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S.5.5.
Uppalavarná
Im Theríg. Komm. S. 182
ff. wird die Erklärung der der Uppalavanná zugeschriebenen Strophen 224-235
durch eine lange Erzählung über ihre früheren Existenzen und ihr letztes Dasein
eingeleitet. Dazu Apadána II. 551 ff. Ich verweise dafür auf Mrs. Rhys Davids,
Psalms of the Early Buddhists, I. Psalms of the Sisters, S. 111 ff. Im
Zeitalter des Buddha wurde sie in Sávatthí als Tochter eines Großkaufmanns
geboren. Wegen ihrer Schönheit begehrten alle Könige Indiens sie zum Weibe. Sie
aber trat in den Orden ein, erreichte die Arahantwürde und zeichnete sich durch
ihre übernatürlichen Fähigkeiten (iddhi; s. Bd. II, S. 165-6) aus. Sie
wird daher auch Anguttara I. 25 als iddhimantánam aggá bezeichnet.
1.
Sávatthí ist der Schauplatz.
Da
nun kleidete sich die Bhikkhuní Uppalavanná zur Vormittagszeit an, nahm
Almosenschale und Obergewand und ging, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí.
2.
Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatte, begab sie sich nach
der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Andhawald
befand, den Tag (dort) zu verbringen. Nachdem sie tief in den Wald hinein
gegangen, nahm sie am Fuße eines in voller Blüte stehenden Salbaumes
(*1) Platz.
3.
Da nun begab sich Mára, der Böse, in dem Wunsche bei der Bhikkhuní Uppalavanná
Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und sie von der geistigen Sammlung
abzubringen, dorthin, wo sich die Bhikkhuní Uppalavanná befand. Nachdem er sich
dorthin begeben hatte, redete er die Bhikkhuní Uppalavanná mit der Strophe an:
"Du
hast dich, o Bhikkhuní, zu dem Salbaum mit voll erblühtem Wipfel begeben
Und
weilst nun einsam an seinem Fuß.
Es
gibt keine zweite wie du an Schönheit (*2),
Fürchtest
du Törin dich nicht vor Bösewichten?"
4.
Da nun kam der Bhikkhuní Uppalavanná dieser Gedanke: "Was für ein Mensch
oder Nichtmensch spricht denn da die Strophe ?
5.
Da nun kam der Bhikkhuní Uppalavanná dieser Gedanke: "Mára, der Böse, ist
es, der in dem Wunsche, bei mir Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und
mich von der geistigen Sammlung abzubringen, die Strophe spricht.
6.
Da nun wußte die Bhikkhuní Uppalavanná, daß das Mára, der Böse, sei, und
erwiderte Mára, dem Bösen, mit den Strophen:
"Mögen
hundert und tausende von Bösewichten
Deinesgleichen
hierher gekommen sein,
Nicht
lasse ich ein Haar sich sträuben (*3), noch bin ich in Angst;
Ich
fürchte mich nicht vor dir, Mára, wenn ich auch allein bin.
Da
verschwinde ich oder ich gehe in deinen Leib ein,
Und
wenn ich selbst im Raum zwischen deinen Brauen stehe,
wirst
du mich nicht sehen.
Ich
bin beherrscht im Denken, die Wege der Wunderkraft sind geebnet,
Von
allen Banden bin ich erlöst: ich fürchte dich nicht, mein Lieber
(*4)."
7.
Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich die Bikkhuní Uppalavanná, und
verschwand auf der Stelle leidvoll und betrübt.
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