|
S.16.6. Ermahnung (1)
1.
(Ort der Begebenheit:) in Rájagaha, im Bambushain.
2.
Und es begab sich der ehrwürdige Mahákassapa dorthin, wo der Erhabene sich
befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll
begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.
3.
Zu dem zur Seite sitzenden ehrwürdigen Mahákassapa sprach dann der Erhabene
also: "Ermahne die Bhikkhus, Kassapa, halte den Bhikkhus eine Lehrpredigt,
Kassapa, entweder ich, Kassapa, will die Bhikkhus ermahnen, oder du; entweder
ich will den Bhikkhus eine Lehrpredigt halten, oder du."
4.
"Schwer zu reden, Herr, ist ja gegenwärtig zu den Bhikkhus *f64);
sie haben Eigenschaften an sich, die es schwer machen, zu ihnen zu reden
*f65); sie sind unzugänglich *f66), nehmen einen Zuspruch ohne
Ehrerbietung *f67) hin. Da habe ich, Herr, den Bhikkhu Bhanda mit
Namen, den Zellgenossen des Ananda, gesehen und den Bhikkhu Ábhiñjika mit
Namen, den Zellgenossen des Anuruddha, wie sie einander zum Hören aufforderten
*f68): komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer
wird länger reden?"
5.
Da nun sprach der Erhabene einen Bhikkhu an: "Gehe du, Bhikkhu,und sprich
in meinem Namen zu dem Bhikkhu Bhanda, dem Zellgenossen des Ananda, und zu dem
Bhikkhu Ábhiñjika, dem Zellgenossen des Anuruddha: der Meister will die
Ehrwürdigen sprechen."
6.
"Ja, Herr!" erwiderte aufhorchend der Bhikkhu dem Erhabenen und begab
sich dorthin, wo jene Bhikkhus sich befanden. Nachdem er sich dorthin begeben
hatte, sprach er zu den Bhikkhus also: "Der Meister will die Ehrwürdigen
sprechen."
7.
"Ja, Verehrter", erwiderten jene aufhorchend dem Bhikkhu und begaben
sich dorthin, wo der Erhabene sich befand, und nachdem sie sich dorthin begeben
und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatten, setzten sie sich zur Seite
nieder.
8.
Zu den zur Seite sitzenden Bhikkhus sprach dann der Erhabene also: "Habt
ihr wirklich, ihr Bhikkhus, einander zum Hören aufgefordert komm, Bhikkhu! Wer
wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?" -
"Ja, Herr!"
9.
"Versteht aber denn ihr Bhikkhus die von mir gepredigte Lehre also:
kommet, ihr Bhikkhus, und fordert einander zum Hören auf: komm, Bhikkhu! Wer
wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer wird länger reden?" -
"Nein, Herr, das ist nicht der Fall."
10.
"Wenn ihr Bhikkhus nun aber doch die von mir gepredigte Lehre nicht also
versteht, was wissend und was schauend fordert dann ihr Toren, die ihr in der
so wohl verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen
habt, einander zum Hören auf: komm Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird
schöner reden? Wer wird länger reden?"
11.
Da nun warfen sich jene Bhikkhus mit der Stirne zu Füßen des Erhabenen nieder
und sprachen zu dem Erhabenen also: "Eine Verfehlung, Herr, hat uns
übermannt wie Toren, wie Verblendete, wie Böse, daß wir, die wir in der so wohl
verkündeten Lehre und Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen haben,
einander zum Hören aufforderten: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird
schöner reden? Wer wird länger reden? Möge der erhabene Herr dies unser
Bekenntnis der Verfehlung als einer Verfehlung entgegennehmen, damit wir
fürderhin davor uns hüten."
12.
"Wahrlich, ihr Bhikkhus, eine Verfehlung hat euch übermannt wie Toren, wie
Verblendete, wie Böse, daß ihr, die ihr in der so wohl verkündeten Lehre und
Regel die Zeremonie der Weltabkehr vollzogen habt, einander zum Hören
auffordertet: komm, Bhikkhu! Wer wird mehr reden? Wer wird schöner reden? Wer
wird länger reden? Da ihr Bhikkhus nun aber die Verfehlung als Verfehlung
anseht und der Vorschrift gemäß sühnt, so nehmen wir dies euer (Bekenntnis)
entgegen.
13.
Eine Förderung ist das, ihr Bhikkhus, für den Edlen in der Zucht, wenn er seine
Verfehlung als Verfehlung ansieht, der Vorschrift gemäß sie sühnt und fürderhin
davor sich zu hüten bestrebt ist."
|