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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 61-70 Mahávagga - Der Große Abschnitt
      • S.12.65. Die Stadt
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S.12.65. Die Stadt

 

Zu unserem Sutta 1 bis 18 vergleiche man oben die Sutta 4 und 10 mit den einleitenden Bemerkungen, sowie aus dem Mahápadánasutta, Nr. 14 des Dígha, die Paragraphen 2. 18ff. (= D. II. S.30ff.), wo wie in Samy. 12. 4 die ganze Erörterung dem Buddha Vipassin in den Mund gelegt wird. Mit der Version des Dígha hat unser Sutta, wie unten Sutta 67, das gemein, daß die Nidánareihe nur bis zum Begriff viññána "Bewußtsein verfolgt wird. Hier wird in sie umgebogen, indem die Erörterung das Bewußtsein durch námarúpa bedingt sein läßt, wie dieses seinerseits durch viññána bedingt ist. Das "Nichtwissen und die "Gestaltungen" - der voraufgehenden Existenz angehörig - bleiben außer Betracht.

 

1. (Ort der Begebenheit:) Sávatthí.

 

2. "Vor meiner Erleuchtung, ihr Bhikkhus, da ich noch nicht vollkommen erleuchtet, noch ein Bodhisatta war, kam mir der Gedanke: In Mühsal wahrlich ist diese Welt geraten. Man wird geboren und altert und stirbt und scheidet aus dem Dasein und wird wiedergeboren. Aber man findet doch keinen Ausweg aus diesem Leiden. Wann wird man denn doch einen Ausweg finden aus diesem Leiden, aus Alter und Tod?

 

3. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Alter und Tod entsteht, aus welcher Ursache geht Alter und Tod hervor?

 

4. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Geburt vorhanden ist, entsteht Alter und Tod; aus der Geburt als Ursache geht Alter und Tod hervor.

 

5. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Geburt entsteht, - daß Werden entsteht, - daß Erfassen entsteht, - daß Durst entsteht, - daß Empfindung entsteht, - daß Berührung entsteht, - daß die sechs Sinnesbereiche entstehen, - daß Name und Form entsteht; aus welcher Ursache geht Name und Form hervor?

 

6. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Bewußtsein vorhanden ist, entsteht Name und Form; aus Bewußtsein als Ursache geht Name und Form hervor?

 

7. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Bewußtsein entsteht; aus welcher Ursache geht das Bewußtsein hervor?

 

8. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Name und Form vorhanden ist, entsteht das Bewußtsein; aus Name und Form als Ursache geht das Bewußtsein hervor.

 

9. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Es kehrt hier das Bewußtsein um, über Name und Form geht es nicht weiter hinaus. Dadurch wird man geboren und altert und stirbt und scheidet aus dem Dasein aus und wird wiedergeboren, daß hier aus Name und Form als Ursache das Bewußtsein entsteht. Aus dem Bewußtsein als Ursache entsteht Name und Form; aus Name und Form als Ursache entstehen die sechs Sinnesbereiche; aus den sechs Sinnesbereichen als Ursache entsteht die Berührung; aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst; aus dem Durst als Ursache entsteht das Erfassen; aus dem Erfassen als Ursache entsteht das Werden; aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt; aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zu stande.

 

10. Der Ursprung, der Ursprung: damit erstand mir, ihr Bhikkhus, in bezug auf früher nie gehörte Dinge Einsicht, erstand mir Verständnis, erstand mir Erkenntnis, erstand mir Wissen, erstand mir Klarheit.

 

11. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein, daß Alter und Tod nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung von A1ter und Tod hervor?

 

12. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Geburt nicht vorhanden istr entsteht Alter und Tod nicht; aus der Aufhebung der Geburt geht Aufhebung von Alter und Tod hervor.

 

13. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein, daß Geburt nicht entsteht, - daß Werden nicht entsteht, - daß Erfassen nicht entsteht, - daß Durst nicht entsteht, - daß Empfindung nicht entsteht, - daß Berührung nicht entsteht, - daß die sechs Sinnesbereiche nicht entstehen, - daß Name und Form nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung von Name und Form hervor?

 

14. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Bewußtsein nicht vorhanden ist, entsteht Name und Form nicht; aus der Aufhebung des Bewußtseins geht Aufhebung von Name und Form hervor.

 

15. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein, daß Bewußtsein nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung des Bewußtseins hervor?

 

16. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Name und Form nicht vorhanden ist, entsteht Bewußtsein nicht; aus der Aufhebung von Name und Form geht Aufhebung des Bewußtseins hervor.

 

17. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Erreicht ist von mir der Weg zur Erleuchtung, nämlich (die Erkenntnis): aus der Aufhebung von Name und Form geht Aufhebung des Bewußtseins hervor; aus der Aufhebung des Bewußtseins geht Aufhebung von Name und Form hervor; aus der Aufhebung von Name und Form geht Aufhebung der sechs Sinnesbereiche hervor; aus der Aufhebung der sechs Sinnesbereiche geht Aufhebung der Berührung hervor; aus der Aufhebung der Berührung geht Aufhebung der Empfindung hervor; aus der Aufhebung der Empfindung geht Aufhebung des Durstes hervor; aus der Aufhebung des Durstes geht Aufhebung des Erfassens hervor; aus der Aufhebung des Erfassens geht Aufhebung des Werdens hervor; aus der Aufhebung des Werdens geht Aufhebung der Geburt hervor; aus der Aufhebung der Geburt geht Aufhebung von Alter und Tod hervor. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zu stande.

