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S.17.9. Der Veramba-Wind
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster Anáthapindikas.
2.
Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" -
"Ja, o Herr!" erwiderten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun
sprach also:
"Schlimm
(in ihren Folgen), o Mönche, sind Gewinn, Ehre und Ruhm, einschneidend und
harsch sind sie (in ihren Wirkungen), ein Hindernis bilden sie für die
Erreichung der höchsten Bürdenfreiheit.
3.
Hoch im Luftraum *f11), ihr Mönche, wehen Winde, Veramba genannt. Einen
Vogel, der dort fliegt, den werfen diese Veramba-Winde umher. Wenn er von diesem
Veramba-Wind umhergeworfen wird, gehen die Beine in die eine Richtung, die
Flügel in eine andere, der Kopf in eine, der Körper in eine andere Richtung.
4.
Ebenso auch, ihr Mönche, hat sich da ein Mönch am Morgen angekleidet, hat
Gewand und Schale genommen und geht in ein Dorf oder eine Ortschaft um
Almosenspeise - mit unbewachtem Körper, unbewachter Rede, unbewachtem Geiste,
ohne die Achtsamkeit gewärtig zu halten, mit ungezügelten Sinnen.
5.
Der sieht dort eine Frau, spärlich bekleidet, spärlich verhüllt. Hat er die
Frau gesehen, spärlich bekleidet, spärlich verhüllt, so verdirbt Gier sein
Herz. Mit gierverderbtem Herzen gibt er die Übungsregel (des Mönchtums) auf und
wendet sich wieder dem niederen (Weltleben) zu. Dann nehmen andere sein Gewand,
andere nehmen seine Schale, andere seine Matte, andere seinen Nadelbehälter -
so wie bei dem vom Veramba-Wind umhergeworfenen Vogel.
6.
So schlimm (in ihren Folgen) sind Gewinn, Ehre und Ruhm, einschneidend und
harsch sind sie (in ihren Wirkungen), ein Hindernis bilden sie für die
Erreichung der höchsten Bürdenfreiheit.
7.
Daher, o Mönche, sollt ihr also üben: 'Gewinn, Ehre und Ruhm, die uns
entstanden, wollen wir aufgeben, und nicht sollen Gewinn, Ehre und Ruhm, die
uns entstanden, unser Herz umstrickend (und darin haften) bleiben!'
8.
So, wahrlich, o Mönche, sollt ihr üben!"
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