwicklung besteht, eitel ist
einem zu dieser Zeit die geisthafte Selbstentwicklung, eitel die unkörperliche
Selbstentwicklung: nur gröbere Selbstentwicklung hat man zu dieser Zeit als
wirklich zu befinden? Zu einer zeit, o Herr, wo die geisthafte
Selbstentwicklung besteht, eitel ist einem zu dieser Zeit die gröbere
Selbstentwicklung, eitel die unkörperliche Selbstentwicklung: nur geisthafte
Selbstentwicklung hat man zu dieser Zeit als wirklich zu befinden? Zu einer
Zeit, o Herr, wo die unkörperliche Selbstentwicklung besteht, eitel ist einem
zu dieser Zeit die gröbere Selbstentwicklung, eitel die geisthafte
Selbstentwicklung: nur unkörperliche Selbstentwicklung hat man zu dieser Zeit
als wirklich zu befinden?»
«Zu einer Zeit, Citto, wo die gröbere Selbstentwicklung besteht, da kann
weder von geisthafter Selbstentwicklung die Rede sein noch von unkörperlicher
Selbstentwicklung: von gröberer Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit
die Rede sein. Zu einer Zeit, Citto, wo die geisthafte Selbstentwicklung
besteht, da kann weder von gröberer Selbstentwicklung die Rede sein noch von
unkörperlicher Selbstentwicklung: von geisthafter Selbstentwicklung eben nur
kann zu dieser Zeit die Rede sein. Zu einer Zeit, Citto, wo die unkörperliche
Selbstentwicklung besteht, da kann weder von gröberer Selbstentwicklung die
Rede sein noch von geisthafter Selbstentwicklung: von unkörperlicher
Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit die Rede sein. - Wenn man dich,
Citto, etwa fragte: 'Bist du in den vergangenen Zeiten gewesen, oder bist du
nicht gewesen? Wirst du in den zukünftigen Zeiten sein, oder wirst du nicht
sein? Bist du jetzt, oder bist du nicht?': also gefragt, würdest du, Citto, was
zur Antwort geben?»
«Wenn man mich, o Herr, etwa fragte: 'Bist du in den vergangenen Zeiten
gewesen, oder bist du nicht gewesen? Wirst du in den zukünftigen Zeiten sein,
oder wirst du nicht sein? Bist du jetzt, oder bist du nicht?': also gefragt,
würd' ich, o Herr, das zur Antwort geben: <Ich bin in den vergangenen Zeiten
gewesen, nicht bin ich nicht gewesen; ich werde in den zukünftigen Zeiten sein,
nicht werd' ich nicht sein; ich bin jetzt, nicht bin ich nicht.> Auf solche
Fragen, o Herr, würd' ich also antworten.»
«Wenn man dich ferner, Citto, etwa fragte: 'Was einst deine vergangene
Selbstentwicklung war, ist das eben deine wirkliche Selbstentwicklung gewesen, und
ist eitel die zukünftige, eitel die gegenwärtige? Was einst deine zukünftige
Selbstentwicklung sein wird, wird das eben deine wirkliche Selbstentwicklung
werden, und ist eitel die vergangene, eitel die gegenwärtige? Was da jetzt
deine gegenwärtige Selbstentwicklung ist, ist das eben deine wirkliche
Selbstentwicklung, und ist eitel die vergangene, eitel die zukünftige?': also
gefragt, würdest du, Citto, was zur Antwort geben?»
«Wenn man mich ferner, o Herr, etwa fragte: 'Was einst deine vergangene
Selbstentwicklung war, ist das eben deine wirkliche Selbstentwicklung gewesen,
und ist eitel die zukünftige, eitel die gegenwärtige? Was einst deine
zukünftige Selbstentwicklung sein wird, wird das eben deine wirkliche
Selbstentwicklung werden und ist eitel die vergangene, eitel die gegenwärtige?
Was da jetzt deine gegenwärtige Selbstentwicklung ist, ist das eben deine
wirkliche Selbstentwicklung, und ist eitel die vergangene, eitel die
zukünftige?': also gefragt, würd' ich, o Herr, das zur Antwort geben: <Was einst
meine vergangene Selbstentwicklung war, das eben ist mir zu jener Zeit
wirkliche Selbstentwicklung gewesen, eitel die zukünftige, eitel die
gegenwärtige; was einst meine zukünftige Selbstentwicklung sein wird, das eben
wird mir zu jener Zeit wirkliche Selbstentwicklung sein, eitel die vergangene,
eitel die gegenwärtige; was da jetzt meine gegenwärtige Selbstentwicklung ist,
das eben ist mir zu dieser Zeit wirkliche Selbstentwicklung, eitel die
vergangene, eitel die zukünftige.> Auf solche Fragen, o Herr, würd' ich also
antworten.»
