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Samyutta Nikáya

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  • 6. Brahma-Samyutta - Vom Brahman
      • S.6.3. Brahmadeva
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S.6.3. Brahmadeva

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.

 

2. Zu jener Zeit aber war der Sohn einer Brahmanin, mit Namen Brahmadeva aus dem häuslichen in das hauslose Leben übergetreten.

 

3. Da nun war der ehrwürdige Brahmadeva, der allein und einsam, unermüdlich, eifervoll, mit gesammelter Seele lebte, binnen kurzem schon an das höchste Ziel heiligen Wandels, um dessen willen Söhne aus gutem Hause völlig aus dem häuslichen in das hauslose Leben übertreten, noch bei Lebzeiten durch eigenes Begreifen und Verwirklichen gelangt. Er wußte: Aufgehoben ist die Geburt; gelebt ist der heilige Wandel; vollbracht ist, was zu vollbringen war; nichts mehr habe ich fürderhin zu tun mit dem weltlichen Dasein. Es war aber der ehrwürdige Brahmadeva einer von den Vollendeten geworden.

 

4. Da nun kleidete sich der ehrwürdige Brahmadeva zur Vormittagszeit an, nahm Almosenschale und Obergewand, und ging, Almosen zu sammeln, nach Sávatthí. Wie er in Sávatthí auf seinem Almosengang von Haus zu Haus (*1) sich befand, begab er sich dorthin, wo sich die Wohnung seiner Mutter befand.

 

5. Zu jener Zeit aber pflegte die Mutter des ehrwürdigen Brahmadeva, die Brahmanin, dem Brahman regelmäßig (*2) Spende darzubringen.

 

6. Da nun kam dem Brahman Sahampati der folgende Gedanke: "Die Mutter hier des ehrwürdigen Brahmadeva, die Brahmanin, pflegt dem Brahman regelmäßig Spende darzubringen. Wie wäre es, wenn ich mich jetzt zu ihr begäbe und sie anregte?"

 

7. Da nun verschwand der Brahman Sahampati so schnell, wie ein starker Mann den eingebogenen Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm einbiegt, in der Brahmawelt und erschien in der Wohnung der Mutter des ehrwürdigen Brahmadeva.

 

8. Da nun redete der Brahman Sahampati, in der Luft schwebend, die Mutter des ehrwürdigen Brahmadeva, die Brahmanin, mit den Strophen an:

"Fern von hier, o Brahmanin, ist die Welt des Brahman,

Dem du regelmäßig Spende darbringst.

Nicht ist derartiges, o Brahmanin, Speise für Brahman (*3).

 

Was murmelst du (*4), da du doch den Brahmanweg nicht kennst?

Da ist bei dir, o Brahmanin, Brahmadeva,

Ledig der Daseinssubstrate, mehr als ein Gott geworden,

Ein Bhikkhu, der nichts sein eigen nennt, für keinen anderen zu sorgen hat (*5),

 

Er hat, Almosen zu sammeln, dein Haus betreten,

Der Spende würdig, zum Wissen gelangt (*6), der sein Selbst vervollkommnet hat,

Mit Gaben zu ehren (*7) von Menschen und Göttern,

Der die Sünden abgestreift hat, (von ihnen) unberührt.

 

Er geht auf Suche nach Speise in Gelassenheit.

Es gibt für ihn kein Früher und, kein Später (*8),

Er ist friedlich, ohne Zorn (*9), unschuldig, wunschlos.

Niedergelegt hat er den Stab aller Welt gegenüber (*10).

 

Er soll deine Opferspende genießen als bestes Almosen.

Frei von weltlichen Einflüssen ist er (*11), friedlichen Herzens,

Wie ein zahmer Elefant wandelt er, ohne Fehler,

Ein Bhikkhu von hoher sittlicher Zucht, erlösten Herzens,

 

Er soll deine Opferspende genießen als bestes Almosen.

An ihm dich gläubig freuend, ohne Zaudern

Setze ihm die Ehrengabe vor, der mit Gaben zu ehren ist.

Tue verdienstliches Werk, dir zu künftigem Glück,

 

Nachdem du den Weisen gesehen hast, o Brahmanin,

der die Flut überschritten hat (*12)."

 

9.

An ihm sich gläubig freuend, ohne Zaudern

Setzte sie ihm die Ehrengabe vor, der durch Gabe zu ehren war.

Sie tat verdienstliches Werk, ihr zu künftigem Glück,

Nachdem sie den Weisen gesehen, die Brahmanin, der die Flut überschritten hatte.''

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*1) sapadánam. Das Wort ist noch nicht befriedigend erklärt. Der Komm. I. 239.11 umschreibt es hier mit sapadánacáram sapattagharam anokkamma patipátiyá caranto.

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*2) niccam "ständig". Der Komm. beschreibt ausführlich, wie das Haus der Brahmanin für das Opferfest geschmückt war.

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*3) Der Komm. I. 241.1 sagt: die Bewohner der Brahmawelt leben vom sappítikajjhána, von der mit Wonne verbundenen Versenkung, aber sie genießen nicht solche gekochte Milchsuppe, in die man allerlei Kräuter hinein geworfen hat.

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*4) jappasi. Das V. japp (skr. jalp) wird besonders vom Murmeln der Mantras, der Zaubersprüche, gebraucht. Vgl. Ját. III. 236.5, V. 158.19.

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*5) anaññaposiya. Komm. I. 241.7 er heißt so, weil er, außer seiner eigenen Person, keine andere Person, weder Weib noch Kind zu ernähren hat.

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*6) vedagú "der Veden kundig". Der Komm. scheint es auf die Kenntnis des magga, des Pfades, zu beziehen.

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*7) dakkhineyya. Bei den Brahmanen ist die dakkhiná (skr. daksiná) Entgelt für das vollzogene Opfer, beim Bhikkhu die Almosengabe.

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*8) D. h. er ist sich immer gleich.

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*9) vidhúma "ohne Rauch". Komm.: weil der Rauch des Zorns ihn verlassen hat. Die Zeile steht Suttanipáta 1048.

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*10) nikkhtttadando tasathávaresu. Komm. I. 241.17: "Wenn er auch mit einem Wandelstock umhergeht, heißt er doch ein nikkh -, weil er nicht daran denkt, jemand zu schlagen. Die Verbindung tasathávará findet sich häufig zur Bezeichnung aller Leute. Nach dem Komm. an unserer Stelle wären mit den tasá die puthujjaná, mit den thávará die khínásavá gemeint.

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*11) visenibhúso "frei von der sená", womit nach dem Komm. das (feindliche) Heer der kilesá gemeint wäre. Vgl. Suttanipáta 793, 914: sabbadhammesu visenibhúto.

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*12) Nämlich die Flut des samsára, des Kreislaufs der Wiedergeburten. Er ist an das rettende Ufer (pára) gelangt.






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