|
S.21.3. Ein Gespräch
vermittels der Himmlischen Sinne
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster Anáthapindikas.
2.
Damals nun weilten der Ehrwürdige Sáriputta und der Ehrwürdige Mahá-Moggallána
bei Rájagaha, im Bambushain, am Fütterungsplatz der Eichhörnchen, (und sie
wohnten dort) in der gleichen Klause.
3.
An einem Abend, nachdem sich der Ehrwürdige Sáriputta aus der Zurückgezogenheit
erhoben hatte, begab er sich zum Ehrwürdigen Mahá-Moggallána, und nach
Austausch höflicher, freundlicher Begrüßung setzte er sich zur Seite nieder.
4.
Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Sáriputta zum Ehrwürdigen
Mahá-Moggallána also: "Heiter, Bruder Moggallána, sind deine Gesichtszüge,
rein und lauter ist die Farbe deines Antlitzes. Es weilte wohl heute der Ehrwürdige
Mahá-Moggallána in einer friedvollen geistigen Weilung?" - "In einer
geistigen Weilung gröberer Art *f34), o Bruder, habe ich heute geweilt.
Doch ein Lehrgespräch habe ich heute geführt."
5.
"Mit wem wohl hat der Ehrwürdige ein Lehrgespräch geführt?" -
"Mit dem Erhabenen, o Bruder, habe ich ein Lehrgespräch geführt."
6.
"Weit, Bruder, weilt jetzt der Erhabene, zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster des Anáthapindika! Wie nun, hat sich da wohl der Ehrwürdige
Mahá-Moggallána durch magische Macht zum Erhabenen begeben oder hat sich der
Erhabene durch magische Macht zum Ehrwürdigen MaháMoggallána begeben?"
7.
"Nicht habe ich mich, Bruder, durch magische Macht zum Erhabenen begeben,
und es hat sich auch nicht der Erhabene durch magische Macht zu mir begeben.
Vielmehr, in demselben Maße wie bei mir war beim Erhabenen das Himmlische Auge
und das Himmlische Ohr geläutert, und auch in demselben Maße wie beim Erhabenen
war bei mir das Himmlische Auge und das Himmlische Ohr geläutert *f35)."
8.
"Welch Lehrgespräch hat nun der Ehrwürdige Mahá-Moggallána mit dem
Erhabenen geführt?"
9.
"Da habe ich, Bruder, zum Erhabenen also gesprochen: 'Von angespannter
Willenskraft spricht man, o Herr. Inwiefern nun, o Herr, ist Willenskraft
angespannt?'
10.
Nach diesen Worten hat der Erhabene also zu mir gesprochen: '«Eher mögen Haut,
Sehnen und Knochen verdorren; austrocknen möge im Körper Fleisch und Blut doch
was da durch männliche Stärke, männliche Willenskraft, männliche Anstrengung
erreicht werden kann, ohne dies erreicht zu haben: kein Nachlassen der
Willenskraft soll es da geben!» - So, o Moggallána, ist Willenskraft
angespannt.'
11.
Solches Lehrgespräch, Bruder, hatte ich mit dem Erhabenen geführt."
12.
"Wie wenn man, Bruder, ein kleines Steinstückchen vergleichend neben den
Himalaya, den König der Berge legt, ebenso (gering) sind wir im Vergleich zum
Ehrwürdigen Mahá-Moggallána. Besitzt doch der Ehrwürdige Mahá-Moggallána große
magische Macht, große übernatürliche Gewalt. Wünschte er es, so könnte er ein
Zeitalter hindurch am Leben bleiben."
13.
"Wie wenn man, Bruder, ein kleines Salzstückchen vergleichend neben eine
große Salztonne legt, ebenso (gering) sind wir im Vergleich zu dem Ehrwürdigen
Sáriputta.
14.
Ward doch der Ehrwürdige Sáriputta vom Erhabenen auf mannigfache Weise gelobt,
gepriesen und gerühmt:
'Wenn
er an Weisheit Sáriputta gleich
und
auch an Zucht und Geistesfrieden,
und
ist zum Ziele auch gelangt ein Mönch,
der
Beste würde er da sein.'"
15.
So erfreuten einander diese beiden Großen durch gutes Wort, durch gute Rede.
|