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S.5.3.
Gotami
Der Kisá Gotamí werden
in den Therígáthás die Strophen 213-223 zugeschrieben, die aber nicht die
Strophen unseres Sutta sind. Die Legende der K. G. wird außer Samy. Komm. I.
222 f. in der Dhammapadatthakathá II. 270ff. (zu Dhp. v. 114) und im Apadána
(hrsg. M. E. Lilley II. 564ff.) erzählt. Sie hat ihr einziges Kind verloren und
wird in ihrem namenlosen Schmerz vom Buddha durch den Hinweis darauf getröstet,
daß der Tod allen Wesen gemeinsam sei. Sie tritt dem Orden bei und erreicht die
höchsten Stufen der Erleuchtung.
1.
Sávatthí ist der Schauplatz.
Da
nun kleidete sich die Bhikkhuní Kisá Gotamí zur Vormittagszeit an, nahm
Almosenschale und Obergewand und ging, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí.
2.
Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatte, begab sie sich nach
der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Andhawald
befand, den Tag (dort) zu verbringen. Nachdem sie sich in den Andhawald hinein
gegangen, setzte sie sich am Fuße eines Baumes nieder, den Tag (dort) zu
verbringen.
3.
Da nun begab sich Mára, der Böse, in dem Wunsche, bei der Bhikkhuní Kisá Gotamí
Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und sie von der geistigen Sammlung
abzubringen, dorthin, wo sich die Bhikkhuní Kisá Gotamí befand. Nachdem er sich
dorthin begeben hatte, redete er die Bhikkhuní Kisá Gotamí mit der Strophe an:
"Bist du nun, nachdem
dein Sohn dir gestorben, allein, tränenden Angesichts?
Allein tief in den Wald
gegangen suchst du etwa nach einem Manne?"
4.
Da nun kam der Bhikkhuní Kisá Gotamí der Gedanke: "Was für ein Mensch oder
Nichtmensch spricht denn da die Strophe?"
5.
Da nun kam der Bhikkhuní Kisá Gotamí dieser Gedanke: "Mára, der Böse, ist
es, der in dem Wunsche, bei mir Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und
mich von der geistigen Sammlung abzubringen, die Strophe spricht."
6.
Da nun wußte die Bhikkhuní Kisá Gotamí, daß das Mára, der Böse, sei, und
erwiderte Mára, dem Bösen, mit den Strophen:
"Immerfort
bin ich eine Mutter, der der Sohn gestorben (*1),
und
auch mit den Männern ist es vorbei.
Ich
leide nicht Kummer und klage nicht, ich fürchte dich nicht, mein Lieber!
Überall
ist das Lustgefühl vernichtet, die Masse der Finsternis durchbrochen
(*2).
Nachdem
ich das Heer des Todes überwunden,
bleibe
ich frei von weltlichen Einflüssen."
7.
Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich die Bhikkhuní Kisá Gotamí, und verschwand
auf der Stelle leidvoll und betrübt.
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