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S.3.25. Gleichnis vom Berg
Der Gedankengang in
diesem Sutta ist doch offenbar der, daß der Buddha den König von der
Nichtigkeit alles Tuns, auch des Tuns der Fürsten überzeugen will, weil eben
Alter und Tod allem Tun ein Ende setzen. Der Komm. I.196.1ff. erzählt eine
seltsame Geschichte, die der Anlaß der Auseinandersetzungen des Meisters gewesen
sein soll. Aber Mrs. Rhys Davids hat bereits darauf hingewiesen, wie wenig der
Inhalt des Sutta zu der Legende paßt. Diese gibt an, Pasenadi sei auf dem Weg
zum Buddha von Rebellen bedroht gewesen. Er sei aber ihrer Herr geworden und
habe sie grausam bestraft. Der Meister habe nun auf Umwegen den König über das
Unrecht, das in seiner Grausamkeit lag, belehrt.
1.
Sávatthí ist der Schauplatz.
2.
Zu dem zur Seite sitzenden König Pasenadi, dem Kosala, sprach da der Erhabene
also: "Ei, warum, o Großkönig, bist du gekommen?"
3.
"Was es da, Herr, an königlichen Pflichten gibt, für Könige, für Edelleute
mit geweihtem Haupte, die vom Rausch der Herrschermacht berauscht sind, die von
der Gier nach sinnlichem Genuß *f374) beherrscht werden, die für ihr
Land Sicherheit gewonnen haben, die über einen großen Erdkreis als Eroberer
gebieten - um alle diese (Pflichten) hab ich mich jetzt bemüht."
4.
"Was meinst du, o Großkönig? Da käme zu dir (nehmen wir an) ein Mann aus
der östlichen Gegend, ein glaubwürdiger, zuverlässiger Mann. Nachdem er sich zu
dir begeben, spräche er also: 'Ach, mögest du, o Großkönig, davon Kenntnis
nehmen: ich komme aus der östlichen Gegend dort sah ich einen großen Berg,
einer Wolke gleich, alle Lebewesen zermalmend rückt er heran. Was du da tun
mußt, o Großkönig, das tue.'
5.
Und ein zweiter Mann käme (nehmen wir an) aus der westlichen Gegend... Und ein
dritter Mann käme aus der nördlichen Gegend... Und ein vierter Mann käme aus
der südlichen Gegend, ein glaubwürdiger, zuverlässiger Mann. Nachdem er sich zu
dir begeben, spräche er also: 'Ach, mögest du, o Großkönig, davon Kenntnis
nehmen: ich komme aus der südlichen Gegend; dort sah ich einen großen Berg,
einer Wolke gleich, alle Lebewesen zermalmend rückt er heran. Was du da tun
mußt, o Großkönig, das tue.' In einer solchen großen Gefahr, o Großkönig, wenn
furchtbarer Menschenverlust eingetreten ist, was wäre da, weil Wiedergeburt als
Mensch schwer zu erlangen ist, wohl zu tun?"
6."
In einer solchen großen Gefahr, Herr, wenn furchtbarer Menschenverlust
eingetreten ist, was wäre da, weil Wiedergeburt als Mensch schwer zu erlangen
ist, wohl zu tun außer frommem Wandel, rechtschaffenem Wandel, Ausführung guter
Handlungen, Ausführung verdienstlicher Handlungen?"
7.
"Ich sage es dir, o Großkönig; ich künde es dir, o Großkönig: es wälzt
sich heran gegen dich, o Großkönig, Alter und Tod; wenn Alter und Tod, o
Großkönig, sich gegen dich heranwälzt, was ist da wohl zu tun?"
8.
"Wenn Alter und Tod, Herr, sich gegen mich heran wälzt, was ist da wohl zu
tun außer frommem Wandel, rechtschaffenem Wandel, Ausführung guter Handlungen,
Ausführung verdienstlicher Handlungen?
9.
Was es da, Herr, an Kämpfen zu Elefant gibt für Könige, für Edelleute mit
geweihtem Haupte, die vom Rausch der Herrschermacht berauscht sind, die von der
Gier nach sinnlichem Genuß berauscht werden, die für ihr Land Sicherheit
gewonnen haben, die über einen großen Erdkreis als Eroberer gebieten - in allen
diesen Kämpfen zu Elefant, Herr, liegt kein Ausweg, liegt keine Möglichkeit,
*f375) wenn Alter und Tod sich heranwälzt.
10.
Was es da, Herr, an Kämpfen zu Pferd gibt..., an Kämpfen zu Wagen gibt..., an
Kämpfen zu Fuß gibt.... in allen diesen Kämpfen (zu Pferd, zu Wagen) zu Fuß,
Herr, liegt kein Ausweg, liegt keine Möglichkeit, wenn Alter und Tod sich
heranwälzt.
11.
Es gibt aber, Herr, in diesem meinem Königshause Ratgeber, hohe Würdenträger,
die im stande sind, herangekommene Gegner durch Zaubersprüche zu zerschmettern.
Auch in diesen Kämpfen mit Zaubersprüchen, Herr, liegt kein Ausweg, liegt keine
Möglichkeit, wenn Alter und Tod sich heranwälzt.
12.
Es findet sich aber, Herr, in diesem meinem Königshause viel Gold, in der Erde
vergraben und oberhalb der Erde in Vorratshäusern untergebracht, *f376)
mit dem wir im stande sind, herangekommene Gegner durch Geld zu gewinnen. Auch
in diesen Kämpfen mit Geld, Herr, liegt kein Ausweg, liegt keine Möglichkeit,
wenn Alter und Tod sich heranwälzt.
13.
Wenn Alter und Tod, Herr, sich gegen mich heranwälzt, was ist da wohl zu tun
außer frommem Wandel, rechtschaffenem Wandel, Ausführung guter Handlungen,
Ausführung verdienstlicher Handlungen?"
14.
"So ist das, o Großkönig! So ist das, o Großkönig! Wenn Alter und Tod sich
gegen dich heranwälzt, was ist da wohl zu tun außer frommem Wandel,
rechtschaffenem Wandel, Ausführung guter Handlungen, Ausführung verdienstlicher
Handlungen?"
15.
Also sprach der Erhabene, und nachdem der Führer auf dem Heilspfad also
gesprochen, verkündete der Meister noch folgendes:
"Wie
wenn mächtige Felsen, Berge,die zum Himmel reichen,
Von
allen Seiten heranrollten, die vier Himmelsgegenden zermalmend,
So
wälzen Alter und Tod sich heran an die Lebewesen,
Edelleute,
Bráhmanen, Vessas, Suddas, Candálas und Pukkusas. *f377)
Nichts
meidet er; alles zerstampft er.
Nicht
ist da ein Gelände für Elefanten, nicht für Wagen, nicht für Fußvolk;
Und
auch nicht durch Kampf mit Zaubersprüchen oder durch Geld
kann
man Herr darüber werden.
Darum
soll ein kluger Mann, der sein eignes Bestes im Auge hat, *f378)
An
Buddha, die Lehre und die Gemeinde fest im Glauben beharren.
Wer
da frommen Wandel führt mit körperlichem Tun,
mit
Worten und Gedanken,
Den
preist man hier schon, und nach dem Abscheiden
genießt
er Freuden im Himmel."
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