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Zu unserem Sutta 1 bis
18 vergleiche man oben die Sutta 4 und 10 mit den einleitenden Bemerkungen,
sowie aus dem Mahápadánasutta, Nr. 14 des Dígha, die Paragraphen 2. 18ff. (= D.
II. S.30ff.), wo wie in Samy. 12. 4 die ganze Erörterung dem Buddha Vipassin in
den Mund gelegt wird. Mit der Version des Dígha hat unser Sutta, wie unten
Sutta 67, das gemein, daß die Nidánareihe nur bis zum Begriff viññána "Bewußtsein
verfolgt wird. Hier wird in sie umgebogen, indem die Erörterung das Bewußtsein
durch námarúpa bedingt sein läßt, wie dieses seinerseits durch viññána
bedingt ist. Das "Nichtwissen und die "Gestaltungen" - der
voraufgehenden Existenz angehörig - bleiben außer Betracht.
1.
(Ort der Begebenheit:) Sávatthí.
2.
"Vor meiner Erleuchtung, ihr Bhikkhus, da ich noch nicht vollkommen
erleuchtet, noch ein Bodhisatta war, kam mir der Gedanke: In Mühsal wahrlich
ist diese Welt geraten. Man wird geboren und altert und stirbt und scheidet aus
dem Dasein und wird wiedergeboren. Aber man findet doch keinen Ausweg aus
diesem Leiden. Wann wird man denn doch einen Ausweg finden aus diesem Leiden,
aus Alter und Tod?
3.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß
Alter und Tod entsteht, aus welcher Ursache geht Alter und Tod hervor?
4.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Geburt vorhanden ist, entsteht Alter und Tod; aus der Geburt als Ursache
geht Alter und Tod hervor.
5.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß
Geburt entsteht, - daß Werden entsteht, - daß Erfassen entsteht, - daß Durst
entsteht, - daß Empfindung entsteht, - daß Berührung entsteht, - daß die sechs
Sinnesbereiche entstehen, - daß Name und Form entsteht; aus welcher Ursache geht
Name und Form hervor?
6.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Bewußtsein vorhanden ist, entsteht Name und Form; aus Bewußtsein als
Ursache geht Name und Form hervor?
7.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß
Bewußtsein entsteht; aus welcher Ursache geht das Bewußtsein hervor?
8.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Name und Form vorhanden ist, entsteht das Bewußtsein; aus Name und Form
als Ursache geht das Bewußtsein hervor.
9.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Es kehrt hier das Bewußtsein um, über
Name und Form geht es nicht weiter hinaus. Dadurch wird man geboren und altert
und stirbt und scheidet aus dem Dasein aus und wird wiedergeboren, daß hier aus
Name und Form als Ursache das Bewußtsein entsteht. Aus dem Bewußtsein als
Ursache entsteht Name und Form; aus Name und Form als Ursache entstehen die
sechs Sinnesbereiche; aus den sechs Sinnesbereichen als Ursache entsteht die
Berührung; aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung; aus der
Empfindung als Ursache entsteht der Durst; aus dem Durst als Ursache entsteht
das Erfassen; aus dem Erfassen als Ursache entsteht das Werden; aus dem Werden
als Ursache entsteht die Geburt; aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und
Tod, Schmerz, Kummer, Leid, Betrübnis und Verzweiflung. Auf solche Art kommt
der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zu stande.
10.
Der Ursprung, der Ursprung: damit erstand mir, ihr Bhikkhus, in bezug auf
früher nie gehörte Dinge Einsicht, erstand mir Verständnis, erstand mir
Erkenntnis, erstand mir Wissen, erstand mir Klarheit.
11.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein,
daß Alter und Tod nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung von A1ter
und Tod hervor?
12.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Geburt nicht vorhanden istr entsteht Alter und Tod nicht; aus der
Aufhebung der Geburt geht Aufhebung von Alter und Tod hervor.
13.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein,
daß Geburt nicht entsteht, - daß Werden nicht entsteht, - daß Erfassen nicht
entsteht, - daß Durst nicht entsteht, - daß Empfindung nicht entsteht, - daß
Berührung nicht entsteht, - daß die sechs Sinnesbereiche nicht entstehen, - daß
Name und Form nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung von Name und
Form hervor?
14.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Bewußtsein nicht vorhanden ist, entsteht Name und Form nicht; aus der
Aufhebung des Bewußtseins geht Aufhebung von Name und Form hervor.
15.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn nicht vorhanden sein,
daß Bewußtsein nicht entsteht; aus wessen Aufhebung geht Aufhebung des
Bewußtseins hervor?
16.
Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil:
Wenn Name und Form nicht vorhanden ist, entsteht Bewußtsein nicht; aus der
Aufhebung von Name und Form geht Aufhebung des Bewußtseins hervor.