 

18. Die Aufhebung, die Aufhebung: damit erstand mir, ihr Bhikkhus, in bezug auf früher nie gehörte Dinge Einsicht, erstand mir Verständnis, erstand mir Erkenntnis, erstand mir Wissen, erstand mir Klarheit.

 

19. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn ein Mann, in der Wildnis im Walde wandernd, eine alte Straße erblickte, einen alten Weg, von Menschen früherer Zeit begangen. Und er folgte der Straße, und ihr folgend erblickte er eine alte Stadt, eine alte Residenz, von Menschen früherer Zeit bewohnt, mit Gärten ausgestattet, mit Hainen ausgestattet, mit Teichen ausgestattet, mit Dämmen *f190) versehen, voll Anmut.

 

20. Und der Mann, ihr Bhikkhus, berichtete das dem Könige oder einem hohen Beamten des Königs: ,Nimm gütigst Kenntnis, Herr! Ich erblickte, in der Wildnis im Walde wandernd, eine alte Straße, einen alten Weg, von Menschen früherer Zeit begangen. Ich folgte der Straße, und ihr folgend erblickte ich eine alte Stadt, eine alte Residenz, von Menschen früherer Zeit bewohnt, mit Gärten ausgestattet, mit Hainen ausgestattet, mit Teichen ausgestattet, mit Dämmen versehen, voll Anmut. Lasse du, Herr, diese Stadt (wieder) aufbauen!'

 

21. Und es ließe, ihr Bhikkhus, der König oder der hohe Beamte des Königs die Stadt (wieder) aufbauen, und es wäre die Stadt in der Folgezeit reich und blühend, wohl bevölkert und gedrängt voll Menschen, zu Wachstum und Gedeihen gekommen: Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, erblickte ich eine alte Straße, einen alten Weg, von den Allbuddhas früherer Zeit begangen.

 

22. Und welches war, ihr Bhikkhus, die alte Straße, der alte Weg, von den Allbuddhas früherer Zeit begangen? Es war das dieser edle achtgliedrige Pfad, näntlich rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechte Lebensführung, rechtes Sichbemühen, rechtes Sichbesinnen, rechte geistige Sammlung. Dies, ihr Bhikkhus, war die alte Straße, der alte Weg, von den Allbuddhas früherer Zeit begangen. Ich folgte der Straße, und ihr folgend begriff ich Alter und Tod, begriff ich den Ursprung von Alter und Tod, begriff ich die Aufhebung von Alter und Tod, begriff ich den zur Aufhebung von Alter und Tod führenden Weg.

 

23-31. Ich folgte der Straße und ihr folgend begriff ich Geburt - begriff ich Werden - begriff ich Erfassen - begriff ich Durst - begriff ich Empfindung - begriff ich Berührung - begriff ich die sechs Sinnesbereiche - begriff ich Name und Form - begriff ich Bewußtsein.-

 

32. Ich folgte der Straße und ihr folgend begriff ich die Gestaltungen, begriff ich den Ursprung der Gestaltungen, begriff ich den zur Aufhebung der Gestaltungen führenden Weg.

 

33. Nachdem ich das begriffen, lehrte ich es die Bhikkhus und die Bhikkhunís, die Laienbrüder und die Laienschwestern. Und es ist dieser heilige Wandel reich und blühend, weit verbreitet, vielen Menschen zu eigen *f191), vermehrt, wohl verkündet unter Göttern und Menschen *f192)."

 




*f190) P. uddápavantam. Über uddápa (= skr. udvápa) vgl. jetzt Rhys Davids und Stede, Páli Dict. u. d. W. Das Beiw. dalhuddápa "mit festen Dämmen" finde ich Dígha II. 83.9, III. 101.1; S. IV (so!), 194.11. Das Adj. uddápavant wird von Stede auch . VI (so!), 536.3 statt uddhá pavattam hergestellt. Der Komm. hat hier die Wiedergabe durch tíramaryádabandhana. Wtl. bedeutet uddápa "Aufwurf". Es handelt sich also um Dämme zur Regulierung der Flußläufe.



*f191) Es ist wohl báhujañña statt bahu° zu lesen. Vgl. Dígha II, S. 219.11; Samy. V, S.262.10; Angutt. IV, S.311.19.



*f192) Mit Recht hat Mrs. Rhys Davids (Samy., transl. II, S. 75, N.1) darauf hingewiesen, daß nach dem Kommentar yáva devamanussehi suppakástam zu lesen ist. Ich halte yáva für die Praep., die den Abl. regiert, in der urspr. Bedeutung "über das Gebiet von . . . hin" - also: so weit es G. und M. gibt.






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