«Ebenso nun auch, Citto, kann zu einer Zeit wo die gröbere Selbstentwicklung
besteht, da weder von geisthafter Selbstentwicklung die Rede sein noch von
unkörperlicher Selbstentwicklung: von gröberer Selbstentwicklung eben nur kann
zu dieser Zeit die Rede sein. Zu einer Zeit, Citto, wo die geisthafte
Selbstentwicklung besteht, da kann weder von gröberer Selbstentwicklung die
Rede sein noch von unkörperlicher Selbstentwicklung: von geisthafter
Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit die Rede sein. Zu einer Zeit,
Citto, wo die unkörperliche Selbstentwicklung besteht, da kann weder von
gröberer Selbstentwicklung die Rede sein noch von geisthafter Selbstentwicklung
von unkörperlicher Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit die Rede
sein.
«Gleichwie etwa, Citto, von der Kuh die Milch kommt, von der Milch der Rahm,
vom Rahm die Butter, von der Butter der Quark, vom Quark der Käse; und zu einer
Zeit wo Milch ist, da weder von Rahm noch von Butter oder Quark und Käse die Rede
sein kann, es da eben nur Milch heißt; und zu einer Zeit wo Rahm, wo Butter, wo
Quark, wo Käse ist, da nicht von Milch die Rede sein kann, es da eben nur Rahm,
oder Butter, oder Quark, oder Käse heißt: ebenso nun auch, Citto, kann zu einer
Zeit, wo die gröbere Selbstentwicklung besteht, da weder von geisthafter
Selbstentwicklung die Rede sein noch von unkörperlicher Selbstentwicklung: von
gröberer Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit die Rede sein; und kann
zu einer Zeit wo die geisthafte Selbstentwicklung besteht eben nur davon, kann
zu einer Zeit wo die unkörperliche Selbstentwicklung besteht ebensowenig von
gröberer Selbstentwicklung die Rede sein als von geisthafter Selbstentwicklung
von unkörperlicher Selbstentwicklung eben nur kann zu dieser Zeit die Rede
sein. - Das sind nun, Citto, Weltansagen, Weltauskünfte, Weltverhältnisse,
Weltbekenntnisse, zu denen sich der Vollendete unberührsam verhält.»
Nach dieser Rede wandte sich Potthapádo der Pilger an den Erhabenen mit den
Worten:
«Vortrefflich, o Herr, vortrefflich, o Herr! Gleichwie etwa, o Herr, als ob
man Umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten den Weg
wiese, oder ein Licht in die Finsternis hielte: <Wer Augen hat wird die
Dinge sehn>: ebenso auch hat der Erhabene die Lehre gar vielfach dargelegt.
Und so nehm' ich, o Herr, beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der
Jüngerschaft als Anhänger soll mich der Erhabene betrachten, von heute an
zeitlebens getreu.»
Citto aber, der Sohn des Elefantenmeisters, sprach also zum Erhabenen:
«Vortrefflich, o Herr, vortrefflich, o Herr! Gleichwie etwa, o Herr, als ob
man Umgestürztes aufstellte oder Verstecktes enthüllte, oder Verirrte auf den
Weg wiese, oder Licht in die Finsternis brächte: <Wer Augen hat wird die Dinge
sehn: ebenso auch hat der Erhabene die Lehre von vielen Seiten gezeigt. Und so
nehm' ich, o Herr, beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der
Jüngerschaft: möge mir, o Herr, der Erhabene Aufnahme gewähren, die Ordensweihe
erteilen!»
Es wurde Citto, der Sohn des Elefantenmeisters vom Erhabenen aufgenommen,
wurde mit der Ordensweihe belehnt.
Nicht lange aber war der ehrwürdige Citto in den Orden aufgenommen, da hatte
er, einsam, abgesondert, unermüdlich, in heißem, innigem Ernste gar bald was
edle Söhne gänzlich vom Hause fort in die Hauslosigkeit lockt, jenes höchste
Ziel des Asketentums noch bei Lebzeiten sich offenbar gemacht, verwirklicht und
errungen. <Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketentum, gewirkt das
Werk, nicht mehr ist diese Welt> verstand er da. Auch einer war nun der
ehrwürdige Citto der Heiligen geworden.
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