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S.16.3. Dem Monde gleich
Das
Sutta ist übersetzt von Warren, Buddhism in Translations, S. 417.
1.
Ort der Begebenheit Sávatthí.
2.
"Dem Monde gleich *f55), ihr Bhikkhus, sollt ihr die Familien (auf
dem Bettelgang) aufsuchen, ferne haltend den Körper, ferne haltend den Geist,
immer neu willkommen *f56) in den Familien, nie unbescheiden.
3.
Das ist gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn ein Mann in eine alte Zisterne
hinunter schaut oder in einen Bergabgrund oder in den Steilabsturz eines
Flußufers *f57), ferne haltend den Körper, ferne haltend den Geist.
Ebenso sollt ihr Bhikkhus dem Monde gleich die Familien (auf dem Bettelgang)
aufsuchen, ferne haltend den Körper, ferne haltend den Geist, immer neu willkommen
in den Familien, nie unbescheiden.
4.
Kassapa, ihr Bhikkhus, sucht dem Monde gleich die Familien (auf dem Bettelgang)
auf, ferne haltend den Körper, ferne haltend den Geist, immer neu willkommen in
den Familien, nie unbescheiden.
5.
Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Was für ein Bhikkhu darf die Familien (auf
dem Bettelgang) aufsuchen?"
6.
"Im Erhabenen, Herr, wurzeln unsere Lehrmeinungen, vom Erhabenen werden
sie geleitet, auf den Erhabenen stützen sie sich. Wohlan denn, Herr, dem
Erhabenen wolle der Sinn des Gesagten aufleuchten; vom Erhabenen ihn hörend
werden die Bhikkhus ihn erfassen."
7.
Da schüttelte der Erhabene seine Hand in der freien Luft: "Das ist gerade
so, ihr Bhikkhus, wie diese meine Hand an der freien Luft nicht haftet, von ihr
nicht erfaßt und nicht festgehalten wird. Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, ist irgend
ein Bhikkhu, dessen Denken, wenn er die Familien (auf dem Bettelgang) aufsucht,
an den Familien nicht haftet, von ihnen nicht erfaßt und nicht festgehalten
wird, in dem Gedanken: 'die Gewinn wünschen, sollen gewinnen; die Verdienst
wünschen, sollen verdienstliche Werke tun' ebenso befriedigten Herzens und froh
über den Gewinn anderer, wie er zufriedenen Herzens und froh ist über den
eigenen Gewinn.
(Die Einteilung des
Textes in der Ausgabe der Páli Text Society (L. Feer) ist irre führend. Das iti
hinter dem Satze labhantu bis puññáni zeigt, daß er zum
folgenden gehört, das durch ihn erklärt und begründet wird. Die lábhakámá sind
die Bhikkhus; denn lábha umfaßt alle die Erträgnisse, die sich für sie
aus den Spenden der Frommen ergeben. Die puññakámá sind eben diese
frommen Laien, die sich durch ihre Spenden ein Verdienst erwerben, für das der
Lohn ihnen im gegenwärtigen Leben wie in künftigen Existenzen zukommen wird.)
8.
Ein solcher Bhikkhu, ihr Bhikkhus, darf die Familien aufsuchen.
9.
Des Kassapa Denken, ihr Bhikkhus, wenn er die Familien (auf dem Bettelgang)
aufsucht, haftet nicht an den Familien, wird von ihnen nicht erfaßt und nicht
festgehalten. In dem Gedanken: 'die Gewinn wünschen, sollen gewinnen; die
Verdienst wünschen, sollen verdienstliche Werke tun' ist er ebenso befriedigten
Herzens und froh über den Gewinn der anderen, wie er zufriedenen Herzens und
froh ist über den eigenen Gewinn.
10.
Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Was für eines Bhikkhu Lehrpredigt ist nicht
vollkommen lauter? Was für eines Bhikkhu Lehrpredigt ist vollkommen
lauter?"
11.
"Im Erhabenen, Herr, wurzeln unsere Lehrmeinungen, vom Erhabenen werden
sie geleitet, auf den Erhabenen stützen sie sich. Wohlan denn, Herr, dem
Erhabenen wolle der Sinn des Gesagten aufleuchten; vom Erhabenen ihn hörend
werden die Bhikkhus ihn erfassen."
12.
"So höret denn zu, ihr Bhikkhus, merket wohl auf; ich will es euch
verkünden." "Wohl, Herr!" erwiderten die Bhikkhus aufhorchend
dem Erhabenen.
13.
Der Erhabene sprach also. "Wenn da irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit
diesen Gedanken anderen die Lehre predigt: 'wohlan denn, sie sollen von mir die
Lehre hören; und wenn sie von mir die Lehre gehört haben, sollen sie dran
Wohlgefallen finden; und wenn sie Wohlgefallen dran gefunden haben, sollen sie
so tun wie solche, die Wohlgefallen gefunden haben' *f59): eines
solchen Bhikkhu Lehrpredigt, ihr Bhikkhus, ist nicht vollkommen lauter.
14.
Wenn da aber irgend ein Bhikkhu, ihr Bhikkhus, mit diesen Gedanken anderen die
Lehre predigt: 'wohl verkündet ist vom Erhabenen die Lehre, im gegenwärtigen
Dasein schon wirkend, an keine Zeit gebunden, zu ihrer Betrachtung einladend,
zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu verstehen von den Einsichtigen; wohlan
denn, sie sollen von mir die Lehre hören; und wenn sie sie gehört haben, sollen
sie die Lehre verstehen; und wenn sie die Lehre verstanden haben, sollen sie
danach streben, so zu werden (wie es die Lehre vorschreibt).' Wegen der
Vortrefflichkeit der Lehre predigt er so anderen die Lehre; aus Erbarmen, aus
Mildherzigkeit, aus Mitleid predigt er anderen die Lehre. Eines solchen Bhikkhu
Lehrpredigt, ihr Bhikkhus, ist vollkommen lauter.
15.
Kassapa, ihr Bhikkhus, predigt mit diesen Gedanken anderen die Lehre: 'wohl
verkündet ist vom Erhabenen die Lehre, im gegenwärtigen Dasein schon wirkend,
an keine Zeit
gebunden,
zu ihrer Betrachtung einladend, zum Ziele führend, aus eigener Kraft zu
verstehen von den Einsichtigen; wohlan denn, sie sollen von mir die Lehre
hören; und wenn sie sie gehört haben, sollen sie die Lehre verstehen; und wenn
sie die Lehre verstanden haben, sollen sie danach streben, so zu werden.' Wegen
der Vortrefflichkeit der Lehre predigt er so anderen die Lehre; aus Erbarmen,
aus Mildherzigkeit, aus Mitleid predigt er anderen die Lehre.
16.
Mit (dem Beispiel des) Kassapa, ihr Bhikkhus, will ich euch ermahnen, oder mit
(dem Beispiel von) einem, der dem Kassapa ähnlich ist. Seid ihr aber ermahnt,
so müßt ihr danach streben, so (wie er) zu werden."
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