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Samyutta Nikáya

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  • 6. Brahma-Samyutta - Vom Brahman
      • S.6.4. Baka der Brahman
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S.6.4. Baka der Brahman

 

Auch im Majjhima I. 326 ist der Brahman Baka Vertreter der Sassatalehre, d. h. der Lehre, daß der Brahman, Seele und Welt, ewig sei, gegenüber dem Buddha. Ferner kehrt die Geschichte unseres Sutta mit den dazu gehörigen Versen im Bakabrahma-Játaka (Nr. 405 = III. 358 ff. wieder.

 

1. Also habe ich vernommen.

Einstmals weilte der Erhabene in Sávatthí, im Jetahaine, im Parke des Anáthapindika.

 

2. Zu jener Zeit aber war Baka, dem Brahman, solche üble Anschauung entstanden: Dies (*1) ist ständig, dies ist dauernd, dies ist ewig, dies ist absolut; dies ist nicht dem Gesetz des Schwindens unterworfen. Denn dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder. Und ein anderes Entkommen (*2) als dieses gibt es nicht.

 

3. Da nun verschwand der Erhabene, der in seinem Herzen die Herzensgedanken Baka, des Brahman, erkannte, so schnell wie ein starker Mann den eingebogenen Arm ausstreckt oder den ausgestreckten Arm einbiegt, im Jetahaine und erschien in der Brahmawelt.

 

4. Es sah nun Baka, der Brahman, den Erhabenen von frene herankommen. Wie er ihn sah, sprach er zu dem Erhabenen also: "Komme nur, Verehrter! Sei willkommen, Verehrter! Lange ist es her, Verehrter, daß du die Gelegenheit wahrnahmst hierher zu kommen. Dies ist ja ständig, dies ist dauernd, dies ist ewig, dies ist absolut, dies ist nicht dem Gesetz des Schwindens unterworfen. Denn dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder. Und ein anderes Entkommen als dieses gibt es nicht."

 

5. Auf dieses Wort hin sprach der Erhabene zu Baka, dem Brahman, also: "In Nichtwissen wahrlich bist du, Baka Brahman, geraten; in Nichtwissen, wahrlich bist du, Baka Brahman, geraten, wenn du (*3) das, was gerade nicht ständig ist, ständig nennst - das, was gerade nicht dauernd ist, dauernd nennst - das, was gerade nicht ewig ist, ewig nennst - das was gerade nicht absolut ist, absolut nennst - das, was gerade dem Gesetz des Schwindens unterworfen ist, etwas was dem Gesetz des Schwindens nicht unterworfen ist, nennst, - und wenn du, was geboren wird und vergeht und stirbt und hinschwindet und wieder entsteht, so nennst: dies wird nicht geboren, vergeht nicht und stirbt nicht, schwindet nicht dahin und entsteht nicht wieder - und wenn du, wiewohl es doch ein anderes Entkommen gibt, sagst: ein anderes Entkommen als dieses gibt es nicht".

 

6. (Baka, der Brahman:)

 "Zweiundsiebzig, o Gotama, (sind wir) von verdienstlichen Tun (*4),

Allgebietende (*5), hinweggekommen über Geburt und Alter.

Diese höchste Existenz als Brahman ist durch den Veda erreicht (*6);

Zu uns beten (*7) zahlreiche Menschen."

 

7. (Der Erhabene:)

"Gering ist diese (eure) Lebensdauer, nicht lang,

Die du, o Baka, für eine lange Lebensdauer hältst.

Als eine solche von hundert tausend Nirabbudas (*8)

kenne ich deine Lebensdauer, o Brahman!"

 

8. (Baka, der Brahman:)

"Die Unendlichkeit habe ich im Auge, du Erhabener,

Als einer, der Geburt und Alter und Kummer überwunden hat.

Was war denn da mein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht?

Teile mir das mit, auf daß ich es wisse (*9)."

 

9. (Der Erhabene (*10))

"Daß du viele Menschen getränkt hast,

Die Durst litten, von Hitze überwältigt,

Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.

Aus dem Schlafe erwacht (*11) erinnere ich mich daran.

Daß du am Ufer der Ení die überfallenen Leute

Befreitest, die gefangen fortgeschleppt wurden,

Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.

Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.

Daß du auf dem Strom der Gangá das Schiff, das bedroht war

Von dem schlimmen Nága in seiner Begierde nach Menschen (*12),

Befreitest, kraftvoll ihn angreifend,

Das war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.

Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran.

Ich war (damals) dein Schüler (*13) Kappa,

Und ich hielt dich für einen mit Erleuchtung begabten Büßer (*14).

Daß war dein früheres Wirken von Gelübden und sittlicher Zucht.

