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S.4.24. Sieben Jahre
Die Geschichte unserer
Sutta liegt den Versen 446 bis 449 des Suttanipáta zu grunde. Die Verse 447 und
448 entsprechen den beiden Versen in § 10 unserer Sutta, v. 449 dem Schlußvers
von Sutta 4. 23. Zu vergleichen ist die nähere Ausführung im Kommentar des
Suttanipáta (Paramatthajotiká, ed. Helmer Smith II.2, p. 393; PTS. 1917).
1.
Also habe ich vernommen.
Einstmals
weilte der Erhabene in Uruvelá, am Ufer des Flusses Nerañjará, bei dem
Banianenbaum des Ziegenhirten.
2.
Zu jener Zeit aber hatte Mára, der Böse, den Erhabenen sieben Jahre lang
verfolgt, auf irgend eine Blöße lauernd, ohne aber eine Blöße zu finden.
*f450)
3.
Da nun begab sich Mára, der Böse, dorthin, wo sich der Erhabene befand, und
nachdem er sich dorthin begeben hatte, redete er den Erhabenen mit der Strophe
an:
"Von
Kummer übermannt übst du Versenkung im Walde.
Hast
du dein Geld verloren *f451) oder willst du welches haben?
Hast
du irgendeinen Fehltritt begangen im Dorfe?
Warum
schließest du keine Freundschaft mit den Leuten?
Gibt
es für dich mit niemand, eine Freundschaft?"
4.
(Der Erhabene:)
"Nachdem
ich jegliche Wurzel des Kummers ausgerottet habe, *f452)
Übe
ich Versenkung schuldlos und ohne Kummer.
Nachdem
ich alles Begehren nach Dasein und Lust abgeschnitten,
Übe
ich Versenkung, frei von weltlichen Einflüssen,
du
Genosse der Lässigen."
5.
(Mára:)
"Wovon
die Leute sagen: das ist mein und die es sagen: mein ist es:
Wenn
dabei dein Denken weilt,
so
kannst du nicht von mir loskommen, Samana."
6.
(Der Erhabene:)
"Wovon
die Leute es sagen, das ist mein,
und
die es sagen, zu denen gehöre ich nicht.
So
wisse denn, du Böser: nicht einmal meinen Pfad wirst du sehen."
*f453)
7.
(Mára:)
"Wenn
du den Pfad gefunden hast, der zum Frieden, zum Nichtsterben führt,
Dann
verfolge ihn, geh' ihn allein! Warum belehrst du andere?"
8.
(Der Erhabene:)
"Nach
dem Reich des Nichtsterbens fragen die Leute,
die
dem rettenden Ufer zustreben.
Ihnen
verkünde ich auf ihr Fragen das,
was
ganz frei ist von Daseinssubstraten."
9.
"Gerade so, *f454) Herr, wie wenn da in der Nähe eines Dorfes oder
eines Marktfleckens ein Teich wäre, und es wäre dort ein Krebs. Und es kämen
da, Herr, viele Knaben oder Mädchen aus dem Dorf oder dem Marktflecken heraus,
und sie begäben sich dorthin, wo der Teich ist. Und nachdem sie sich dorthin
begeben, holten sie den Krebs aus dem Wasser heraus und würfen ihn aufs
Trockene. Und wo immer der Krebs, Herr, eine Schere herausstreckte, da
zerschlügen, zerbrächen, zerschmetterten sie die Knaben oder Mädchen mit einem
Holzstecken oder einem Stein. Auf diese Weise, Herr, wäre der Krebs, da alle
seine Scheren zerschlagen, zerbrochen, zerschmettert wären, außer stand, wieder
in den Teich hinab zu tauchen. Wie wenn es gerade so wäre, wie eben gesagt, so
sind, Herr, alle Verrenkungen, Verzerrungen und unruhigen Seitensprünge,
*f455) so viele ihrer sind, von dem Erhabenen zerschlagen, zerbrochen,
zerschmettert, und ich bin jetzt, Herr, außer stand, an den Erhabenen
heranzukommen als einer, der auf eine Blöße lauert."
10.
Da nun sprach Mára, der Böse, zu dem Erhabenen die folgenden seine Verzweiflung
zeigenden Strophen *f456):
"Um
den fettfarbigen Stein *f457) flatterte eine Krähe:
Werden
wir hier etwas weiches finden, wird es eine Erquickung geben?
Da
sie aber keine Erquickung fand, ist sie von da fort geflogen.
Der
Krähe gleich, die auf dem Fels sich niederließ,
verlassen
wir verzweifelnd den Gotama."
11.
Nachdem nun Mára, der Böse, zu dem Erhabenen diese seine Verzweiflung zeigenden
Strophen gesprochen, *f458) ging er fort vom Platze und setzte sich unweit
vom Erhabenen mit untergeschlagenen Beinen nieder, schweigend, verlegen, mit
eingezogenen Schultern, gesenkten Hauptes, verdrießlich grübelnd, unfähig etwas
zu erwidern, mit dem Stock auf dem Boden kritzelnd.
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