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Samyutta Nikáya

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  • 12. Nidána-Samyutta - Von den Ursachen
    • 61-70 Mahávagga - Der Große Abschnitt
      • S.12.68. Kosambi
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S.12.68. Kosambi

 

Die Stadt Kosambi (= skr. Kausámbí) ist am Ganges oberhalb der Vereinigung mit der Yamuná in der Gegend des heutigen Khága gelegen. Der Ghositáráma, ein Klostergarten daselbst, wird in den Nikayas häufig als Aufenthaltsort des Buddha und seiner Schüler erwähnt. Über den Thera Savittha s. die Einleitung zum vor. Sutta. Sonst wird außer Ananda in den Nikayas meines Wissens nur noch Nárada erwähnt, nämlich Anguttara, Pañcakanipáta 50. 1ff. (III. 57ff.)

Die Klimax in 2 (P. saddhá, ruci, anussava, ákárapanvitakka, ditthinijjhánakhanti) findet sich auch im Majjhima, Nr. 95 (= II, S. 170), 101 (= II, S. 218), 102 (= II, S. 234) und Samyutta 35. 152 (= IV. 138ff.). Im Anguttara, Cattukkanipáta 193 (= II, 191) begegnen uns anussava, ákáraparivitakha und ditthinijjhánakhanti in anderer Verbindung. Es handelt sich um die Vorstufen, die auf den Heilsweg führen. Zu ditthinijjhánakhanti ist dhammanijjhánakhanti (M. und W. Geiger, Páli Dhamma, S. 35 mit Anm. 1 und S. 50) zu vergleichen. Wie jenem ákáraparivittaka, so geht diesem atthúpaparikkhá vorher. Es ergibt sich also eine Bedeutungsverwandtschaft dieser beiden Termini. Die Klimax beginnt mit dem "Glauben", d. h. dem Vertrauen zu einem der Lehrer, in diesem Fall zum Buddha, daß er die Wahrheit spricht (Kommentar II. 156 l.Z. "er nimmt an: was dieser spricht, das ist wahr"). Es folgt dann das "Wohlgefallen" an dem Gehörten und infolge dessen das "wiederholte Hören" der Vorträge des Lehrers. Der nächste Schritt ist dann das "Erwägen der Gründe" also die kritische Prüfung des Gehörten, und der letzte die "Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung". Genauer ausgedrückt ist das der Zustand, wo sich der Gegenstand dem eindringenden Verständnis erschließt. Denn man sagt z. B. dhammá nijjhánam khamanti, wtl. "die Objekte statten die geistige Versenkung".

 

1. Einstmals verweilten der ehrwürdige Musíla und der ehrwürdige Savittha und der ehrwürdige Nárada und der ehrwürdige Ananda in Kosambi im Ghositáráma.

 

2. Da sprach der ehrwürdige Savittha zu dem ehrwürdigen Musíla also: "Außer dem Glauben, verehrter Musíla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musíla noch die persönliche Erkenntnis *f211): aus der Geburt als Ursache entsteht Alter und Tod?"

 

3. "Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Geburt als Ursache entstehen Alter und Tod."

 

4-13. "Außer dem Glauben, verehrter Musíla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musíla noch die persönliche Erkenntnis: aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt - aus dem Erfassen als Ursache entsteht das Werden - aus dem Durst als Ursache entsteht das Erfassen - aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst - aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung - aus den sechs Sinnesbereichen als Ursache entsteht die Berührung - aus Name und Form als Ursache entstehen die sechs Sinnesbereiche - aus dem Bewußtsein als Ursache entstehen Name und Form - aus den Gestaltungen als Ursache entsteht das Bewußtsein - aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen?"

 

14. "Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus dem Werden als Ursache entsteht die Geburt usw. (= 4-13) . . . aus dem Nichtwissen als Ursache entstehen die Gestaltungen."

 

15. Außer dem Glauben verehrter Musíla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musíla noch die persönliche Erkenntnis: aus der Aufhebung der Geburt folgt Aufhebung von Alter und Tod?"

 

16. "Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die wahre Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Aufhebung der Geburt folgt Aufhebung von Alter und Tod."