Aus dem Schlafe erwacht erinnere ich mich daran."

 

10. (Baka, der Brahman:)

"Offenbar kennst du diese meine Lebensdauer,

Und andres weißt du: du bist ja der Buddha,

Und diese deine flammende Herrlichkeit

Erleuchtet ja die Brahmawelt."

(




*1) Die Sassatalehre wird hier im gleichen Wortlaut formuliert, wie Majjhima I. 326. Zu idam ist wohl von dem Standpunkte des Brahmangottes aus brahma zu ergänzen: "dieser unser Bereich". Dhammasanganí 1315 wird die Lehre so gefaßt: sassato attá ca loko ca.

(



*2) uttarim-nissaranam gehört, wie ich glaube, eng zusammen und drückt das Darüber-hinweg- und Herauskommen (aus dem Samsára) aus. Der Sinn ist: es gibt außer unserer Lehre (ito) keine Erlösungslehre.

(



*3) Komm. I. 24.13: yatra hi námáti, yo náma.

(



*4) puññakammá "deren Kamma ein verdienstliches ist". S. Bd. 2, S. 49. mit N. 1.

(



*5) vasavattino eine bestimmte Gruppe von Brahmangöttern zu denen Baka gehört. Auf ihre Zahl bezieht sich die Zahl 72 (Komm. I. 2431) in Zeile 1.

(



*6) vedagú; Komm. I. 244.2: sie heißt so weil wir mittels der Vedas hingelangt sind.

(



*7) abhijappanti. Nach dem Komm, weil sie selbst eine solche Existenz anstreben.

(



*8) Eine der phantastisch hohen Ziffern, die der Inder so liebt. Nach der Abhidhánapadípiká ist ein nirabbuda die 9. Potenz von 10 Millionen. Kirfel, Kosmographie der Inder S. 336. Nach dem Komm. I. 244.1 wäre mit der Zahl der Rest (avasittham) der Zeit gemeint, die Baka noch als Brahman durchleben darf.

(



*9) Baka hat sich selbst für ewig gehalten. Er ist erschüttert, wie er aus dem Mund des Erhabenen hört daß seine Lebensdauer nicht ewig, sondern zeitlich beschränkt sei. Zugleich erkennt er daraus daß der Erhabene allwissend ist. Er will nun von ihm erfahren welchen Verdiensten (vata und síla) er seine Brahmaexistenz verdankt. - Statt ácikkham etam lese ich ácikkha metam (= me etam).

(



*10) Im Komm. (I. 244.11ff.) und im Játakabuch III. 361-2) werden die Legenden erzählt die den folgenden Strophen zu grunde liegen: 1) Baka war dereinst ein Büßer namens Kesava gewesen und lebte in einem Walde. Eine Karawane die sich im Walde verirrt hatte war dem Verdursten nahe. Vermöge der durch die Kraft seiner Buße erworbenen Wunderkraft zauberte er einen Fluß herbei und errettete so die Karawane vom Tode. - 2) Ein anderes Mal weilte der Büßer am Eníflusse unweit eines Dorfes. Räuber aus dem Gebirge überfielen das Dorf und schleppten alle seine Bewohner samt ihren Habseligkeiten als Beute fort. Der Büßer empfand Mitleid mit den jammernden Menschen und Tieren. Er schuf ein Heer das mit dem Fürsten an der Spitze unter Trommelschall heranrückte. Die Räuber ergriffen die Flucht unter Zurücklassung ihrer Beute. Der Büßer aber führte die befreiten Leute samt ihrer Habe in ihr Dorf zurück. - 3) Ein drittes Mal begab es sich daß eine fröhliche Gesellschaft auf einem Schiff die Gangá hinab fuhr. Ein Nága ein Schlangendämon geriet in Wut weil die Leute Speiseüberreste in den Fluß warfen. Er tauchte aus dem Wasser auf und wollte die Leute verschlingen. Aber der Büßer der die Angstrufe der Bedrohten hörte verwandelte sich in einen Garuda, einen Greif - die Greife sind Todfeinde der Nágas - und verscheuchte den Schlangendämon. - Der Buddha selber war zu jener Zeit ein Schüler des Büßers Kesava mit Namen Kappa.

(



*11) suttappabuddho d. h. zum Buddha geworden (sutta = skr. supta Wz. svap).

(



*12) manussakamyá. Komm. I. 247.3 = manussakámatáya "in seinem Wunsch Menschen zu vernichten".

(



*13) baddhacaro, das Ját. III. 362.18 durch antevásiko erklärt wird.

(



*14) Man hat natürlich mit den Kommentaren vatinam als ein Wort zu lesen; skr. vratin "der ein Gelübde abgelegt hat."






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