17.
Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Erreicht ist von mir der Weg zur
Erleuchtung, nämlich (die Erkenntnis): aus der Aufhebung von Name und Form geht
Aufhebung des Bewußtseins hervor; aus der Aufhebung des Bewußtseins geht
Aufhebung von Name und Form hervor; aus der Aufhebung von Name und Form geht
Aufhebung der sechs Sinnesbereiche hervor; aus der Aufhebung der sechs
Sinnesbereiche geht Aufhebung der Berührung hervor; aus der Aufhebung der
Berührung geht Aufhebung der Empfindung hervor; aus der Aufhebung der
Empfindung geht Aufhebung des Durstes hervor; aus der Aufhebung des Durstes
geht Aufhebung des Erfassens hervor; aus der Aufhebung des Erfassens geht
Aufhebung des Werdens hervor; aus der Aufhebung des Werdens geht Aufhebung der
Geburt hervor; aus der Aufhebung der Geburt geht Aufhebung von Alter und Tod
hervor. Auf solche Art kommt die Aufhebung der ganzen Masse des Leidens zu
stande.
18.
Die Aufhebung, die Aufhebung: damit erstand mir, ihr Bhikkhus, in bezug auf
früher nie gehörte Dinge Einsicht, erstand mir Verständnis, erstand mir
Erkenntnis, erstand mir Wissen, erstand mir Klarheit.
19.
Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn ein Mann, in der Wildnis im Walde wandernd,
eine alte Straße erblickte, einen alten Weg, von Menschen früherer Zeit
begangen. Und er folgte der Straße, und ihr folgend erblickte er eine alte
Stadt, eine alte Residenz, von Menschen früherer Zeit bewohnt, mit Gärten
ausgestattet, mit Hainen ausgestattet, mit Teichen ausgestattet, mit Dämmen
*f190) versehen, voll Anmut.
20.
Und der Mann, ihr Bhikkhus, berichtete das dem Könige oder einem hohen Beamten
des Königs: ,Nimm gütigst Kenntnis, Herr! Ich erblickte, in der Wildnis im
Walde wandernd, eine alte Straße, einen alten Weg, von Menschen früherer Zeit
begangen. Ich folgte der Straße, und ihr folgend erblickte ich eine alte Stadt,
eine alte Residenz, von Menschen früherer Zeit bewohnt, mit Gärten
ausgestattet, mit Hainen ausgestattet, mit Teichen ausgestattet, mit Dämmen versehen,
voll Anmut. Lasse du, Herr, diese Stadt (wieder) aufbauen!'
21.
Und es ließe, ihr Bhikkhus, der König oder der hohe Beamte des Königs die Stadt
(wieder) aufbauen, und es wäre die Stadt in der Folgezeit reich und blühend,
wohl bevölkert und gedrängt voll Menschen, zu Wachstum und Gedeihen gekommen:
Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, erblickte ich eine alte Straße, einen alten Weg, von
den Allbuddhas früherer Zeit begangen.
22.
Und welches war, ihr Bhikkhus, die alte Straße, der alte Weg, von den Allbuddhas
früherer Zeit begangen? Es war das dieser edle achtgliedrige Pfad, näntlich
rechte Anschauung, rechtes Wollen, rechtes Reden, rechtes Tun, rechte
Lebensführung, rechtes Sichbemühen, rechtes Sichbesinnen, rechte geistige
Sammlung. Dies, ihr Bhikkhus, war die alte Straße, der alte Weg, von den
Allbuddhas früherer Zeit begangen. Ich folgte der Straße, und ihr folgend
begriff ich Alter und Tod, begriff ich den Ursprung von Alter und Tod, begriff
ich die Aufhebung von Alter und Tod, begriff ich den zur Aufhebung von Alter
und Tod führenden Weg.
23-31.
Ich folgte der Straße und ihr folgend begriff ich Geburt - begriff ich Werden -
begriff ich Erfassen - begriff ich Durst - begriff ich Empfindung - begriff ich
Berührung - begriff ich die sechs Sinnesbereiche - begriff ich Name und Form -
begriff ich Bewußtsein.-
32.
Ich folgte der Straße und ihr folgend begriff ich die Gestaltungen, begriff ich
den Ursprung der Gestaltungen, begriff ich den zur Aufhebung der Gestaltungen
führenden Weg.
33.
Nachdem ich das begriffen, lehrte ich es die Bhikkhus und die Bhikkhunís, die
Laienbrüder und die Laienschwestern. Und es ist dieser heilige Wandel reich und
blühend, weit verbreitet, vielen Menschen zu eigen *f191), vermehrt,
wohl verkündet unter Göttern und Menschen *f192)."
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