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Samyutta Nikáya

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  • 4. Mára-Samyutta - Vom Mára
    • 21-25 Tatiya vagga (Upari pañca) - Dritter Abschnitt (Fünf Überzählige)
      • S.4.23. Godhika
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S.4.23. Godhika

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Rájagaha, im Bambushain, im Kalandakanivápa.

2. Zu jener Zeit aber weilte der ehrwürdige Godhika am Hange des Isigili beim Schwarzen Stein. *f439)

3. Da nun erreichte der ehrwürdige Godhika, unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele *f440) die zeitweilige Herzenserlösung. *f441) Aber der ehrwürdige Godhika fiel wieder zurück von der zeitweiligen Herzenserlösung.

9. Ein zweites mal - ein drittes mal - ein viertes mal - ein fünftes mal - ein sechstes mal erreichte der ehrwürdige Godhika, unermüdlich, eifrig, mit entschlossener Seele, die zeitweilige Herzenserlösung. Aber auch beim sechsten mal fiel der ehrwürdige Godhika wieder zurück von der zeitweiligen Herzenserlösung. *f442)

10. Da nun kam dem ehrwürdigen Godhika der Gedanke: "Bis zum sechsten mal bin ich von der zeitweiligen Herzenserlösung wieder zurück gefallen. Wie wäre es, wenn ich mich jetzt erdolchte?" *f443)

11. Da nun erkannte Mára, der Böse, die erwägenden Gedanken im Herzen des ehrwürdigen Godhika und er begab sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, redete er den Erhabenen mit der Strophe an:

"Großer Held, hochweiser,

der du glänzest durch übernatürliche Fähigkeiten und Ansehen,

Der du ledig bist aller Furcht und Feindschaft:

ich verehre deine Füße, du Allsehender!

 

Dein Schüler, du großer Held, den Tod, du Todüberwinder,

Wünscht er und sinnt darauf; halte ihn ab davon, du Lichtspender!

Denn wie könnte, Erhabener, dein Schüler, der an der Lehre seine Freude hat,

Ehe er die Vollendung erreicht hat, *f444)

noch in der Schulung sterben, du Weltberühmter?" *f445)

12. Zu jener Zeit aber hatte der ehrwürdige Godhika sich erdolcht.

13. Aber der Erhabene wußte, daß das Mára, der Böse, sei, und er redete Mára, den Bösen, mit der Strophe an:

"So handeln die Standhaften: sie hängen nicht am Leben.

Nachdem er den Durst mit der Wurzel ausgemerzt,

ist Godhika in das Nirvana eingegangen."

 

14. Da nun forderte der Erhabene die Bhikkhus auf: "Laßt uns gehen, ihr Bhikkhus, dorthin, wo der Hang des Isigili ist, der Schwarze Stein, wollen wir uns begeben, woselbst Godhika, der Sohn aus gutem Hause, sich erdolcht hat."

15. "Ja, Herr!" erwiderten die Bhikkhus aufhorchend dem Erhabenen.

16. Da nun begab sich der Erhabene mit den Bhikkhus dorthin, wo der Hang des Isigili war, der Schwarze Stein. Da sah der Erhabene den ehrwürdigen Godhika von weitem schon auf seinem Bette liegend, die Wesensbestandteile aufgelöst. *f446)

17. Zu jener Zeit aber bewegte sich etwas wie Rauch und Finsternis *f447) in östlicher Richtung, bewegte sich in westlicher Richtung, bewegte sich in nördlicher Richtung, bewegte sich in südlicher Richtung, bewegte sich aufwärts, bewegte sich abwärts, bewegte sich nach den Zwischenhimmelsrichtungen.

18. Da nun redete der Erhabene die Bhikkhus an: "Seht ihr da, ihr Bhikkhus, nicht etwas wie Rauch und Finsternis? Es bewegt sich in östlicher Richtung, bewegt sich in westlicher Richtung, bewegt sich in nördlicher Richtung, bewegt sich in südlicher Richtung, bewegt sich aufwärts, bewegt sich abwärts, bewegt sich nach den Zwischenhimmelsrichtungen."

"Ja, Herr!"