 

17-24. "Außer dem Glauben, verehrter Musíla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musíla noch die persönliche Erkenntnis: aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt - aus der Aufhebung des Erfassens folgt Aufhebung des Werdens - aus der Aufhebung des Durstes folgt Aufhebung des Erfassens - aus der Aufhebung der Empfindung folgt Aufhebung des Durstes - aus der Aufhebung der Berührung folgt Aufhebung der Empfindung - aus der Aufhebung der sechs Sinnesbereiche folgt Aufhebung der Berührung - aus der Aufhebung von Name und Form folgt Aufhebung der sechs Sinnesbereiche - aus der Aufhebung des Bewußtseins folgt Aufhebung von Name und Form - aus der Aufhebung der Gestaltungen folgt Aufhebung des Bewußtseins - aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen?"

 

25. "Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: aus der Aufhebung des Werdens folgt Aufhebung der Geburt usw. usw. (= 17-24) . . . aus der Aufhebung des Nichtwissens folgt Aufhebung der Gestaltungen."

 

26. "Außer dem Glauben, verehrter Musíla, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung - besitzt (außerdem) der ehrwürdige Musíla noch die persönliche Erkenntnis: Aufhebung des Werdens ist das Nirvana?"

 

27. "Außer dem Glauben, verehrter Savittha, außer dem Wohlgefallen, außer dem wiederholten Hören, außer dem Erwägen der Methode und außer der Fähigkeit der geistigen Versenkung in die rechte Anschauung erkenne ich dies und sehe ich dies: Aufhebung des Werdens ist das Nirvana."

 

28. "Dann ist also der ehrwürdige Musíla ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind."

 

29. Auf dieses Wort hin schwieg der ehrwürdige Musíla stille.

 

30. Da nun sprach der ehrwürdige Nárada zu dem ehrwürdigen Savittha also: "Gerne möchte ich, verehrter Savittha, diese Frage gestellt bekommen. Frage mich diese Frage, ich werde dir diese Frage beantworten."

 

31. "Es soll der ehrwürdige Nárada diese Frage gestellt bekommen. Ich frage den ehrwürdigen Nárada diese Frage, und es soll mir der ehrwürdige Nárada diese Frage beantworten."

 

32-57. "Außer dem Glauben, verehrter Nárada, usw. usw. . . .

 

Es wird nun das ganze Gespräch 2 bis 27 wiederholt mit dem Unterschied, daß der Name des Nárada an Stelle des Namens des Musíla eingesetzt wird.

Aufhebung des Werdens ist das Nirvana."

 

58. "Dann ist also der ehrwürdige Nárada ein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse aufgehoben sind."

 

59. "Aufhebung des Werdens ist das Nirvana: das habe ich ja, Verehrter, der Wirklichkeit gemäß in richtiger Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind.

 

60. Gerade so, Verehrter, wie wenn da am Wege durch eine Wildnis ein Brunnen *f212) wäre. Es wäre da aber kein Wasserkrug mit einem Seil. Und es käme da ein Mann herbei, von Hitze gequält, von Hitze erschöpft, ermüdet, lechzend, durstig. Der erblickte den Brunnen, und er wüßte auch es ist Wasser drinnen; aber er vermöchte es doch nicht mit dem Körper zu berühren.

 

61. Ganz ebenso, Verehrter, habe ich, daß Aufhebung des Werdens Nirvana ist, der Wirklichkeit gemäß in richtiger Erkenntnis wohl gesehen; aber ich bin kein Arahant, bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind."

 

62. Auf dieses Wort hin sprach der ehrwürdige Ananda zu dem ehrwürdigen Savittha also: "Wenn du dieser Anschauung bist *f213), verehrter Savittha, was sagst du dann zu dem ehrwürdigen Nárada?"

 

63. "Da ich dieser Anschauung bin, verehrter Ananda, so sage ich zu dem ehrwürdigen Nárada, nichts als nur Schönes, als nur Gutes."

 

 




*f211) P. paccattam eva ñánam, d. h. ist ihm diese Erkenntnis zum vollen inneren Eigentum geworden, ist sie ihm, so zu sagen, in Fleisch und Blut übergegangen.



*f212) P. udapána. Der Kommentar (II. 157 l.Z.) erklärt das Wort mit "eine zwanzig bis dreißig Ellen tiefe Wassergrube".



*f213) P. evamvádin, wtl. "so belehrend, so verkündigend". Savittha ist also gleichfalls der Anschauung, daß Nárada trotz seiner Erkenntnis noch nicht die Stufe der Arahant erreicht hat. Er will ihm daraus aber keinen Vorwurf machen, sondern ihm freundlich zusprechen, damit er in seinem Streben nicht erlahme.







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