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S.15.3. Tränen
1.
(Ort der Begebenheit:) Sávatthí.
2.
"Unbekannten Anfangs, ihr Bhikkhus, ist dieser Umlauf der Geburten; nicht
kennt man einen ersten Beginn bei den Wesen, die, in dem Hemmnis des
Nichtwissens, in der Fessel des Durstes gefangen, (von Geburt zu Geburt)
umherwandern und umherlaufen.
3.
Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Was ist wohl mehr: die Tränen, die euch
entströmt und die von euch vergossen worden *f34), da ihr, so lange
Zeit hindurch (von Geburt zu Geburt) umherwandernd und umherlaufend, über
Vereinigung mit Unliebem und über Trennung von Liebem klagtet und weintet, oder
das Wasser in den vier großen Meeren?"
4.
"Wie wir, Herr, die von dem Erhabenen gepredigte Lehre verstehen, sind
mehr die Tränen, die uns entströmt und die von uns vergossen worden, Herr, da
wir, so lange Zeit hindurch (von Geburt zu Geburt) umherwandernd und
umherlaufend, über Vereinigung mit Unliebem und über Trennung von Liebem
klagten und weinten, als das Wasser in den vier großen Meeren."
(Über die vier Meere im
Osten, Süden, Westen und Norden, in die nach buddhistischer Kosmographie der mahásamudda
zerfällt, s. Kirfel, Kosmographie der Inder S. 183.)
5.
"Gut, gut, ihr Bhikkhus! Gut ja versteht ihr Bhikkhus auf diese Art die
von mir gepredigte Lehre.
6.
Mehr sind, ihr Bhikkhus, die Tränen, die euch entströmt und die von euch
vergossen worden, da ihr, so lange Zeit hindurch (von Geburt zu Geburt)
umherwandernd und umherlaufend, über Vereinigung mit Unliebem und über Trennung
von Liebem klagtet und weintet, als das Wasser in den vier großen Meeren.
7.
Lange Zeit hindurch ist von euch, ihr Bhikkhus, der Tod der Mutter ausgekostet
worden. *f36) (Mehr waren) die Tränen, die euch entströmt und die von
euch vergossen worden, da ihr, den Tod der Mutter auskostend, über Vereinigung
mit Unliebem und über Trennung von Liebem klagtet und weintet, als das Wasser
in den vier großen Meeren.
8-14.
Lange Zeit hindurch ist von euch, ihr Bhikkhus, der Tod des Vaters ausgekostet
worden *f37) - ist der Tod des Bruders ausgekostet worden - ist der Tod
der Schwester ausgekostet worden - ist der Tod des Sohnes ausgekostet worden -
ist der Tod der Tochter ausgekostet worden - ist der Verlust von Verwandten
ausgekostet worden - ist der Verlust des Vermögens ausgekostet worden -.
(Die einzelnen Stücke
sind nach dem Muster von 7 und 15 ausgeführt zu denken.)
15.
Lange Zeit hindurch ist von euch, ihr Bhikkhus, das Elend der Krankheit
ausgekostet worden. (Mehr waren) die Tränen, die euch entströmt und die von
euch vergossen worden, da ihr, das Elend der Krankheit auskostend, über Vereinigung
mit Unliebem und über Trennung von Liebem klagtet und weintet, als das Wasser
in den vier großen Meeren.
16.
Warum das? Unbekannten Anfangs, ihr Bhikkhus, ist dieser Umlauf der Geburten;
nicht kennt man einen ersten Beginn (*) bei den Wesen, die, in dem Hemmnis des
Nichtwissens, in der Fessel des Durstes gefangen, (von Geburt zu Geburt)
umherwandern und umherlaufen.
17.
Nunmehr aber, ihr Bhikkhus, habt ihr wohl Ursache genug, Widerwillen zu fassen
gegen alle Gestaltungen, habt Ursache genug, gegen sie gleichgültig zu werden,
habt Ursache genug, von ihnen euch loszulösen".
(*)
P. pubbá koti, bezieht sich nach dem Komm. II. 197.16 ebenso wohl auf
den Anfang wie auf das nicht abzusehende Ende.
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