19. "Das ist, ihr Bhikkhus, Mára, der Böse, der nach der Seele *f448) Godhika's, des Sohnes aus gutem Hause, sucht, indem er denkt: 'wo hat die Seele Godhika's, des Sohnes aus gutem Hause, eine Stätte gefunden?' Ohne daß seine Seele eine Stätte gefunden hätte, ihr Bhikkhus, ist Godhika, der Sohn aus gutem Hause, in das Nirvana eingegangen."

20. Da nun nahm Mára, der Böse, seine goldgelbe Laute aus Bilvaholz und begab sich dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben hatte, redete er ihn mit der Strophe an:

"Aufwärts, abwärts und in die Quere, in Haupt- und Zwischenhimmelsgegenden

Suchend finde ich ihn nicht. Wohin ist Godhika gegangen?

21. (Der Erhabene:)

"Standhaft, mit Einsicht begabt, Versenkung übend, an Versenkung sich erfreuend,

Tag und Nacht sich bemühend, am Leben nicht hängend,

Ist, nachdem er des Todes Heerschar überwunden hat,

ohne zu einer Wiedergeburt zu kommen,

Nachdem er den Durst mit der Wurzel getilgt,

Godhika in das höchste Nirvana eingegangen."

 

22. Es entglitt dem von Kummer übermannten die Laute von der Hüfte.

Da verschwand der Dämon traurig auf der Stelle. *f449)




*f439) Isigili (skr. rsigiri) "Seherberg" ist ein Berg in der Nähe von Rájagaha. Kálasilá ist eine bestimmte Stelle an dem Hange dieses Berges, nicht etwa eine Ortschaft. Der Komm. I. 21411 umschreibt es mit "bei dem schwarzfarbigen Stein".



*f440) Der Pálitext fügt hier immer viharanto eln: "bleibend, verharrend" als ein Unermüdlicher usw., In Unermüdlichkeit usw.



*f441) Unsere Textausgabe liest sámádhikam cetovimuttim also "Erlösung, die aus geistiger Sammlung hervorgeht". Der Komm. hat aber sámáyikam, und da dies auch Majjhima III. 110.24 und Anguttara III. 349f. Beiwort zu (ceto)vimutti ist, wird es rätlich sein, wie dies auch Mrs. Rhys Davids tut, dem Komm. zu folgen. Es muß aber beachtet werden, daß auch Dhammapadatthakathá I. 431, wo die Geschichte von Godhika gleichfalls erzählt wird (Dhp.57), die Hss. sámádhikam cetovimuttim haben.



*f442) Der letzte Satz, der in den meisten Hss. fehlt, kann nicht entbehrt werden. Nach dem Komm. war es der körperliche Zustand, der es dem Godhika unmöglich machte, in der cetovimutti zu verharren.



*f443) P. sattham áharati "die Waffe in sich aufnehmen, sich einverleiben".



*f444) P. appattamánaso, nach dem Komm. = appattárahatto. Vgl. Itivuttaka 9.11 usw.



*f445) P. jane suta, Komm. = jane vissuta "unter den Leuten berühmt".



*f446) P. vivattakkhandha. Ich fasse das ähnlich wie Windisch. Anders Mrs. Rhys Davids: "with his shoulders twisted round." Sie hat dabei den Komm. auf ihrer Seite, der khandha in der Bedeutung "Schulter" versteht und in die Stelle den Sinn legt, daß Godhika sterbend noch die vorschriftsmäßige Stellung, das Haupt auf die rechte Seite legend, eingenommen habe. Ich lehne mich bei meiner Auffassung an vivattacchada an "einer von dem der Schleier (des Irrtums) weggenommen ist." Vgl. auch skr. vi-vart "sich entfernen, sich trennen, abscheiden". Über khandhá "Wesensbestandteile" siehe Bd. 2, S. 5, Note 3. Der Ausdruck vivattakkhandha ist also etwa = "tot" oder "ins Nirvana eingegangen". Vgl. Samyutta III. 123.32.



*f447) P. dhúmáyitattam timiráyitattam "Rauch-sein, Dunkel-sein".



*f448) P. viññána "Bewußtsein". Es ist das die Bezeichnung für das, was wir populär Seele nennen würden. In der buddhistischen Kausalitätsreihe ist es das dritte Glied (Vgl. Bd.2, S.1-2), das mentale Gebilde, das zwischen zwei aufeinander folgenden Existenzen die Verbindung herstellt.



*f449) Der Vers in 22 ist = Sn.449.






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