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S.12.36. Aus dem Nichtwissen
als Ursache entstanden (2)
Sutta 36 unterscheidet
sich vom vorhergehenden nur dadurch, daß nicht von einem einzelnen Bhikkhu eine
Zwischenfrage gestellt wird, die der Zurechtweisung bedarf. Die Erörterung
wendet sich vielmehr fortlaufend an die Gesamtheit der Bhikkhus, und der
Meister führt selbst die Irrtümer an, die er widerlegt.
1.
Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2.
"Aus dem Nichtwissen als Ursache, ihr Bhikkhus, entstehen die Gestaltungen
usw. usw. (= 35. 2) . . . Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse
des Leidens zu stande.
3.
Wenn man nun sagte, ihr Bhikkhus: ,was ist Alter und Tod, und wem wieder wird
dieses Alter und dieser Tod zu eigen? - oder wenn man, ihr Bhikkhus, sagte:
,ein anderes ist Alter und Tod, und ein anderes ist der, dem dieses Alter und
dieser Tod zu eigen wird, so wäre beides ein und dasselbe, nur der Ausdruck
wäre verschieden. Wenn, ihr Bhikkhus, die Anschauung besteht, Leben und Körper
seien dasselbe, so gibt es keinen heiligen Wandel; oder wenn, ihr Bhikkhus, die
Anschauung besteht, ein anderes sei das Leben und ein anderes sei der Körper,
so gibt es keinen heiligen Wandel. Diese beiden Enden vermeidend, ihr Bhikkhus,
verkündet in der Mitte der Tathágata die wahre Lehre: Aus der Geburt als
Ursache entsteht Alter und Tod.
4-13.
Wenn man nun, ihr Bhikkhus, sagte: ,was ist Geburt - Werden - Erfassen - Durst
- Empfindung - Berührung - die sechs Sinnesbereiche - Name und Form -
Bewußtsein usw. usw. - was sind die Gestaltungen, und wem wieder werden die
Gestaltungen zu eigen?' - oder wenn man, ihr Bhikkhus, sagte: ,ein anderes sind
die Gestaltungen, und ein anderes wieder ist der, dem diese Gestaltungen zu
eigen werden', so wäre beides ein und dasselbe, nur der Ausdruck wäre
verschieden. Wenn, ihr Bhikkhus, die Anschauung besteht, Leben und Körper seien
dasselbe, so gibt es keinen heiligen Wandel; oder wenn, ihr Bhikkhus, die
Anschauung besteht, ein anderes sei das Leben, und ein anderes sei der Körper,
so gibt es keinen heiligen Wandel. Diese beiden Enden vermeidend, ihr Bhikkhus,
verkündet in.der Mitte der Tathágata die wahre Lehre: Aus dem Nichtwissen als
Ursache entstehen die Gestaltungen.
14-24.
Nach dem restlosen Verschwinden aber und der Aufhebung des Nichtwissens, ihr
Bhikkhus, werden alle seine Verrenkungen, Verzerrungen und unruhigen
Seitensprünge, welche immer es seien, (nämlich:) ,was ist Geburt - Werden -
Erfassen - Durst - Empfindung - Berührung - die sechs Sinnesbereiche -
Bewußtsein - oder: ,was sind die Gestaltungen, und wem wieder werden die
Gestaltungen zu eigen?' oder ,ein anderes sind die Gestaltungen, und ein
anderes ist der, dem diese Gestaltungen zu eigen werden', oder: ,Leben und
Körper sind ein und dasselbe', oder: ,ein anderes ist das Leben, und ein
anderes ist der Körper,' - alle diese (Verrenkungen usw.) werden aufhören, an
der Wurzel abgeschnitten, ausgerodet und vernichtet, so daß sie künftighin
nicht mehr dem Gesetze des Wiederentstehens unterworfen sind."
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