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S.5.10.
Vajirá
1.
In Sávatthí (ist der Vorgang).
Da
nun kleidete sich die Bhikkhuní Vajirá zur Vormittagszeit an, nahm
Almosenschale und Obergewand und ging, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí.
2.
Nachdem sie in Sávatthí ihren Almosengang beendigt hatte, begab sie sich nach
der Mahlzeit, vom Almosengang zurückgekehrt, dorthin, wo sich der Andhawald
befand, den Tag (dort) zu verbringen. Nachdem sie tief in den Andhawald hinein
gegangen, setzte sie sich am Fuße eines Baumes nieder, den Tag (dort) zu
verbringen.
3.
Da nun begab sich Mára, der Böse, in dem Wunsche, bei der Bhikkhuní Vajirá
Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und sie von der geistigen Sammlung
abzubringen, dorthin, wo sich die Bhikkhuní Vajirá befand. Nachdem er sich
dorthin begeben hatte, redete er die Bhikkhuní Vajirá mit der Strophe an:
"Von
wem ist denn dieses Lebewesen (*1) gemacht?
Wo
ist der Verfertiger des Lebewesens?
Wie
ist das Lebewesen entstanden, wie wird das Lebewesen aufgehoben?"
4.
Da nun kam der Bhikkhuní Vajirá dieser Gedanke: "Was für ein Mensch oder
Nichtmensch spricht denn da die Strophe?"
5. Da
nun kam der Bhikkhuní Vajirá dieser Gedanke: "Mára, der Böse, ist es, der
in dem Wunsche, bei mir Angst, Zittern, Hautschaudern hervorzurufen und mich
von der geistigen Sammlung abzubringen, die Strophe spricht."
6.
Da nun wußte die Bhikkhuní Vajirá, daß es Mára, der Böse, sei, und erwiderte
Mára, dem Bösen, mit den Strophen:
"Warum
hängst du (*2) so am Wort "Lebewesen"?
Das
ist nur deine Irrlehre, Mára.
Wo
da nur eine Anhäufung von bloßen Gestaltungen ist,
da
nimmt man kein Lebewesen wahr (*3).
Denn
wie bei Ansammlung der Bestandteile das Wort "Wagen" entsteht,
So
entsteht, wenn die Lebensbestandteile vorhanden sind,
der
Ausdruck "Lebewesen (*4) ".
Aber
nur das Leiden entsteht da, Leiden ist vorhanden und vergeht.
Nichts
außer dem Leiden entsteht, nichts andres als das Leiden wird aufgehoben."
7.
Da merkte Mára, der Böse: es kennt mich die Bhikkhuní Vajirá, und verschwand
auf der Stelle leidvoll und betrübt.
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